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CONNECTED TV

Samsungs Homescreen wird programmatisch buchbar

18. Juni 2026 (apr)
Bild: Jonas Leupe – Unsplash

Die programmatische Infrastruktur rund um den Smart-TV-Homescreen wird ausgebaut. Künftig macht Samsung Ads Werbeflächen auf den Startbildschirmen seiner Fernseher weltweit über The Trade Desk und Google Display & Video 360 verfügbar. Die technologische Grundlage bildet der Adserver von Magnite. Der Rollout soll im dritten Quartal 2026 beginnen.

Damit öffnet Samsung Ads eine prominente Fläche im Connected TV (CTV) für automatisierte Buchungsprozesse. Die nativen Platzierungen erscheinen auf dem Startbildschirm, also in dem Moment, in dem Zuschauende den Fernseher einschalten und Inhalte oder Apps auswählen. Die potenzielle Reichweite kann sich sehen lassen: Samsung erreicht mehr als 70 Millionen adressierbare TVs in Europa. Ob das mit der programmatischen Reichweite gleichzusetzen ist, bleibt jedoch zunächst unklar. Eine entsprechende Anfrage von ADZINE ist gestellt.

Zugriff über etablierte DSPs

Die Buchung soll zunächst über die beiden Dickschiffe auf der Buy-Side, The Trade Desk und Google DV360, möglich werden. Damit dockt Samsung Ads das Homescreen-Inventar an Plattformen an, die viele Agenturen und Marken bereits für ihre programmatische Mediaplanung nutzen. Auf der Sell-Side kommt Springserve von Magnite als Adserver zum Einsatz. Weitere Plattformpartnerschaften sollen folgen.

Für Samsung Ads ist der Schritt naheliegend. Der Homescreen ist eine Fläche, die im eigenen TV-Betriebssystem sitzt und dem Anbieter direkt gehört. Die Öffnung für Programmatic vergrößert die adressierbare Nachfrage, ohne dass Werbetreibende neue Prozesse für den Einkauf aufsetzen müssen. Für Agenturen wird das Inventar wiederum leichter in bestehende Planungs- und Einkaufsabläufe integrierbar.

Prominente Fläche mit Kontrollbedarf

Das Branchenmedium Adexchanger ordnet Homescreen-Werbung als einen der letzten Bereiche im CTV-Markt ein, die bislang stark direkt vermarktet wurden. Das hat auch mit der besonderen Position dieser Fläche zu tun. Der Startbildschirm ist der erste Kontaktpunkt im TV-Erlebnis und damit für Gerätehersteller besonders wertvoll. Zugleich steigt der Kontrollbedarf, wenn solche Platzierungen programmatisch geöffnet werden. Unpassende Motive oder sensible Kategorien können auf dieser Fläche stärker auffallen als in einem klassischen Werbeblock.

Samsung will dafür laut Adexchanger auf KI-gestützte Filter, manuelle Prüfungen und Brand-Safety-Strukturen bei den beteiligten Plattformen setzen. Zudem fehlen für Homescreen-Werbung bislang einheitliche technische Standards. Die Messung und Vergleichbarkeit solcher Platzierungen dürfte deshalb wichtiger werden, wenn das Inventar breiter programmatisch buchbar wird.

Betriebssysteme öffnen ihre Startflächen

Samsung steht nicht allein auf weiter Flur. CTV-Homescreen-Inventar bildet generell eine neue Angebotskategorie in Programmatic. Bereits im Mai hatten Titan OS und Equativ eine programmatische Werbelösung für CTV-Homescreens in Europa und Lateinamerika vorgestellt. Auch dort geht es um Inventar, das vor dem Start von Streaming-Inhalten sichtbar wird. Zu den Formaten zählen unter anderem Full-Screen-Videoanzeigen, außerdem sollen sich die Platzierungen mit First-Party-Daten von Titan OS kombinieren lassen. Das Betriebssystem erreicht nach eigenen Angaben inzwischen 30 Millionen Haushalte in Europa und ist unter anderem auf CTVs von Philips verfügbar.

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