Teads hat ein Werkzeug zur gemeinsamen Steuerung von Content-Empfehlungen und Werbenachfrage in Publisher-Feeds entwickelt. Dafür arbeitet das Adtech-Unternehmen mit der Sell-Side-Plattform Magnite zusammen. Über Magnite sollen Publisher zusätzliche programmatische Nachfrage in native Platzierungen einbinden können, die vorher häufig nur eingeschränkt zugänglich waren.
Bislang verwalten Publisher redaktionelle Empfehlungen, Native Ads, Direktkampagnen und programmatische Nachfrage vorranig getrennt. Dadurch konkurrieren verschiedene Auslieferungstechnologien um dieselben Flächen im Feed, ohne die jeweilige Session als Ganzes zu bewerten. Teads will diese einzelnen Prozesse nun zusammenführen. Das sogenannte “Engage OS” soll in Echtzeit bewerten, ob an einer bestimmten Position ein redaktioneller Inhalt, eine direkt verkaufte Kampagne oder programmatische Nachfrage sinnvoll ist.
Feed-Flächen werden stärker automatisiert
Für Publisher ist der Ansatz mit Blick auf die Monetarisierung ihrer Feed-Flächen durchaus interessant. Denn Medienhäuser stehen derzeit unter Druck, weil Traffic aus externen Quellen schwieriger planbar wird – Stichwort KI – und Erlösmodelle in der Pflicht stehen, mehr aus den einzelnen Nutzungssituationen herauszuholen. Teads möchte mit der Lösung den Ertrag pro Session optimieren, ohne die Nutzerbindung zu gefährden.
Die zentrale Steuerung bleibt dabei ein sensibler Punkt. Wenn redaktionelle Empfehlungen und Werbung in derselben Oberfläche bewertet werden, entscheidet das System auch darüber, wie stark Erlösinteressen in die Nutzerführung eingreifen. Publisher müssen daher umso mehr nachvollziehen können, warum ein bestimmter Inhalt oder eine bestimmte Anzeige ausgespielt wurde und welche Regeln dabei greifen.
Magnite bringt Programmatic Demand ein
Die konkrete technische Umsetzung liegt in der Magnite-Integration. Publisher sollen über das “Betriebssystem” programmatische Nachfrage über ausgewählte Supply-Side-Plattformen (SSP) einbinden können, die mit dem Prebid-Server kompatibel sind. Dies verspricht mehr Käufern Zugriff auf native Platzierungen und die Verkürzung der Supply-Pfade. Neben programmatischer Nachfrage sollen auch Direktvermarktung und bestehende Sales-House-Kampagnen innerhalb der Platzierungen aktiviert und optimiert werden können.
Für Teads ist dieser Schritt eine Öffnung des eigenen Native- und Feed-Ökosystems. Publisher sollen eigene Nachfragepartner und Direktkampagnen stärker in die Teads-Umgebung einbringen können. Magnite wiederum positioniert sich als technologische Anbindung für zusätzliche Nachfrage in nativen Umfeldern. Engage OS startet mit Publisher-Partnern wie Penske Media Corporation und The Arena Group. Konkrete Erlössteigerungen oder Benchmarks nennt Teads nicht.
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