Online-Marketing Newsletter: AUSGABE 06 / 2005 | 01.12.2005 - ADZINE - Magzin für Online-Marketing
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   AUSGABE 06 / 2005 | 01.12.2005

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EDITORIAL
von Arne Schulze-Geißler, Editor | ADZINE 01.12.2005

Konvergääähnz

Arne Schulze-Geißler

Für Werbekunden war die Auswahl nie so groß und es gleichzeitig so schwierig auszuloten, welche Kommunikationskanäle für ihre Nachricht an potenzielle Konsumenten die ergiebigsten sein werden. Dabei ist die Lösung des Problems doch so einfach. Sie liegt nach dem, was Berater und Media Experten auf Kongressen vorbeten, in den sich ergänzenden Medien. Man spricht von Konvergenz, ein viel zitierter Begriff der Theorie, aber bisher immer noch ein Exot in der Praxis.

In der Theorie ist uns schon klar, wie das aussehen könnte. Vor dem geistigen Auge sehen wir im Idealfall ein mechanisches Uhrwerk, wobei jedes der Rädchen eine Mediengattung darstellt und eins ins andere greift. Zwei große Zahnräder TV- und Printwerbung werden durch eine Vielzahl kleiner Rädchen ergänzt, damit der Zeiger auf dem Zifferblatt die korrekte Zeit anzeigt. Das kleine Zahnrad Internet treibt wiederum eine Vielzahl winziger Rädchen an, darunter u. a. visuelle Werbung, Gewinnspiele, SEM, E-Mails, RSS, Podcastings etc. und dann, nicht zu vergessen, die einzelnen Zähne, die nahezu unerschöpfliche Auswahl von Werbeträgern. Um diese Einzelteile zu einem tickenden Ganzen zu machen, bedarf es einiger handwerklicher Fertigkeiten.

In der Praxis wird Konvergenz oft mit der Gleichschaltung audiovisueller Motive über alle Kanäle verwechselt. Ist das schon Konvergenz oder Parallelkommunikation? Wie so oft wohl eine Definitionsfrage und nicht zuletzt auch eine Frage der Verkaufsstrategie von Media Dienstleistern.

Voraussetzung ist ein konvergenzfähiges Kampagnenkonzept.
Die beschriebene handwerkliche Fertigkeit des Uhrmachers liegt bei der Umsetzung einer konvergenten Kampagne in erster Linie in der engen Koordination der einzelnen Medien bzw. deren Verantwortlichen. Die Koordination und Kommunikation der einzelnen Beteiligten ist also der Schlüssel zur Konvergenz. Projektmanagement ist personalintensiv und damit ist der prozentuale Overhead gemessen an der Medialeistung deutlich höher als bei "herkömmlichen" Kampagnen.

Es scheint somit auch ein besonderes Ereignis zu sein, wenn Planer und Vermarkter mit konvergenten Kampagnen herauskommen und immer eine Pressemitteilung wert. So die Strategen von SevenoneInteractive, die am 30. November den Start der Konvergenz-Kampagne von sonnenklar TV meldeten. Über das Fernsehen auf SAT 1 und ProSieben wird die "Urlaub zum Mitnehmen"-Karte beworben, die laut Pressemitteilung an etwa 12.000 offline Verkaufsstellen für 99,00 Euro erhältlich ist. Dieser Betrag kann dann bei einer Buchung auf der Reiseseite www.sonnenklar.tv eingelöst werden.

Die Konvergenz besteht also darin, dass im Fernsehen geworben wird und man im Internet oder telefonisch eine Reisen buchen kann. Wenn man möchte, kann man auch noch einen Umweg über die Tankstelle machen und die angepriesene Karte für 99,00 Euro erwerben, die einem dann Reisevergünstigungen von bis zu 50 % auf die sonst offensichtlich überteuerten Reisen eröffnet.
Für mich erschließt sich die werbliche Medienkonvergenz so auf die Schnelle nicht, doch warten wir ab, wie man die Kampagne als potenzieller Konsument wahrnimmt.

Man kann mediale Konvergenz nicht erzwingen. Nicht wenige Werbende setzen heute schon, um beim Uhrenbeispiel zu bleiben, auf die rein digitale Zeitmessung und versorgen sich ausschließlich über das Internet mit potenziellen Kunden. Diese meist reinen Online-Shops setzen verstärkt auf Suchmaschinenmarketing und Affiliate Programme. Letztere werden wir in dieser Ausgabe noch näher unter die Lupe nehmen. Aber auch das Wachstum der visuellen Werbeformen im Internet reißt nicht ab, Adzine sprach in diesem Zusammenhang mit Vermarktern und Planern. In der Welt des Mobile Marketing tat sich auch etwas, daher führten wir ein Interview mit Herrn Ribbrock, CEO von Arvato Mobile über die angestrebte Übernahme von AS Interactive. Um unsere Fähigkeit unter Beweis zu stellen, uns jederzeit mit zukunftszugewandten Fragestellungen zu befassen, schickten wir einen unserer Redakteure ins Jahr 2010, um den zukünftigen Alltag zu erleben.

Viel Spaß bei der Lektüre!

Arne Schulze-Geißler
asg@adzine.de
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MARKTECHO
von Karsten Zunke, Redaktion | ADZINE 01.12.2005

Fest der Freude

Karsten Zunke

Wenn Vermarkter jubeln und Medienplaner die Stirn runzeln - dann ist bald Weihnachten. Dass Werbung im Netz zum Jahresende boomt, ist Tradition und gut für die gesamte Branche. Aber in diesem Jahr tauchen erstmals neue Probleme auf: Werbeplätze werden knapp. Extrem knapp. Erste Seiten sind bereits bis zum Jahresende komplett ausgebucht.

