Programmatic Advertising ist im E-Commerce gang und gäbe, doch kleinere Händler tun sich bei der Umsetzung im Open Web oft schwer. Wer keine eigene Media-Abteilung oder kein Agentur-Setup mitbringt, landet häufig bei großen Plattformen wie Google, Meta oder Amazon, weil sie niedrigere Einstiegshürden versprechen. Eine Self-Service-Plattform des Adtech-Anbieters RTB House soll hier Abhilfe schaffen.
Die Plattform richtet sich an kleine und mittlere E-Commerce-Unternehmen sowie deren Agenturen. Der Anbieter verzichtet nach eigenen Angaben auf Mindestbudgets und langfristige Verträge. Kampagnen sollen sich einfacher aufsetzen und steuern lassen. Damit möchte RTB House eine Alternative zu den Megaplattformen bieten, auf die viele kleinere E-Commerce-Anbieter stark angewiesen sind.
Denn wer Performance-Budgets fast ausschließlich in geschlossene Umgebungen lenkt, erreicht Nutzer zwar effizient, ist aber auf deren Mess- und Optimierungsmodelle angewiesen. Auch die Kontrolle über Signale und Auswertung bleibt dort sehr begrenzt. Programmatic im Open Web kann hier mehr als eine Ergänzung sein, sofern Einstieg und Steuerung einfach genug sind. An dem Punkt feilen die Adtech-Anbieter des offenen Internets seit Jahren.
Programmatic im Self-Service
Im Kern sieht der polnische Adtech-Anbieter die Lösung darin, Teile der programmatischen Kampagnenarbeit stärker zu automatisieren. RTB House verweist dabei auf die eigene Deep-Learning-Technologie, die Nutzerverhalten analysiert und personalisierte Produktanzeigen im Open Web ausspielen soll. Banner und Werbemittel werden automatisch generiert, sodass kleinere Händler weniger Kreativ- und Setup-Aufwand haben.
RTB House positioniert sein Angebot entsprechend als Zugang zu KI-gestützten Performance-Kampagnen außerhalb geschlossener Plattformen. Der Fokus liegt auf dynamischen Produktanzeigen, Retargeting und der Ansprache von Nutzerinnen und Nutzern mit hoher Kaufabsicht. Für KMU kann das relevant sein, wenn sie bestehende E-Commerce-Daten nutzen wollen, aber keine komplexen programmatischen Setups betreiben können.
„Bei knapperen Budgets und fehlenden Ressourcen schafft unsere Self-Service-Plattform Chancengleichheit“, sagt Michael Lamb, Chief Commercial Officer bei RTB House. Die Plattform solle Einrichtung, personalisierte Display Ads, Kampagnenkontrolle und Ergebnisübersicht vereinfachen. Daniel Voloz, Managing Director DACH bei RTB House, verweist zudem auf den deutschen Markt, in dem kleinere und mittlere Unternehmen auf Technologieseite häufig mit Hürden konfrontiert seien.
Automatisierung löst nicht alles
RTB House ist bei weitem nicht der erste Anbieter, der eine Self-Service-Plattform ür Programmatic launcht. An der Entwicklung lässt sich gut ablesen, wohin sich ein Teil des Performance Advertising bewegt. Programmatic soll wie ein direkt buchbarer Kanal funktionieren. Gerade für kleinere Händler kann das den Zugang zum Open Web erleichtern.
Offen bleibt allerdings, wie gut sich automatisierte Self-Service-Kampagnen mit den großen Plattformen vergleichen lassen. Auch bei vereinfachten Workflows bleiben Datenqualität, Produktfeeds, Zielsetzung, Messung und Transparenz entscheidend. Self-Service senkt also die Einstiegshürde, kann jedoch den Unternehmen nicht die Entscheidung abnehmen, welche Rolle das Open Web im Media-Mix kleinerer E-Commerce-Anbieter tatsächlich spielen kann und soll.
EVENT-TIPP ADZINE Live - SPOTLIGHT: Programmatic Innovation am 11. Juni 2026, 11:30 Uhr - 12:30 Uhr
In dieser SPOTLIGHT-Folge nehmen wir aktuelle Innovationen im Programmatic Advertising unter die Lupe. Jetzt anmelden!
Webinare
Tech Partner
Whitepaper
DAS KÖNNTE DICH INTERESSIEREN
-
KI KI-Agenten – Walled-Garden-Power fürs Open Web?
-
ADTECH Warum ein ganzheitliches Adtech-Ökosystem endlich in greifbare Nähe rückt
-
MEDIA Raus aus dem Blindflug: Governance als operative Grundlage im Media-Betrieb
-
PROGRAMMATIC KI trifft auf Fragmentierung: Wie viel Automatisierung verträgt Programmatic?