Criteo ist verhalten ins Geschäftsjahr 2026 gestartet. Der Adtech-und Retail-Media-Anbieter musste im ersten Quartal rückläufige Umsätze und Gewinne verbuchen und senkt nun seine Jahresprognose. Belastet wird das Geschäft insbesondere durch Veränderungen bei zwei großen Retail-Media-Kunden sowie ein schwächeres Marktumfeld im Performance-Marketing.
Der Umsatz sank im ersten Quartal um sechs Prozent auf 425 Millionen US-Dollar. Das für Criteo zentrale Contribution ex-TAC – also der Umsatz abzüglich Traffic-Akquisitionskosten – ging um fünf Prozent auf 250 Millionen Dollar zurück. Währungsbereinigt lag das Minus jeweils bei neun Prozent.
Besonders stark traf es das Retail-Media-Geschäft. Hier brachen Umsatz und Contribution ex-TAC jeweils um 31 Prozent ein. Hintergrund sind laut Unternehmen bereits angekündigte „Scope Changes“ bei zwei großen Kunden. Ohne diesen Effekt wäre das zugrunde liegende Retail-Media-Geschäft laut Criteo allerdings um 24 Prozent gewachsen.
Stabiler entwickelte sich dagegen das Performance-Media-Segment. Zwar sank der Umsatz hier leicht um zwei Prozent, das Contribution ex-TAC legte jedoch nominal um zwei Prozent zu. Positiv hebt Criteo dabei die Entwicklung seines SSP-Geschäfts sowie Verbesserungen im Bereich Adtech-Services hervor.
Unter dem Strich fiel der Nettogewinn allerdings deutlich schwächer aus. Der Gewinn sank von 40 Millionen Dollar im Vorjahresquartal auf nur noch neun Millionen Dollar. Auch das Adjusted EBITDA ging von 92 auf 65 Millionen Dollar zurück. Gleichzeitig stiegen die operativen Kosten um zwölf Prozent, was Criteo mit geplanten Wachstumsinvestitionen begründet.
Für das Gesamtjahr zeigt sich das Unternehmen vorsichtiger. Criteo erwartet nun einen währungsbereinigten Rückgang des Contribution ex-TAC im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Als Unsicherheitsfaktoren nennt CFO Sarah Glickman geopolitische Spannungen im Nahen Osten sowie zurückhaltendere Werbebudgets großer US-Performance-Kunden.
Finanziell bleibt Criteo dennoch solide aufgestellt. Zum Ende des Quartals verfügte das Unternehmen über rund 371 Millionen Dollar an liquiden Mitteln und Wertpapieren sowie insgesamt knapp 889 Millionen Dollar verfügbarer Liquidität inklusive Kreditlinien.
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