Viele hielten die Meldung für ein Gerücht, die vor wenigen Tagen aus Amerika herüberhallte. Angeblich seien die Einstiegsseiten großer Portale wie Yahoo und AOL hoffnungslos ausgebucht. Wer in bestimmten Rubriken eine Kampagne starten wolle, müsse mit Wartezeiten bis zu 18 Monaten rechnen. Eine Anfrage dieses Magazins vor zwei Wochen wollten die entsprechenden Portalbetreiber in den USA weder bestätigen noch dementieren (siehe ADZINE Nr.5).

Angeblich hinkt Deutschland den Amerikanern immer etwas hinterher - so auch beim Online-Marketing. Aber auch hierzulande sind auf einigen Seiten die Werbeplätze ausverkauft. Und das seit Ende November. "Die Entwicklung in den USA deckt sich mit den Erfahrungen, die wir zurzeit machen: Viele der von uns vermarkteten Portale sind bereits ausgebucht", erklärt Paul Mudter, Geschäftsführer InteractiveMedia CCSP GmbH.

Die Startseite von t-online.de ist beispielsweise bereits für die nächsten zwei Monate belegt und auch auf den T-Online Portalen onReise und onWirtschaft stehen nur noch wenige Werbeflächen zur Verfügung. "Insbesondere der Raum für große Werbeformate ist knapp, da er auf den Startseiten ja ohnehin begrenzt ist", erläutert Mudter.

Extrem hohe Auslastungsquoten

Eine deutlich gestiegene Auslastung vermeldet auch der Online-Vermarkter GWP. Laut Carsten Schwecke, Leiter Crossmedia/Online werden die Portale Handelsblatt.com, Wirtschaftswoche.de und Zeit online momentan besonders stark gebucht. "Wir haben eine der höchsten Auslastungsquoten, die wir je hatten", so Schwecke.

Echte Engpässe gebe es in einzelnen Umfeldern auf handelsblatt.com und wiwo.de. "Engpässe auf der Homepage oder besonders stark nachgefragten Rubriken sind möglich", heißt es auch aus dem Hause SevenOne Interactive, dem Online-Vermarkter der ProSiebenSat1-Gruppe. "Allerdings haben wir in engem Austausch mit Werbetreibenden und Agenturen bisher immer eine optimale Lösung finden können", erklärt Sprecher Marcus Prosch. Aufgrund der großen Reichweite und der hohen Nutzungsintensität gibt es beim Online-Vermarkter United Internet noch keine Platzprobleme. Man verzeichne aber eine deutlich höhere Nachfrage als im Vorjahr, heißt es auf Anfrage von ADZINE.

Auch beim Vermarkter IP Interactive werden verfügbare Werbeplätze knapper. Laut Geschäftsführer Lars-Eric Mann konnten auch hier bisher allen Kunden passende Umfelder angeboten werden. Das Unternehmen vermarktet unter anderem die Portale RTL.de und n-tv.de. Besonders beliebt seien die Homepages wie rtl.de, aber auch andere Bereiche, die das ganze Jahr über Konjunktur haben, wie RTLratgeber.de, die Autorubrik oder Themenseiten für Musik und Kino. Dass die Verfügbarkeit auf den Seiten zum Jahresende deutlich geringer werde, habe man allerdings auch in den letzten Jahren beobachten können, so Mann.

Beim Qualitätsvermarkter G+J Electronic Media Sales (EMS) ist die Lage ähnlich. In den vergangenen Wochen und Monaten verzeichnete man einen deutlich spürbaren Aufwärtstrend. "Insbesondere auf Seiten wie impulse.de oder capital.de kommt es immer wieder zu Kapazitätsengpässen", bestätigt Alexander Adler, Sprecher von G+J EMS. Dies sei jedoch nicht saisonal bedingt, sondern habe mit der hochwertigen Zielgruppe und den hohen Affinitätswerten zu tun, meint Adler.

Große Volumina ausverkauft

"Die Tendenz, dass die Nachfrage im vierten Quartal ansteigt, hat sich bereits in den vergangenen zwei Jahren abgezeichnet. Aber jetzt sehen wir, dass es tatsächlich zu signifikanten Engpässen kommt", meint hingegen Manfred Klaus, Geschäftsführer von Plan.Net. Die Agentur bietet unter anderem Online-Mediaplanung als Dienstleistung an. Was bei den Vermarktern ungehemmte Freude auslöst, sorgt bei den Mediaplanern daher eher für Sorgenfalten.

"Die Nachfrage steigt, es kommt zu Ausbuchungen und die Preise ziehen an", sagt Oliver Gertz, Geschäftsführer der Agentur Magic Response. Vor allem reichweitenstarke Seiten seien umkämpft. "Spiegel-Online ist beispielsweise für Homepage-Einfärbungen bis Ende des Jahres ausgebucht", so Gertz "Bei allen großen Premium-Seiten ist es momentan schwierig, Topplatzierungen zu bekommen.

Bei Quality Channel und Yahoo sind die großen Volumina ausverkauft", bestätigt auch Branchenkollege Klaus. Selbst in den Cost-Per-Click-Netzwerken sei es momentan teilweise schwer, Klicks für ausreichende Volumina zu bekommen.

Lastminutegeschäft hat ausgedient

Auch wenn solche Unwegsamkeiten zu bestimmten Terminen immer wieder im Arbeitsalltag eines Mediaplaners auftauchen können: Langfristig scheint sich die Werbeplanung des schnellen Online-Mediums der klassischen Mediaplanung noch stärker anpassen zu müssen. "Man wird künftig langfristiger planen und die entsprechenden Volumina frühzeitiger reservieren müssen, um sie zu normalen Preisen und ohne Knappheitszuschläge zu realisieren", sieht Klaus als Konsequenz der jetzigen Situation. "Wir müssen von den kurzfristigen Kampagnen wegkommen und strategischer denken", fordert auch Magic Response Chef Gertz. Nur so könne man sich die Filetstücke unter den Platzierungen langfristig sichern.

