Das Adtech-Unternehmen Samba TV übernimmt Bestever AI und baut damit seine KI-Strategie aus. Das 2023 gegründete Startup entwickelt generative KI-Anwendungen für Marketing und Werbung. Gründerin und CEO Apoorva Govind wechselt mit ihrem gesamten Team zu Samba und soll dort als Director of Product die KI-Produktstrategie leiten. Einen Kaufpreis nennt die offizielle Mitteilung nicht.
KI-Funktionen für Planung und Kreation
Samba pocht im Rahmen des Deals auf die Bedeutung "agentischer Werbung". Nach Unternehmensangaben soll Bestever AI unter anderem Marken recherchieren, Wettbewerbsstrategien entwickeln und Werbemittel auf Basis von Performance-Signalen generieren können. Allerdings argumentiert das Unternehmen, dass KI-Agenten im Advertising nur dann nützlich seien, wenn sie auf belastbare Daten zugreifen können. Daher will Samba diese Funktionen mit der eigenen Datenbasis verbinden. In der offiziellen Meldung verweist der Anbieter auf seinen Datenpool, bestehend aus 1,5 Milliarden Opt-in-User-Profilen weltweit und 907 Milliarden monatlichen Datensignalen.
Samba ist auf TV-Daten, digitales Targeting und Measurement spezialisiert. Der Anbieter misst und analysiert mithilfe seiner Softwaretechnologie das Nutzungsverhalten von Smart-TV-Zuschauern und stellt auf dieser Basis Zielgruppensegmente für digitale Werbung bereit. Kampagnen können anschließend geräteübergreifend ausgespielt werden. Dazu nutzt Samba unter anderem einen Device Graph, der digitale Geräte mit dem jeweiligen Smart-TV-Haushalt verknüpfen kann. Samba wurde 2008 in San Francisco unter dem Namen Flingo gegründet und 2013 in Samba TV umbenannt. Der Anbieter ist international aktiv und eröffnete 2019 einen Standort in Hamburg.
Daten als Grundlage agentischer Werbung
Bestever AI ergänzt die Ausgangsbasis von Samba um eine generative und stärker operative Komponente. Das ebenfalls in San Francisco ansässige Startup bringt Funktionen ein, die bei der Vorbereitung von Kampagnenstrategien und Werbemitteln ansetzen. Der praktische Ansatz liegt also in der Verbindung von Daten, Planung und Kreation: Samba will eigene Signale aus TV, Streaming, Web und weiteren Medienkanälen nutzen, um Kampagnen schneller vorzubereiten und zu optimieren.
Anhand der Übernahme zeigt sich erneut, dass agentische Werbung stark vom Datenzugang abhängt. Ohne hochwertige Signale bleiben KI-Systeme schnell bei generischen Vorschlägen. Mit eigenen Daten zu Mediennutzung, Zielgruppenverhalten und Performance kann aus KI-gestützter Automatisierung ein stärker datengetriebener Workflow entstehen. Vollständig autonome Kampagnensteuerung lässt sich daraus jedoch natürlich noch nicht ableiten.
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