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DISPLAY ADVERTISING

Hilcona testet interaktive Pasta-Ads im Direktvergleich

31. August 2026 (apr)
Bild: Jakub Żerdzicki – Unsplash

Bei interaktiven Display-Ads hängt ein Teil der Wirkung schon davon ab, wie Nutzer:innen überhaupt in das Werbemittel einsteigen. Einen direkten Vergleich dazu liefert eine Sommerkampagne des Lebensmittelherstellers Hilcona. Für seine Frischpasta ließ das Unternehmen fünf interaktive Formate gegeneinander laufen. Geplant wurde die Kampagne von der österreichischen Marketingberatung Mika, technologisch umgesetzt wurden die Werbemittel mit dem Schweizer Adtech-Unternehmen Brame Media Solutions.

Hilcona gehört zur Schweizer Bell Food Group und produziert unter anderem Frischpasta, Mahlzeiten und weitere Convenience-Produkte. Im Mittelpunkt der Kampagne stand die Linie „Originale“, darunter die saisonalen Tortellini. Die Kampagne lief vom 10. Juni bis 12. Juli 2026 in Deutschland.

Brame spielte im Rahmen der Kampagne fünf interaktive Werbemittel im Rotationsbetrieb an dieselbe Zielgruppe aus. Jedes Format kam auf rund 780.000 bis 830.000 Impressions. Zum Einsatz kamen zwei Swipe Cards, ein Swipe-to-Reveal-Video, ein Scratch-Ad und eine This-or-That-Abstimmung. Bei den drei Swipe-Varianten mussten Nutzer:innen wischen, um weitere Inhalte beziehungsweise das Video freizulegen. Beim Scratch-Ad wurde der Inhalt durch eine Wischbewegung nach dem Prinzip eines Rubbelloses sichtbar.

Der Einstieg macht den Unterschied

Die beiden Swipe Cards und das Swipe-to-Reveal-Video erreichten Engagement-Raten zwischen 3,5 und 3,6 Prozent, das Scratch-Ad kam auf 2,2 Prozent. Zwischen stärkstem und schwächstem Werbemittel liegen damit rund 60 Prozent Unterschied – bei vergleichbarer Impression-Zahl, identischer Zielgruppe und demselben Kampagnenzeitraum.

Interessant wird der Vergleich beim anschließenden Schritt auf die Hilcona-Website. Über alle Formate hinweg klickten rund 90 Prozent der Personen weiter, die zuvor aktiv mit dem Werbemittel interagiert hatten. Die Click-Through-Rate (CTR) folgt daher weitgehend der jeweiligen Engagement Rate und das Scratch-Ad lag auch hier mit knapp unter zwei Prozent hinten. Über die gesamte Kampagne erreichten die fünf Werbemittel eine durchschnittliche CTR von 2,83 Prozent.

Die Daten sprechen dafür, dass vor allem die Mechanik darüber entscheidet, ob Nutzer:innen überhaupt mit dem Werbemittel interagieren. Wer bereits aktiv geworden war, klickte bei den unterschiedlichen Formaten ähnlich häufig weiter. Als Engagement wertete Brame ausschließlich bewusste Aktionen wie Tap, Swipe, Scratch-Bewegung oder Abstimmung. Passive Signale wie Hover, Viewability oder ein automatisch gestartetes Video zählen nicht. Der Klick auf die Landingpage ist ein separater, zweiter Schritt.

Abgerechnet wurde die Kampagne nach CPM. Brame garantierte dabei eine CTR von mindestens 1,8 Prozent. Insgesamt registrierte der Adserver 113.569 Click-outs bei 84,9 Prozent Viewability.

Effekt der Gesamtkampagne

Mika übernahm auf Planungsseite die Auswertung der Kampagne. Die von Michael Halbeisen geführte Beratung berichtet außerdem von rund fünfmal so vielen aktiven Nutzerinnen und Nutzern auf der Hilcona-Website wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Grundlage sind GA4-Daten vom 1. Januar bis 20. Juli 2026 im Vergleich mit demselben Zeitraum 2025. Der Wert umfasst allerdings die gesamte, über mehrere Monate und Kanäle laufende Kampagne und lässt sich den Brame-Werbemitteln nicht allein zurechnen. Ähnliches gilt für die genannten knapp zwei Minuten durchschnittliche Interaktionsdauer, die sich auf die Nutzung der Hilcona-Website während des Kampagnenzeitraums bezieht, nicht auf die Beschäftigungsdauer mit dem Werbemittel.

Brame Media Solutions baut sein Geschäft in Deutschland seit Anfang 2026 aus und setzt dabei auf interaktive Display- und Videoformate. Der Hilcona-Case liefert nun einen konkreten Formatvergleich: Wischbasierte Mechaniken brachten mehr Nutzer:innen in die Interaktion als das Scratch-Ad, während sich die Weiterklickrate nach erfolgtem Engagement kaum unterschied.

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