Beim jetzigen "Lastminutegeschäft" habe die Geschwindigkeit häufig Vorrang vor der Qualität, so der Marketing-Fachmann. Auch wenn sich die Experten einig sind, dass es hierzulande kurzfristig keine amerikanischen Verhältnisse mit Wartezeiten bis zu 18 Monaten geben wird, mit der Fußball-WM steht das nächste Werbeereignis bereits vor der Tür. Man darf gespannt sein, ob sich viele Unternehmen mit Online-Werbung zurückhalten werden, um im Werbelärm der Sponsoren nicht unterzugehen oder ob bekannte Werbemuffel zusätzlich ins Netz drängen. Denn schließlich will jeder ein Stück vom lukrativen WM-Werbekuchen abhaben und sei es "nur" mit Hilfe eine Bannerkampagne im Internet. Mit einer langfristigen Planung wäre man vor bösen Überraschungen sicher.

"Ein langfristiger Ansatz bringt für alle drei Seiten Vorteile: Für den Vermarkter Planungssicherheit, für den Kunden Wirtschaftlichkeitsvorteile und für die Agentur die Chance mehr Leistung für den Kunden heraus zu holen", ist sich Plan.Net Chef Klaus sicher.

Karsten Zunke
kaz@adzine.de
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GESPRÄCH
von Helge Denker, Redaktion | ADZINE 01.12.2005

Mobile Hochzeit

Helge Denker

Mitte November gab die Bertelsmann-Tochter Arvato mobile die geplante Übernahme der Springer-Tochter AS Interactive bekannt. Mit dem Kauf entsteht ein neuer Marktführer für das stark wachsende Geschäft mit Klingeltönen, Logos, Gewinnspielen, Votings und Chats auf dem Handy.<br/><br/>Konkurrenz für Jamba und Co. Es geht um eine junge Zielgruppe, die der Heavy-Handy-Nutzer und es geht um einen großen Markt: Über 70 Millionen Handys sind in Deutschland jeden Tag im Schnitt 14 Stunden lang eingeschaltet und versenden über zwei Milliarden SMS pro Monat. Der typische SMS-User ist vergleichsweise jung (13 bis 35 Jahre) und technikaffin. Anbieter wie Arvato mobile versorgen diese Zielgruppe im Auftrag von Markenartiklern, wie Colgate Palmolive, mit SMS-Gewinnspielen und Votings per Handy. Belohnt werden die Teilnehmer mit Logos und Klingeltönen, die auf die Marke hinweisen.

Adzine sprach mit Bernhard Ribbrock, Chief Executive Officer von Arvato mobile, über das mobile Geschäft und den geplanten Zukauf der Springer-Tochter, dem das Bundeskartellamt noch zustimmen muss.

Zur Person: Bernhard Ribbrock ist seit Mai 2002 CEO von Arvato mobile (www.arvato-mobile.de). Er kam im April 1979 zum Bertelsmanns Buchclub, in dessen Führung er 1984 berufen wurde. 1987 übernahm Ribbrock die Leitung der Abteilung Kommunikationsnetze bei Bertelsmann. Von 1995 bis 1996 war er stellvertretender Geschäftsführer der "Zentralen Informationsverarbeitung".
Im Oktober 1996 gründete Ribbrock "mediaWays" als Joint Venture von Bertelsmann und dem Debis Systemhaus. Nach dem Verkauf an Telefónica arbeitete Ribbrock bis Anfang 2002 dort als CEO. Im Mai 2002 kehrte er zu Bertelsmann zurück und übernahm die Geschäftsführung der neu gründeten Mobil-Einheit, die erst handy.de, dann bemobile hieß und jetzt unter arvato mobile firmiert.

Adzine: Sie haben AS Interactive Mitte November komplett übernommen - warum?

Ribbrock: Das Geschäft von AS Interactive passt hervorragend zum Produktportfolio von arvato mobile, da es das Angebot komplementär ergänzt und so nachhaltig erweitert. arvato mobile wird durch diese Übernahme einer der führenden europäischen Anbieter von Massen - Mehrwertdiensten im Mobilfunk- und Festnetzbereich.

Adzine: Hat die Kartellbehörde die Übernahme von AS Interactive schon genehmigt? Wann rechnen Sie mit einer Entscheidung?

Ribbrock: Die Kartellbehörde hat die Übernahme noch nicht genehmigt. Wir rechnen mit einer Entscheidung in den kommenden Wochen.

Adzine: Die Springer-Tochter AS Interactive bietet Mehrwertdienste im Bereich Audiotext, Handys, Internet und TV. Liefert Bertelsmann zukünftig für Sat1 und Pro7 den Videotext?

Ribbrock: Als Dienstleister sprechen wir grundsätzlich nicht darüber, welche Kunden wir haben. Die in der Frage angesprochene Unternehmensgruppe ist für uns ein potenzieller Kunde wie jeder andere, den wir mit unserem Angebot überzeugen müssen.

Adzine: Welche Bedeutung werden die folgenden Bereiche haben: SMS-Infodienste, SMS Votings, SMS Teletext Chats?

Ribbrock: SMS-Votings werden aus unserer Sicht die größte Bedeutung haben, gefolgt von SMS-Gewinnspielen. SMS-Infodienste und SMS Teletext Chats werden vom Volumen her sicherlich darunter liegen.

Adzine: Wie wird sich der mobile Entertainment Markt 2006 entwickeln? Welchen Anteil am Gesamtmarkt peilt arvato mobile in Deutschland an?

Ribbrock: Der mobile Entertainment Markt wird nach unserer Einschätzung auch 2006 überproportional wachsen. Das Ziel von arvato mobile ist es, die führende Marktposition in Deutschland zu festigen und weiter auszubauen.

