Das Adtech-Schwergewicht The Trade Desk übergibt seiner KI mehr Aufgaben in der täglichen Kampagnenarbeit. Mit „Kokai Zuma“ bekommt die Mediaeinkaufsplattform eine neue dialogbasierte Koa-Oberfläche mit spezialisierten Agenten für Kampagnenaufbau, Analyse und Fehlerbehebung. Hinzu kommen automatisierte Funktionen für Zielgruppen und Kontaktfrequenz. Teile davon befinden sich allerdings noch in der Beta-Phase.
Die drei Produktnamen beschreiben unterschiedliche Ebenen. Kokai ist die 2023 eingeführte Mediaeinkaufsplattform von The Trade Desk, über die Werbetreibende programmatische Kampagnen planen, einkaufen, optimieren und messen. Zuma bezeichnet nun die neue Version dieser Plattform. Koa wiederum ist die darunterliegende KI von The Trade Desk und bereits seit 2018 im Einsatz.
Koa unterstützte Media Buyer anfangs unter anderem beim Kampagnen-Setup, bei Prognosen und der Optimierung anhand von Performance-Zielen. Mit Kokai verteilte The Trade Desk die KI 2023 auf weitere Bereiche des Mediaeinkaufs. Dazu gehören die Bewertung einzelner Impressions, Gebotsentscheidungen, Budgetoptimierung, Forecasting und Measurement. Später kamen automatisierte Trading-Modi hinzu, bei denen Koa innerhalb vorgegebener Ziele und Leitplanken bereits Gebote und Budgetverteilung anpassen kann.
Vom KI‑Copiloten zu spezialisierten Agenten
Agentic AI beginnt bei The Trade Desk ebenfalls nicht erst mit Zuma. Im Frühjahr 2026 hatte der DSP-Anbieter die Koa Agents angekündigt und mit Stagwell einen ersten größeren Agenturkunden dafür vorgestellt. Im August folgte eine geschlossene Beta für „Ask Koa“, eine dialogbasierte Oberfläche mit spezialisierten Agenten für Suche und Hilfe, Kampagnenerstellung, Performance-Analyse und Fehlerbehebung.
Zuma führt diese Entwicklung nun in der regulären Kokai-Oberfläche weiter. Über „Ask Koa“ können Nutzer in natürlicher Sprache auf spezialisierte Agenten zugreifen. Beim Kampagnenaufbau können diese beispielsweise Mediapläne verarbeiten und mögliche Fehler erkennen. Bei laufenden Kampagnen analysieren sie Performance-Probleme und schlagen Maßnahmen vor. Die endgültige Freigabe bleibt bei den Anwenderinnen und Anwendern.
Daneben baut The Trade Desk bestehende Koa-Funktionen für Zielgruppenauswahl und Kontaktfrequenz aus. Koa Audiences kann bereits automatisch relevante Segmente auswählen und aktualisieren, ein dialogbasiertes Audience Building über Ask Koa ist angekündigt. Die Kontaktfrequenz kann Koa anhand von Kampagnenzielen, Pacing und Performance dynamisch anpassen. Der Schritt zu Zuma besteht daher vor allem darin, bestehende KI-Optimierung mit agentenbasierten Workflows und einer dialogorientierten Bedienung enger zu verbinden.
Neue Prognosen und vereinfachtes Measurement
The Trade Desk hat zudem die Modellierungs- und Prognosetechnik hinter Kokai überarbeitet. Sie prognostiziert verfügbares Inventar und mögliche Kampagnenergebnisse und liefert die technische Basis für die Koa Agents. Auch Measurement gehörte bereits zum ursprünglichen Kokai-Konzept. Zuma erweitert diesen Bereich daher nicht von Grund auf.
Neu sind laut Anbieter eine vereinfachte Durchführung von Conversion-Lift-Studien, zusätzliche Reporting-Dimensionen und ein überarbeiteter Report Builder. Die Benutzeroberfläche wurde ebenfalls neu gestaltet und soll unter anderem Targeting-Einstellungen sowie die erwarteten Auswirkungen größerer Kampagnenänderungen übersichtlicher darstellen.
Zuma wird weltweit schrittweise für Kokai-Kunden ausgerollt. The Trade Desk weist darauf hin, dass einige der angekündigten Funktionen bereits verfügbar sind, andere sich noch in offenen oder geschlossenen Beta-Tests befinden.
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