Zielgruppenplanung und -aktivierung sind im digitalen Mediaeinkauf für gewöhnlich zwei voneinander getrennte Schritte. In der Strategiephase werden Zielgruppen definiert, später müssen sie in Audiences übersetzt und über unterschiedliche Plattformen, Screens und Einkaufswege hinweg erreicht werden. Das Adtech-Unternehmen Ogury will diese Lücke nun mit einer agentenbasierten Lösung schmälern. Der Anbieter startet ein Tool, das Kampagnenbriefings in Persona-basierte Mediastrategien verwandelt und die Zielgruppen anschließend aktivierbar macht.
Das sogenannte "Sona" ist in der hauseigenen Plattform Ogury One verortet, soll aber darüber hinaus auch in bestehenden KI-Umgebungen der Kunden genutzt werden können. Aus einem Briefing über eine Chat-Oberfläche leitet die Lösung kombinierbare Personas ab. Die Anwender:innen erhalten laut eigener Aussage Einblicke in Verhaltensweisen und Präferenzen der Nutzer:innen sowie die geografischen Signale, auf denen die Empfehlungen basieren. Anschließend identifiziert das KI-Werkzeug passende Publisher-Umfelder und Werbeformate, erstellt Empfehlungen für die Mediastrategie und ergänzt diese um prognostizierte Reichweiten sowie erwartete Ergebnisse.
Vom Briefing zur Aktivierung
Der Ansatz baut auf Ogurys “Persona-Intelligence-Modell auf”. Dabei werden Zielgruppen als Gruppen mit gemeinsamen Merkmalen, Interessen und Kaufabsichten beschrieben. Die Grundlage bilden laut Unternehmen beobachtete Verhaltensdaten, freiwillig angegebene Informationen, Kaufsignale aus realen Transaktionen sowie weitere Kontext- und Kampagnensignale. Daraus entstehen Personas, die anschließend für Mediastrategie und Aktivierung genutzt werden können.
Ogury arbeitet bereits seit einiger Zeit daran, diesen Ansatz stärker in Planungs- und Aktivierungsprozesse einzubinden. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen mit Ogury One eine eigene Plattform vorgestellt, über die Werbetreibende Zielgruppen definieren, Personas auswählen und Kampagnen direkt oder über externe Kampagnenmanager beziehungsweise Demand-Side-Plattformen (DSP) starten können. Später integrierte die Omnicom-Tochter Annalect die Schnittstelle der Ogury-Plattform in eigene Audience-Lösungen. Zielgruppen aus der Agenturinfrastruktur lassen sich dort in Personas übersetzen und anschließend in DSPs aktivieren. Anfang 2026 übertrug Ogury das Persona-Targeting zudem auf den Kanal Connected TV (CTV). Nun folgt eine agentische Ebene.
Anschluss an externe KI-Umgebungen via MCP
Neben der Nutzung in der eigenen Plattform soll Sona auch über kompatible KI-Tools in bestehende Workflows eingebunden werden können. Dafür nutzt Ogury das Model Context Protocol (MCP). Das Protokoll ermöglicht es Anwendungen wie Gemini, Claude oder ChatGPT, mit externen Systemen und Datenquellen zu interagieren. Kunden sollen dadurch in ihrer gewohnten Arbeitsumgebung bleiben und dennoch auf Ogury-Daten und -Funktionen zugreifen können.
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