Adzine: Wie sehen sie die Entwicklung bei SMS-Gewinnspielen für Markenartikler: Wie hoch ist hier die Akzeptanz, bezogen auf die Teilnehmer und die Responsequote?

Ribbrock: Das Thema Gewinnspiele für Markenartikler hat sich am Markt etabliert und wird von vielen Unternehmen immer stärker zur Kundenbindung genutzt. Die Responserate ist jeweils abhängig von der Attraktivität des Gewinnspiels und der Bekanntheit der Marke.

Adzine: Wie sehen Sie das Problem Spam-SMS? Wie gehen Sie damit um?

Ribbrock: Ähnlich wie bei E-Mails sind Spams auch bei SMS ein Problem. Und ähnlich wie im Internet gibt es auch im mobilen Bereich Vorkehrungen und Filter, um Spam-SMS weitgehend zu unterbinden.

P.S. Noch hat sich der Springer-Verlag nicht ganz von seiner interaktiven Tochter getrennt: Auf der Website fanden sich Ende November noch alle Infos zu AS Interactive (siehe www.axelspringer.de/inhalte/angebot/frame.htm). Offensichtlich wartet der Springer-Verlag das Votum des Bundeskartellamtes ab, das zurzeit auch über den geplanten Kauf von Sat1 und Pro7 zu entscheiden hat.

Helge Denker
denker@scoopmedia.de
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AFFILIATE MARKETING
von Alexander Hüsing, Redaktion | ADZINE 01.12.2005

Gemeinsam zum Erfolg

Alexander Hüsing

Innerhalb von knapp zehn Jahren hat sich Affiliate Marketing fest im Marketingmix vieler Unternehmen etabliert. Durch die erfolgsabhängigen Vergütungsmodelle ist Affiliate Marketing für Werbungtreibende besonders attraktiv. Gezahlt wird nur, wenn ein Produkt seinen Besitzer wechselt.

Die Worte "Umsatzrückgang" und "Stagnation" kennt die Affiliate-Marketing-Branche nicht. Seit Jahren wächst der Markt unaufhaltsam. Dieser Trend setzt sich auch in diesem Jahr fort: Der Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V. (BVDW) erwartet für Affiliate-Netzwerke und semiprofessionell vermarktete Webseiten das "stärkste prozentuale Wachstum". Um knapp 67 Prozent soll dieses Segment auf dann 100 Millionen Euro netto zulegen.

Die 1997 von Douglas Miller und Dominique Madeleine gegründete affilinet GmbH erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz in Höhe von über 19 Mio. Euro. Insgesamt vertrauen 600 Kunden auf die Vertriebskraft des Ebersberger Unternehmens. Seit kurzem gehört Affilinet zum Online-Vermarkter AdLink. Konkurrent Tradedoubler steigerte seinen Umsatz 2004 europaweit um 130 Prozent auf 65 Mio. Euro. Über 900 Kunden vertrauen dem schwedischen Unternehmen. Allein vergangenes Jahr unterzeichnete Tradedoubler Verträge mit mehr als 200 neuen Werbekunden - unter anderem Yahoo, Otto und T-Online.

Die Berliner Zanox AG wiederum steigerte ihren Umsatz seit der Gründung vor fünf Jahren jedes Jahr um mindestens 100 %. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der Spezialist für Werbe- und Vertriebspartnerschaften einen Umsatz in zweistelliger Millionenhöhe. Auch im laufenden Geschäftsjahr will Vorstand und Gründer Thomas Heßler wieder um 100 % zulegen: "Wir liegen bisher gut im Plan".

Auf die Vertriebskraft von Zanox setzen derzeit mehr als 500 Unternehmen. Darunter so namhafte deutsche und internationale Firmen wie eBay, Jamba, Vodafone, Procter&Gamble, Quelle, Bertelsmann, Aral, Lycos und T-Online. Besonders der Klingelton- und Mobile-Entertainment-Spezialist Jamba setzt seit mehreren Jahren konsequent auf Affiliate Marketing.

"Nur mit dem Affiliate Marketing erreichen wir speziell die Masse aller kleineren Webseitenbetreiber", sagt Marc Majewski, Online Marketing Officer bei Jamba. Seit 2002 kooperiert das Berliner Unternehmen mit Zanox. Mittlerweile erstreckt sich die Zusammenarbeit auf vier Kontinente und 19 Länder.
Ein Grund für diese erfolgreiche Kooperation ist laut gemeinsamer Sucess-Story die "nahtlose Verknüpfung zwischen dem Online-Content der Vertriebspartner und dem Jamba!-Angebot". So können Website-Betreiber als Netzwerkpartner das Jamba-Portfolio "vollumfänglich an das eigene Design anpassen".

Um seine Abonnentenzahl zu steigern, setzte auch eHarmony auf Affiliate Marketing. Der Partnerschafts-Service entschied sich für die Programmmanagement-Lösung CJ Vantage von "Commission Junction" (gehört zu ValueClick Inc.). Mit großem Erfolg: Im ersten Halbjahr 2005 steigerte eHarmony dadurch seine Affiliate Sales gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um 67 %.

Bei Affiliate-Netzwerken wie "Affilinet", "Commission Junction" "Tradedoubler" oder "Zanox" kann fast jedes Unternehmen Kunde werden, dass über einen funktionierenden Online-Shop verfügt. Anbieter von gewaltverherrlichenden und sexuellen Angeboten müssen allerdings draußen bleiben. Der Aufwand und die Kosten für eigene Affiliate-Marketing-Aktivitäten bleiben bei der Zugehörigkeit zu einem Netzwerk im Rahmen. Investitionen in Hardware oder Software sind nicht nötig. Die Einrichtung eines eigenen Affiliate-Programmes erfolgt bei den meisten Netzwerk-Betreibern gegen eine Gebühr - mit bis zu 5.000 Euro sollte man rechnen. Die monatlichen Kosten für Betreuung und Service betragen bei Zanox etwa maximal 300 Euro. Hinzu kommen die Provisionen für die erzielten Verkäufe, bis zu 30 % auf jeden Verkauf beanspruchen die Netzwerk-Betreiber wie "Affilinet" oder "Zanox" für sich.

