KI

Criteo und Dentsu erproben KI-basierte Orchestrierung von Videokampagnen

15. Mai 2026 (jh)
Bild: Andrea de Santis - Unsplash

Das Adtech-Unternehmen Criteo und die Agenturgruppe Dentsu haben eine nach eigenen Angaben erstmals vollständig durch einen KI-Agenten orchestrierte Videokampagne umgesetzt. Die Aktivierung basiert auf dem sogenannten Model Context Protocol (MCP) von Criteo und wurde in Zusammenarbeit mit Dentsu Frankreich realisiert. Laut den beteiligten Unternehmen markiert die Kampagne einen Entwicklungsschritt hin zu sogenanntem “agentic advertising”. Dabei übernehmen KI-Agenten zentrale Aufgaben entlang der Media-Wertschöpfungskette, darunter Planung, Aktivierung und Optimierung.

Im vorliegenden Fall beauftragte eine nicht näher benannte Marke Dentsu mit der Entwicklung eines Videomediaplans mit Fokus auf kurze Formate. Ziel war es, sowohl Sichtbarkeit zu maximieren als auch messbare Ergebnisse zu erzielen. Die Kampagne wurde über die Plattform von Criteo umgesetzt und auf Completed Views optimiert, um tatsächliche Videoaufrufe sicherzustellen.

Die operative Umsetzung erfolgte nicht über klassische Benutzeroberflächen. Stattdessen nutzte das Dentsu-Team einen Trading-Agenten innerhalb der Plattform Dentsu.Connect. Die Kampagnenparameter wie Ziele, Budget, Laufzeit, Formate und Zielgruppen wurden in natürlicher Sprache formuliert. Der Agent, angebunden an das MCP von Criteo, übersetzte diese Angaben in konkrete Maßnahmen innerhalb des Criteo-Ökosystems. Die Kampagne wurde vollständig innerhalb eines dialogbasierten Interfaces konfiguriert, unterstützt durch API-basierte Prozesse im Hintergrund.

Das Model Context Protocol stellt laut Criteo eine neue Infrastrukturkomponente dar, die es Werbetreibenden und Agenturen ermöglicht, Kampagnen direkt aus KI-Umgebungen heraus zu steuern. Dabei können Large Language Models eingesetzt werden, um Kampagnen in Echtzeit zu erstellen, zu verwalten und zu optimieren. Grundlage sind unter anderem Signale wie Nachfrageentwicklungen, Kaufmuster und Produktperformance.

Die Unternehmen sehen in diesem Ansatz Effizienzgewinne und eine veränderte Arbeitsweise. Kampagnen können mit wenigen Eingaben gestartet werden, während operative Prozesse automatisiert ablaufen. Gleichzeitig sollen sich Teams stärker auf strategische Aufgaben konzentrieren können.

Auf Seiten von Criteo wird die Entwicklung als strategischer Schritt eingeordnet. Grégoire Bruni, Director Global Agency bei Criteo, sagt dazu: “Mit dieser gemeinsam mit dentsu über MCP orchestrierten Kampagne entwickeln wir KI vom Optimierer zum Orchestrator des gesamten Media-Workflows weiter. Durch frühe Investitionen in MCP stärken wir unseren Anspruch, Criteo als Commerce-Intelligence- und Infrastrukturschicht zu etablieren, die KI-Agenten mit den Geschäftszielen unserer Kunden verbindet.”

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