Ein Player allein reicht nicht aus, um Bewegtbild über mehrere Portale und Apps eines Publishers auszusteuern. Die Inhalte müssen verwaltet und verteilt, passende Videos ausgewählt und monetarisiert werden. Die Digitaltochter der Funke Mediengruppe, Funke Digital, ersetzt dafür nun seine bisherige Inhouse-Lösung durch Target Video und bindet das Münchner Unternehmen zusätzlich als Partner für die Vermarktung ein.
Die mehrjährige Partnerschaft umfasst die Onlineportale von Funke Digital, darunter Der Westen sowie nationale Marken wie Hörzu. Target Video liefert Videoplayer und Video-CMS, Schnittstellen für die bestehenden Content-Management-Systeme sowie SDKs für Apps. Livestreaming und vertikale Video-Feeds gehören ebenfalls dazu.
Für Funke dürfte vor allem die Verteilung über das eigene Markenportfolio relevant sein, denn die Videos lassen sich regelbasiert über mehrere Portale syndizieren. Redaktionen müssen Inhalte damit nicht für jede Marke einzeln einbinden. Aus vorhandenem Videomaterial kann so auf mehreren Angeboten zusätzliches Video-Inventar entstehen.
Technologie und Vermarktung aus einer Hand
Target Video übernimmt zudem eine Rolle in der Monetarisierung. Das eigene Demand-Netzwerk soll die bestehenden Vermarktungswege von Funke ergänzen. Nach Angaben des Anbieters kommen dafür unter anderem ein Video-Adserver, ein integrierter Prebid Server und KI-gestützte Yield Optimization zum Einsatz. Target Video übernimmt die Videovermarktung allerdings nicht exklusiv.
Funke bündelt damit mehrere Aufgaben bei demselben Partner: von Player und CMS über Distribution und App-Anbindung bis zu Teilen der Werbetechnik und Vermarktung. Für den Publisher kann das technische und operative Abstimmungen reduzieren. Target Video sitzt dafür künftig an mehreren Stellen zwischen Videoinhalt, Ausspielung und Monetarisierung.
KI analysiert auch den Videoinhalt
Neu ist außerdem ein Video-Matching-System, das bei Funke derzeit ausgerollt wird. Target Video hatte bereits zuvor automatisiert passende Videos zu Artikeln ausgewählt und dafür hinterlegte Video-Tags genutzt. Die neue Variante analysiert nach Unternehmensangaben zusätzlich den semantischen Kontext eines Artikels und den Inhalt des Videos selbst. Dafür verarbeitet das System die Audiospur per Transkription und untersucht Bilder auf Frame-Ebene. Auf dieser Grundlage wird automatisch ein passendes Video aus dem verfügbaren Bestand ausgewählt. Target Video verspricht sich davon bessere Treffer und weniger redaktionellen Aufwand.
Target Video verbindet Videotechnologie und Vermarktung bereits seit mehreren Jahren. 2023 übernahm das 2014 gegründete Unternehmen die Videoplattform Brid.TV und baute damit seinen eigenen Technologie-Stack rund um Player, CMS und Monetarisierung aus. Die Funke-Partnerschaft führt diese beiden Geschäftsfelder nun innerhalb eines großen deutschen Publisher-Portfolios zusammen.
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