Die Mutter aller Affiliate-Angebote ist das Partnerprogramm des Cyber-Versandriesen Amazon. Seit 1996 können Website-Betreiber Links auf bestimmte Produkte aus dem riesigen Amazon-Katalog setzen und bekommen für jeden verkauften Artikel eine Provision. Weltweit nutzen laut Amazon mehr als eine Million Teilnehmer das Angebot und bekommen pro verkauften Artikel bis zu 10 % Provision des Verkaufspreises.

Im Gegensatz zu den meisten Unternehmen betreibt Amazon sein Partnerprogramm selbst. Potenzielle Partner müssen sich direkt bei Amazon anmelden. Auch die Verteilung der Werbemittel und die Abrechnung übernimmt der Versandriese. Ein enormer Aufwand, der sich für Amazon und einige andere Shopbetreiber aber lohnt. Denn was gibt es schöneres, als viele kleine und große Website-Betreiber, die gegen eine kleine Provision überall im Internet Links zu den Produkten eines Unternehmens setzen und so den Umsatz ankurbeln?

Alexander Hüsing
ah@adzine.de
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VISIONEN
von Jens von Rauchhaupt, Redaktion | ADZINE 01.12.2005

Odyssee 2010

Jens von Rauchhaupt

Das Geschäfts- und Einsteinjahr 2005 geht seinem Ende entgegen. Medienplaner haben längst ihr Augenmerk auf die Zukunft gerichtet. Ein ADZINE Redakteur wagt den visionären Versuch, schneller als knapp 300.000 m/s zu reisen, damit das Licht zu überholen und einen ganz normalen Tag im Jahre 2010 zu verbringen.<br/>

Eine Vision sei ein Traum mit einer Deadline. So wurde dem bekannten Unternehmensberater Professor Fredmund Malik der Visionsbegriff von einem Kollegen näher gebracht. Malik, selbst erklärter Gegner umtriebiger Visionäre auf Führungsebene, sieht dies mit nüchternem Realitätssinn und gibt zu bedenken: "Jeder Traum hat eine Deadline, spätestens dann, wenn der Wecker klingelt"

Morgens in Deutschland 2010

Mein Wecker ist eine zeitgesteuerte Starbucks Kaffeemaschine mit drahtloser Anbindung zum Kühlschrank vom Typ Miele Odysseus. Nachdem der Kaffee durchgelaufen ist, sollte mich eigentlich "California Dreaming" sanft in den Tag geleiten.

Stattdessen übertönt der Lärm eines Schaufelbaggers diesen alten Klassiker, der zeitgenau und leise aus kabellosen Mikrolautsprechern trällert. Eine interstellare Umgehungsstrasse? Weit gefehlt. Die Telekom verlegt ihr Glasfasernetz vor unserer Haustür. Liebe Leute, das ist 3 Jahre zu spät. Längst ist eine Wimax Antenne auf dem Dach installiert und ein anderer Provider als die Telekom speist die Daten in die letzte Internetmeile zum Haus. Aber ich gestehe, ich bin meiner Technikobsession längst erlegen und werde mir bald wie mein Nachbar, Herr Hövel, die 60-fache DSL-Geschwindigkeit via Glasfaser in die Küche holen.

Denn hier in der Küche steht ein Wunderwerk ostwestfälischer Ingenieurskunst mit japanischen Zutaten. Seinen mythologischen Namen hat der Kühlschrank aufgrund seiner vielschichtigen Funktionalität wirklich verdient. Neben schlichter Lebensmittelkühlung und dem Lebensmittelmanagement via RFID Scanner, nimmt dieser Kühlschrank eine zentrale Rolle im familiären Haushalt ein:

Der Odysseus ist unser digitales Tor zur Welt und gleichzeitig der Datenverteiler an alle häuslichen Endgeräte via Bluetooth/UWB (Ultra-Wide-Band) Technologie. Noch vor fünf Jahren hatte man versucht den Desktop PC mit aufwendigen Kühlsystemen zu versorgen, anstatt wie jetztdie hitzigen Multiprozessoren kurzer Hand in den Kühlschrank zu befördern, ihm eine Terabyte Festspeicher zu verpassen und an die Datenautobahn anzuschließen. Dank der Bluetooth/UWB Technologie ist es nämlich völlig uninteressant geworden, wo der zentrale Rechner im Hause steht.

Ich bitte Sie, natürlich haben die Konstrukteure in die Kühlschranktür einen Flachbildschirm mit Touchscreen integriert. Wie sollte meine Frau oder ich auch sonst den Einkaufskorb auf dem Miele-Karstadt Portal zusammenstellen? Einfach wunderbar, wenn der Kunde König ist. Nun erhalten wir immer die günstigsten Angebote für die Produkte, die der Kühlschrank nach einiger Zeit vermisst. Diese einseitige Bewerbung ist uns noch nicht einmal peinlich. Schließlich haben wir als Gegenleistung den Kühlschrank zu einem äußerst günstigen Vorzugspreis bei Karstadt erworben, damit nur dieses Unternehmen ihre Produkte am Kühlschrankdisplay bewerben darf. Im Übrigen werden die Happy Digits beim Einscannen der Lebensmittel in den Kühlschrank gleich mit dem Bonusguthaben verrechnet.

