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ADTECH

Appsflyer soll Milliarden-Investment von Google, Meta, Unity und Moloco bekommen

23. Juni 2026 (apr)
Bild: Alexander Grey – Unsplash

Der Martech-Anbieter und Measurement-Spezialist Appsflyer hat eine Vereinbarung über ein Investment mit Moloco, Google, Meta und Unity geschlossen. Die vier Unternehmen steigen jeweils mit Minderheitsbeteiligungen ein. Zur Höhe des Investments macht Appsflyer in der offiziellen Mitteilung keine Angaben, doch es kursiert bereits eine enorme Zahl im Branchen-Flurfunk.

So berichtet das US-Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf mit der Finanzierung vertraute Quellen von mehr als einer Milliarde US-Dollar. Die Bewertung für Appsflyer liege demnach bei 2,7 Milliarden US-Dollar. Die Startup-Datenbank Crunchbase griff diese Zahl ebenfalls auf, verweist dabei allerdings wiederum auf die Axios-Berichterstattung. Laut Crunchbase stammt die bisher letzte offizielle Finanzierungsrunde aus dem Jahr 2020. Einschließlich des aktuellen Investments kommt Appsflyer demnach seit der Gründung auf 1,3 Milliarden US-Dollar an bekanntem Fremdkapital.

Appsflyer wurde 2011 in Israel gegründet und ist vor allem mit Analyse- und Measurement-Tools für das App-Marketing groß geworden. Inzwischen weitet das Unternehmen seine Attributions- und Messfunktionen über Mobile hinaus aus. Erst kürzlich stellte das Unternehmen eine Measurement-Lösung vor, die Web- und Mobile-Kampagnen auf eine gemeinsame Messbasis bringen soll. Das hat anscheinend auch die Schwergewichte in der Adtech-Branche überzeugt.

Minderheitsbeteiligungen ohne Sonderrechte

Appsflyer betont in der Ankündigung, dass die Investments minderheitlich, nicht kontrollierend und nicht exklusiv sind. Die Investoren erhalten demnach keine bevorzugte Behandlung bei APIs, Messsignalen, Attributionslogik oder kommerziellen Konditionen. Die Kunden des Unternehmens sollen weiterhin selbst kontrollieren, mit welchen Partnern sie arbeiten und welche Daten sie teilen.

Diese Aussage hat Gewicht, weil die Investoren selbst zu den größten Werbeplattformen zählen. Google, Meta, Unity und Moloco haben also ein direktes Interesse daran, wie Kampagnenwirkung gemessen, attribuiert und optimiert wird. Entsprechend hellhörig werden alle anderen Player im Adtech-Kosmos angesichts einer solchen Beteiligung. Appsflyer stellt den Deal jedoch als Bekenntnis zu unabhängiger und neutraler Messung dar.

Messung für agentische Workflows

Das frische Kapital will Appsflyer in die Entwicklung rund um KI-gestützte Werbemessung, Cross-Plattform-Attribution und agentische Workflows stecken. Das Unternehmen argumentiert, dass Werbung stärker automatisiert eingekauft und optimiert wird und dafür unabhängige Signale benötigt. Appsflyer-Chef Oren Kaniel sagt, Messung stehe an einem ähnlichen Punkt wie andere Technologien zuvor: Wettbewerb könne funktionieren, wenn Marktteilnehmer auf eine vertrauenswürdige neutrale Infrastruktur zurückgreifen können.

Das ist der eigentliche Knackpunkt der Finanzierungsrunde. Wenn KI-Systeme künftig stärker darüber entscheiden, welche Budgets wohin fließen und welche Kampagnen optimiert werden, gewinnen Messsignale an Gewicht. Je stärker große Plattformen an einem unabhängigen Messanbieter beteiligt sind, desto genauer wird der Markt allerdings auf Governance, Datenzugang und Neutralität schauen.

Appsflyer arbeitet nach eigenen Angaben für mehr als 15.000 Marken weltweit. Die Transaktion kombiniert laut Ankündigung Liquidität für bestehende Anteilseigner mit langfristiger strategischer Beteiligung neuer Investoren. Weitere strategische Partner können in späteren Closings unter denselben Prinzipien hinzukommen. Der Abschluss steht noch unter den üblichen Bedingungen, einschließlich regulatorischer Freigaben.

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