Aus einem Media-Briefing in natürlicher Sprache soll beim französischen Vermarkter M6 Unlimited künftig ein individuell zusammengestelltes Audio-Werbeangebot entstehen. Smartclip, die Adtech-Schmiede der RTL Group, hat dafür gemeinsam mit der M6-Tochter einen ersten Anwendungsfall der hauseigenen KI-Agentenplattform für Digital Audio entwickelt.
Das funktioniert so: Media-Planer können ihre Kampagnenanforderungen wie Zielgruppe, Budget und KPIs in natürlicher Sprache beschreiben. Ein KI-Agent gleicht diese Vorgaben mit dem verfügbaren Audioinventar von M6 Unlimited ab und identifiziert passende, bereits kuratierte Werbeprodukte. Alternativ erstellt er auf Grundlage der Anforderungen ein individuelles Angebot. Damit will Smartclip die bisher häufig manuelle Übersetzung von Media-Briefings in Buchungsangebote automatisieren.
Von der Audio-Monetarisierung zum KI-gestützten Media-Einkauf
Die technische Grundlage bildet die Smartx-Plattform von Smartclip, über die M6 Unlimited seit diesem Frühjahr sein digitales Audioinventar monetarisiert. Dazu zählen unter anderem die Angebote der französischen Radiosender RTL, RTL2 und Fun Radio. Bei der Anbindung des Inventars hatte Smartclip die Entwicklung zusätzlicher KI-gestützter Funktionen schon angekündigt. „Gemeinsam mit Smartclip erkunden wir, wie wir unser Premium-Audio-Inventar mit Agentic AI zugänglicher für Media Buyer machen können“, sagt Tristan Lemoîne, Deputy Managing Director von M6 Unlimited.
Die Agentenplattform Sidekicks stellte Smartclip bereits im Sommer 2025 vor. Zum Jahresende folgten erste Kundentests mit KI-Agenten, die unter anderem Planungsprozesse, Datenanalysen und wiederkehrende Aufgaben unterstützen. Mit M6 Unlimited demonstriert Smartclip nun einen konkreten Anwendungsfall für die Entwicklung im Digital-Audio-Geschäft.
Der daraus entstehende Workflow kann laut eigener Aussage auch weitere Schritte wie Preisprüfung, Kampagnenbuchung und Reporting unterstützen. Forecasting steht noch auf der Entwicklungsagenda. Für 2027 planen die Partner außerdem Pre-Booking-Funktionen für kleinere Agenturen sowie die direkte Kommunikation zwischen Einkaufs- und Verkaufsagenten über das Ad Context Protocol (AdCP). Damit könnten in Zukunft auch die Abstimmung von Kampagnenanforderungen und die Auswahl geeigneter Werbeumfelder zwischen KI-Agenten erfolgen.
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