Im Haus kommunizieren alle Endgeräte nicht nur mit 12-facher DSL Geschwindigkeit untereinander, sondern auch mit den Hausbewohnern via Kommunikator am Handgelenk. Es riecht nach Kaffee. "Schirm an, Kanal 1" sage ich. Der Bildschirm, der im Ruhemodus die Tapete wiedergab ist nun aktiviert. "Kanal 7", sagt sie. "Sie" ist meine Frau Ilse und hat mal wieder einen anderen Geschmack. Ein zweiter Bildschirm teilt nun die sichtbare Fläche geschwisterlich auf. Wegen der unterschiedlichen Tonausgabe müsste ich jetzt meine 3-D Bluetooth Ohrknöpfe aufsetzen.

Das erspare ich mir, Zeit zu duschen. Im ersten Stock poltern schon unsere Kinder. Johanna lässt sich vorzugsweise vom KIKA-Radio wecken, Max vom Heavy Metal Kanal. Schließlich hat Starbucks.com viele Musikkanäle im Angebot. MTV war gestern. Die Verbindung Kaffee, Wecken, Radio, Musik musste einfach dieses Produkt hervorbringen. Wir haben den werbefreien Starbuckskanal mit 30 Gigabyte Begrenzung für den Vormittag gebucht.

Auf dem Weg zum Bad komme ich im Flur an einem digitalen Getty-Bilderrahmen vorbei. Ein Weihnachtsgeschenk meiner Frau. Im Moment bevorzuge ich Klassiker wie Michelangelos Sündenfall. Die paar Cents pro Bild im Monat sind es mir Wert, um die große Kunst nach Hause zu holen. Es gibt auch eine echte "Gettycastingszene", wo junge Künstler ihre Werke Online als Shareware zur Verfügung stellen.

Schnell noch die Zeitung lesen, bevor ich die Kinder in die Schule fahre. Ich nehme meine Frankfurter Allgemeine Onlinezeitung von der Ladestation. Auch im Jahre 2010 bevorzuge ich eine perpetuierte Nachrichtenausgabe. Ihr Material besteht aus einem Kunststoff-Zellulosegemisch. Es fühlt sich wie Papier an, ist etwas dicker, aber dennoch faltbar. Die Zeitung kennt mich: Sport ganz vorne auf der Titelseite, erst dann Politik, Wirtschaft und die Technologie-Neuigkeiten. Die Werbung in den kleinen flexiblen Kunststoff-Bildschirmen ließ ich blocken, dafür muss ich allerdings auch das Doppelte für das Abonnement hinblättern. Keine Zeit mehr, ich nehme das Blatt daher mit. Schließlich speisen Solarzellen die Zeitung mit Energie.

"Auf geht's Kinder, wir müssen los!" Johanna und Max haben ihren Schullaptop mit Brennstoffzelle schon unterm Arm. Mehr brauchen sie nicht. Ihr Betriebssystem ist "Ubuntu 9.10-smart vole", Open Source, ausgestattet mit einer Bibliothek von Wikipedia und der Online-Suchmaschine von Quaero. Der Alptraum der Werbebranche, da vollkommen werbegeblockt. Gut so, wir wollen doch keine amerikanischen Verhältnisse. Dort beherrscht Microsoft zusammen mit Google Print den digitalen Bildungsmarkt.

Ein Daumendruck und die Türen des Wagens öffnen sich. "Auto an" Display erwacht, Motor startet: "Guten morgen Jens" eine warme weibliche Stimme mit französischem Akzent empfängt mich. Die Stimme habe ich vor einiger Zeit bei sexystimme.de herunter geladen und ebenfalls auf den Festspeicher des Pkws übertragen. Ein echtes Schnäppchen, hat nur 90 Cents gekostet. Meine Frau regt sich ständig darüber auf. Dabei sollte sie sich mit ihrem Antonio Banderas Verschnitt nicht so weit aus dem Fenster lehnen.

"Zielort Schule" könnte ich meinem Galileo Navigationssystem sagen, wenn ich den Weg nicht wüsste. Den kenne ich aber. Stattdessen blinkt die Tankanzeige dezent, aber sichtbar warnend als Projektion an der Windschutzscheibe. Daher sage ich "Tanken". Prompt reagiert der Navigationsbildschirm und zeigt mir alle Tankstellen auf den Weg zur Schule. Das war aber auch Quatsch, schließlich will ich günstig tanken. Daher sage ich "Tanken billig" Nun erscheint die nächst gelegene Tankstelle mit dem heutigen Tiefstpreis. Einfach wunderbar, wenn das Auto Online ist. Neulich hab ich mich bei einer Fastfoodkette angemeldet, seitdem schicken sie mir auf den Befehl "Essen schnell" nicht nur den Standort ihrer nächsten Filiale, sondern auch ihre Tagesangebote. Übrigens, die Mautgebühr für die Fahrt zur Schule und zurück kann ich leider nicht steuerlich geltend machen.

Arbeit

Wie die meisten Freiberufler arbeite ich an meinem Großbildschirm von zu Hause aus. Der Chef vom Dienst ist sichtbar sauer, weil ich mal wieder die Deadline für meinen Artikel überschritten habe. An seinem Ausdruck in der Videomail erkenne ich deutlich seinen Unmut. Was soll ich machen, der Termin mit meinem Interviewpartner, ein bekannter Zukunftsforscher, ist erst heute. Ich rufe mittels Kommunikator ein Taxi. Im Haus wird günstig über das Internet telefoniert, außerhalb des Hauses mittels Satellitenübertragung. Beide Telefoniearten bewerkstelligt ein koreanischer Anbieter. Videotelefonie hat sich übrigens bisher nicht richtig durchgesetzt. Wir Menschen wollen bei der Annahme eines Anrufes nicht unbedingt gesehen werden.

