Zielgruppen werden in der Mediaplanung häufig anders definiert, als sie später in den Adtech-Plattformen bei der Aktivierung umgesetzt werden. Zwischen Strategie, Datenabgleich und Kampagnenstart entstehen Reibungsverluste. Teads und Havas Media wollen diese nun in ihrem gemeinsamen Workflow verkleinern.
Teads integriert seine Audience Planning API dafür direkt in die Planungsumgebung von Havas. Mediaplanende können Zielgruppen damit aus dem Agentur-Workflow heraus definieren und anschließend in den hauseigenen Ad Manager von Teads übertragen. Die Integration ist laut Teads ab sofort in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien und den USA live.
Technisch gesehen handelt es sich um eine Schnittstelle zwischen Planung und Aktivierung. Die Zielgruppentaxonomie und die jeweilige Segmentgröße pro Markt werden in die Planungsumgebung der Agentur übertragen. Dort werden passende Segmente einer Zielgruppendefinition zugeordnet, die zuvor im Audience-Building aufgesetzt wurde. Nach Bestätigung fließt die Definition zurück in die Aktivierungsplattform des Anbieters. Hier wird daraus eine benutzerdefinierte Zielgruppe für die Ausspielung über das eigene Inventar hinweg erstellt, also in CTV- und Open-Web-Umfeldern.
Soll zusätzliche Reichweite aufgebaut werden, kann die Zielgruppe anschließend vergrößert werden. Dafür ermittelt Teads mithilfe einer modellbasierten Signalerweiterung weitere passende Merkmale für die Aktivierung. Dabei liegt der Fokus darauf, Übereinstimmungsraten und Adressierbarkeit zu verbessern, ohne die ursprüngliche Zielgruppenabsicht zu stark zu verändern oder auf Third-Party-Cookies zurückzugreifen, heißt es vonseiten des Anbieters.
Weniger Reibung im Agentur-Workflow
Für die Agentur liegt der praktische Nutzen vor allem in der geringeren Übersetzungsarbeit und den erwähnten verringerten Reibungsverlusten. Teads kann sich über eine engere Beziehung zum Agenturnetzwerk freuen. Die Ausspielung erfolgt über das eigene Netzwerk von Teads aus Supply-Partnern und soll laut Unternehmen mehr als 2,5 Milliarden Verbraucher:innen erreichen.
Damit gehen die beiden einen Schritt, der in der jüngsten Vergangenheit schon öfter gegangen wurde. Für Agenturen gewinnt die Übersetzung von Audience Planning in aktivierbare Kampagnen momentan stark an Bedeutung. Je weniger Zielgruppen zwischen Planung und Plattform neu gebaut werden müssen, desto geringer wird das Risiko, dass aus einer strategisch definierten Audience in der Ausspielung eine nur noch grobe Annäherung wird. Planung, Audience-Daten und Briefings rücken damit näher an die Technologien, in denen Kampagnen tatsächlich gebucht und ausgeliefert werden.
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