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Stagwell rückt mit Freestar-Übernahme näher an die Sell-Side

29. Oktober 2026 (apr)
Bild: Tomasz Zajda – Adobe Stock Bild: Tomasz Zajda – Adobe Stock

Agenturen versuchen seit Jahren, ihre Wege zum Inventar zu verkürzen und näher an Publisherdaten heranzukommen. Die US-amerikanische Agenturgruppe Stagwell geht nun einen solchen Schritt und übernimmt Freestar, eine Monetarisierungsplattform für Publisher. Stagwell erhält damit Zugriff auf Technologie und Daten eines Netzwerks mit mehr als 1.000 Publishern. Freestar selbst soll unter dem neuen Eigentümer weitgehend eigenständig weiterarbeiten. Die Übernahme ist bereits abgeschlossen, ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Freestar wurde 2015 in Arizona gegründet und hat seinen Hauptsitz heute in Scottsdale. Stagwell übernimmt nicht die Publisher des Netzwerks selbst, sondern Freestars Technologie, Services und bestehende Kundenbeziehungen, erklärt Ben Berentson, CEO des Bereichs Owned Media bei Stagwell, gegenüber dem Ad Exchanger. Zum Netzwerk gehören unter anderem Fortune, Boston Globe Media und Enthusiast Gaming. Nach eigenen Angaben verarbeitet Freestar knapp eine Milliarde Ad Requests täglich.

Daten für Curation und Agenten

Für Stagwell ist die Übernahme wegen des direkteren Zugangs zu Inventar und Audience-Daten interessant. Der Konzern will damit unter anderem seine Audience-Intelligenz ausbauen und Supply-Pfade verkürzen. Freestar soll zudem mit Stagwells „AI Media Machine“ verbunden werden, die agentische Entscheidungen im Mediaeinkauf unterstützt.

Im Ad Exchanger nennt Stagwell weitere Einsatzfelder. So soll das Freestar-Netzwerk für Audience Extension genutzt werden und die eigene Media-Strategie unterstützen. Auch die Curation von Zielgruppen über verschiedene Publisher hinweg soll von den zusätzlichen Daten profitieren. Damit rückt die Agenturgruppe technisch und datenmäßig näher an die Sell-Side. Beratung und Mediaeinkauf auf der einen Seite treffen auf Publisher-Monetarisierung und Supply-Daten auf der anderen.

Freestar soll eigenständig bleiben

Für Publisher soll sich nach Angaben der Unternehmen zunächst wenig ändern. Freestar will unter eigenem Namen mit bestehender Führung, Belegschaft und bisherigen Angeboten weiterarbeiten. Stagwell erklärt zudem, nicht in die Beziehungen des Unternehmens zu Demand- (DSP), Supply-Side-Plattformen (SSP) oder anderen Adtech-Anbietern eingreifen zu wollen. Ob Freestar-Inventar in einer Kampagne eingesetzt wird, soll weiterhin beim jeweiligen Werbetreibenden liegen.

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