Die Taxifahrt ist ein Werberitt, der die Fahrt noch nicht einmal billiger macht. Am Handschuhfach ist mal wieder ein Bildschirm angebracht. Während der Fahrt sind dort lautlose Videostreams zu betrachten. Veranstaltungen, Messen, Hotels, aber auch Kinofilme und Restaurants der Stadt werden hier beworben. Die Ampel ist rot. Ich sehe aus dem Fenster auf eine elektronische Litfasssäule. Diese 360 Grad Werbesäulen sind immer an frequentierten Kreuzungen mit langen Standzeiten aufgestellt. Nicht nur große Marken werben hier um die Gunst des Verbrauchers. Auch lokale Angebote von Einzelhändlern um die Ecke sind dort zu sehen. Da das Taxi steht, springt die mir sichtbare Seite der Litfasssäule von EBAY Werbung auf "Autohaus Müller, 50 m rechts abbiegen" um. Besonders beliebt sind auch Privatanzeigen, die der Anwender mittels Internet von zu Hause aus auf die Werbesäule gegen Gebühr schalten kann.

Am Treffpunkt angekommen, bezahle ich mit meinem guten Daumen und erhalte 2 Freikilometer. Treue zahlt sich auch beim Taxifahren aus. Leider habe ich mal wieder mein Bargeld vergessen, so dass der albanische Taxifahrer kein Trinkgeld erhält. Er schimpft wie ein Rohrspatz. Egal, ich verstehe eh kein Wort, die Übersetzungssoftware hat in den letzten fünf Jahren kaum Fortschritte gemacht.

In einem Restaurant nehme ich das Interview mit dem Zukunftsforscher in Bild und Ton mittels Kommunikator auf. Wir bestellen uns etwas über den am Tisch eingelassenen Touchscreen. "Heute im Angebot Seelachsfilet aus Kanada." Ich höre die freundliche Stimme direkt über meine Bluetooth Ohrknöpfe. Die elektronische Speisekarte offeriert mir mehrere Getränke zur Auswahl, eine Limonade wird von einer äußerst attraktiven Dame angeboten. Die nehme ich, ich bin halt einfach gestrickt.

Einkaufen mal anders

Zu Hause wieder angekommen, kann ich nun meinen Artikel beenden. Ich schneide das Interview, schreibe einen Artikel mit nur 4000 Wörtern (mehr ist dem Leser 2010 nicht mehr zuzumuten) und sende alles meinem Chef. 16 Uhr Feierabend, nun noch die Kinder von der Ganztagsschule abholen und einkaufen.

Natürlich könnte ich einfach den vom Kühlschrank erstellten Warenkorb digital versenden und mir die Produkte dann unter Aufpreis von einem Dienstleister bringen lassen. Einkaufen ist aber heutzutage eine stressfreie Freizeitgestaltung und ein echtes Event für Groß und Klein. Wir fahren zum Karstadt Einkaufszentrum. Karstadt konnte sich mit einem tollen österreichischen Patent retten. Es sind die Einkaufswagen.

Denn Karstadt ist eher "Carstadt". Vorne am Eingang suchen sich die Kinder bereits einen schicken Rollwagen aus. Diese einachsigen Roller mit Einkaufskorb bewegen sich mittels Gewichtsverlagerung auch Senioren tauglich. Ich verabrede mit Max und Johanna einen Treffpunkt, beide flitzen sofort los. Natürlich muss ich nicht befürchten, dass mir die Kinder verloren gehen, schließlich kann ich sie jederzeit mittels meines Kommunikators orten und mit Ihnen in Verbindung treten. Karstadt hat extra für die Kids einen Titus Parcours im Keller aufgebaut, da können sie sich austoben. Ich gewähre ihnen 10 Euro Taschengeldkredit.

In den Touchscreen des Einkaufrollers gebe ich meinen individuellen Miele Odysseus Code ein. Jetzt sehe ich alle Waren, die uns zu Hause fehlen, und kann völlig entspannt die Einkaufsfahrt aufnehmen. Wirklich nervig sind allerdings die akustischen Werbeeinspielungen, die dauernd wechselnd in meinem Bluetooth Ohrknopf säuseln. Ich stelle diesen daher auf stumm, damit mich nur die Anrufe erreichen. Am Ende bezahle ich an einem Standterminal. Auf dem Parkplatz fällt mir ein, dass ich noch ein Produkt brauche, das es bei Karstadt nicht gibt. Da ich selbst auch nicht sicher bin, wo ich es kaufen kann, überlasse ich die Suche einem Google Terminal am Parkplatz. Die Dinger stehen wirklich überall herum. Da mir die Zeit fehlt, die Ware selbst abzuholen, beauftrage ich einen Bringdienst.

Prime Time

Digitales Fernsehen und Internet sind inzwischen derart zu einem Informationsmedium zusammengeschmolzen, so dass es mir manchmal schwer fällt, sie auseinander zu halten.
Werbefreie Spielfilme und Computerspiele kann man jederzeit "auf Verlangen" bei kostenpflichtigen Digitalsendern konsumieren. Die Gebühren für dieses werbefreie Fernsehen sind dabei jederzeit einzusehen und begrenzbar. Das hat mein Sohn beim Videospiel EA FIFA 2010 "Road to Southafrica" schon zu spüren bekommen. Überhaupt bleibt die Spielkonsole wegen Eigenbedarfes im Wohnzimmer. Inzwischen kann ich auch die Werbefilme dank Internettechnologie anklicken, um so zum Beispiel ein Reiseangebot nach Südafrika zu buchen.

