DISPLAY ADVERTISING

Coalition for Better Ads: BVDW und OWM fordern europäischen Ableger

25. Oktober 2017 (ft)
Bild: Lusign - pixabay.com

Die führenden deutschen Verbände der digitalen Werbewirtschaft BVDW und OWM zeigen sich besorgt über einen offenen Brief von drei amerikanischen Werbeverbänden. Darin wird ein zentrales „Better Ads Experience Program“ auf Basis der Arbeit der Coalition for Better Ads vorgeschlagen. BVDW und OWM sehen deutsche und europäische Interessen nicht genug vertreten und machen einen Gegenvorschlag.

Die Coalition for Better Ads ist ein Zusammenschluss aus Verbänden und Unternehmen der digitalen Werbeindustrie, die sich als Ziel gesetzt haben, auf Basis von Nutzerbefragungen störende und aufdringliche Online-Werbeformate aus der Auslieferung auszuschließen. Erst Anfang 2017 hat der Zusammenschluss eine Liste aus zwölf Werbeformaten veröffentlicht, die zu den sogenannten „Bad Ads“ gezählt werden.

Nun haben die drei US-amerikanischen Verbände 4 A's, ANA und IAB US in einem offenen Brief zur Schaffung eines „Better Ads Experience Program“ als zentrales Steuerungsgremium aufgerufen.

BVDW und OWM äußern Kritik an dieser Forderung, da das Gremium indirekt als Gatekeeper für Online-Werbeformate weltweit agieren soll, indem es eine zentral gesteuerte Zertifizierung und Kontrolle als Schutz für browserbasiertes Filtern von Werbung einrichtet. Nach Verständnis der deutschen Verbände sollte der europäische Werbemarkt, genauso wenig wie jeder andere regionale Werbemarkt auf der Welt, nicht von den USA aus gesteuert werden. Den Vorstoß in Form einer aus den USA gesteuerten kostenpflichtigen Zertifizierung lehnen die deutschen Partner der Coalition for Better Ads ab.

Bei der Ausgestaltung der Koalition werden die Belange und Anforderungen des deutschen beziehungsweise der europäischen Märkte zu wenig beachtet. Europas Regionen unterscheiden sich kulturell und damit in ihrer Wahrnehmung und ihrem Empfinden gegenüber Werbung wesentlich voneinander. Diese Unterschiede müssen berücksichtigt werden.

(Thomas Duhr, Vizepräsident BVDW)

Sie weisen zudem darauf hin, dass digitale Werbemärkte regionale und auch lokale Besonderheiten haben, die bei der Einführung von Zertifizierungen zwingend zu berücksichtigen sind. Dies betreffe sowohl die lokal durchzuführenden Marktforschungen, als auch die Adaption von Werbeformaten und browserbasierten Filterfunktionen für die jeweiligen regionalen Besonderheiten.

European Chapter vorgeschlagen

Um die Performance und den Output, insbesondere aber die Akzeptanz und die Kommunikation der CfBA in Europa nachhaltig zu verbessern, schlagen BVDW und OWM die Einrichtung eines „European Chapter“ der Coalition for Better Ads vor. Diese Forderung impliziert die Bündelung regionaler Expertise, die Implementierung unabhängiger Entscheidungsprozesse und das Aufsetzen eines eigenständigen Budgets.