Diese Weihnachten bekommt meine Frau etwas ganz Besonderes: Die neuen Goggle-Shades von Google. Mit dieser elektronischen Brille mit hoch auflösenden 3-D Bildschirmen kann sie dann in ferne Länder reisen, ohne das Haus verlassen zu müssen - Karibik "on Demand". Nachdem ich im Internet meinen biometrischen Pass verlängert habe, ist nun wirklich Feierabend. Ich gönne mir nun im Sportkanal aus der Serie "Golden Moments" das "Wunder von Berlin" für 1,75 EUR. Damals wurde Deutschland in einem legendären Spiel gegen England Fußball Weltmeister 2006.

Oh nein, mein Wecker klingelt. Alles nur ein Traum?

Jens von Rauchhaupt
jvr@adzine.de
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Termine im Online-Marketing

04.04.2008

Social Web BREAKFAST Hamburg



08.04.2008  -  09.04.2008

eMetrics Marketing Otimization Summit München



08.04.2008

eMetrics Marketing Optimization Summit München 2008



08.04.2008  -  09.04.2008

SMX Search Marketing Expo München



15.04.2008  -  18.04.2008

eCommerceForum 2008



16.04.2008  -  17.04.2008

Web 2.0 Kongress in Wiesbaden



18.04.2008  -  06.06.2008

QUISMA veranstaltet den 3. deutschlandweiten AffiliateCup



24.04.2008

First Cologne Web Content Forum



25.04.2008

SEMSEO - Konferenz für Suchmaschinenmarketing und -optimierung



27.05.2008

media coffee in Köln



02.06.2008  -  04.06.2008

Internet-Kongress iico.de (infopark internet congress) Berlin



02.06.2008  -  03.06.2008

“Connecting European E-Marketing“ - Interact Congress



02.06.2008

Internationaler Mediendialog Hamburg



05.06.2008

Nedstat Expert Forum Berlin 2008



10.06.2008

Nedstat Expert Forum Düsseldorf 2008



11.06.2008

Social Commerce Forum - Frankfurt a.M.



12.06.2008

„netnography08“ in München



23.06.2008  -  24.06.2008

Search Engine Strategies Hamburg



24.06.2008

Nedstat Expert Forum München 2008



04.09.2008

"OMD warm up" mit Home-Party-Hamburg



17.09.2008  -  18.09.2008

Online-Marketing-Düsseldorf 2008



18.09.2008

New Agency Models Conference London



24.09.2008

Virtual Worlds Camp bei Frogster, Berlin



30.09.2008  -  01.10.2008

Community SUMMIT Hamburg



11.10.2008  -  12.10.2008

BarCamp Munich 2008



21.10.2008  -  23.10.2008

Web 2.0 Expo Europe 2008



29.10.2008  -  31.10.2008

Medientage München 2008



06.11.2008

5. Pangora E-Commerce Kongress



12.11.2008  -  13.11.2008

TV Komm. Karlsruhe 2008



27.11.2008  -  28.11.2008

10. E12-Gipfel "Internet of Services"



29.11.2008

DMMK Young Professionals Stuttgart



03.12.2008

Erstellen Sie Ihren Webanaylse-Aktionsplan für 2009 - Mit Eric Peterson



10.02.2009  -  11.02.2009

Web Intelligence Forum



17.02.2009  -  18.02.2009

Social Media FORUM (Hamburg)



03.03.2009  -  08.03.2009

CeBIT 2009 - MARKETING SOLUTIONS AREA



03.03.2009  -  11.03.2009

Online Marketing Seminar: Convert Your Browsers to Buyers



01.04.2009  -  02.04.2009

Swiss Online Marketing 2009



22.04.2009  -  23.04.2009

Search Marketing Expo (SMX) München 2009



22.04.2009  -  23.04.2009

eMetrics Marketing Optimization Summit München 2009



11.05.2009  -  13.05.2009

CMO Gipfel 2009 - 3. Gipfel für Strategie und Innovation im Marketing



19.05.2009

Praxis-Workshop proseed: Strategisches Vertriebsmarketing im Internet



28.05.2009  -  03.06.2009

Web Analytics Academy Seminare



08.06.2009  -  09.06.2009

Deutscher Multimedia Kongress (DMMK) 2009 - MOVE!



10.06.2009  -  12.06.2009

Interact 2009 – Digital Advertising gets Innovative!



15.06.2009  -  17.06.2009

Infopark Internet Congress – iico.de



18.06.2009

Affiliate TactixX 2009



26.08.2009  -  25.09.2009

Digitaler Sommer an der Universität der Künste Berlin



15.09.2009

Social Media Forum - im East Hotel Hamburg



16.09.2009  -  17.09.2009

Community & Marketing 2.0 SUMMIT im East Hotel Hamburg



17.09.2009  -  18.09.2009

scoopcamp 2009 zum Thema „new storytelling“ von Hamburg@work und der dpa



18.09.2009

Online Marketing Convention



23.09.2009  -  24.09.2009

dmexco - Digital Marketing Exposition & Conference



08.10.2009

Zweites Gipfeltreffen zwischen Werbe- und Games-Branche in Hamburg



20.10.2009  -  10.11.2009

MARKETING ON TOUR Konferenz 2009 – Was sind die Top Trends im Online Marketing?



03.11.2009  -  17.11.2009

ecommerce conference



04.11.2009  -  19.11.2009

Premiere der Roadshow The Search Conference



26.11.2009

ConventionCamp Hannover 2009



23.02.2010

newTV-Kongress



04.03.2010  -  17.03.2010

ecommerce conference



18.03.2010  -  19.03.2010

TV Komm. 2010



23.03.2010  -  24.03.2010

eMetrics Marketing Optimization Summit



23.03.2010  -  24.03.2010

Search Marketing Expo (SMX)



13.04.2010  -  14.04.2010

Internet World Fachmesse & Kongress



08.06.2010  -  22.06.2010

Online Marketing Forum



10.06.2010

E-Mail Marketing Seminar mit Nico Zorn




 

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