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Zeitungs-Apps: Kombiangebote könnten funktionieren

30. September 2011 (jvr)

Über 80 Prozent der Tablet Nutzer sind an einem Kombiangebot von gedruckter Ausgabe und App der Zeitung interessiert. Zudem sind iPad User eher bereit für Zeitungs-Apps zu zahlen als Nutzer anderer Tablet-Geräte. Das ergab eine Studie des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) in Kooperation mit der dpa Tochter dpa-infocom.

Besonders iPad-User setzen auf Zeitungs-Apps: 52 Prozent der 3.290 befragten Personen lesen täglich oder zumindest fast täglich digitale App-Ausgaben. Bei den zukünftigen Tablet-Besitzern stehen Zeitungs-Apps hoch im Kurs. 64 Prozent geben an, sich sehr dafür interessieren. Keine andere App-Kategorie erhält so viel Zuspruch. Weiteres Ergebnis der Untersuchung: Etwas mehr als die Hälfte der Berfragten sehen Zeitungs-Apps eher als Ergänzung denn als Alternative zur gedruckten Zeitung (55 Prozent bestätigen diese Aussage).

"Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Nutzer ein großes Interesse an qualitativ hochwertigen Zeitungsangeboten auf den mobilen Endgeräten haben", unterstreicht Hans-Joachim Fuhrmann, Mitglied der BDZV-Geschäftsleitung. Und für diese Angebote seien sie auch bereit, Geld auszugeben, im Schnitt acht bis neun Euro im Monat. Fast jeder zweite iPhone-Besitzer gab an, für journalistische Inhalte auf seinem Gerät zu bezahlen. Bei den iPad-Besitzern liegt die Bereitschaft noch deutlich höher (81 Prozent).

"Hier wächst ein neuer attraktiver Markt für Verlage heran. Zeitungen sind gut beraten, sich zu positionieren und Erfahrungen zu sammeln", betont Meinolf Ellers, Geschäftsführer der dpa-infocom. Darüber hinaus zeigte die Studie, dass Nutzer anderer Endgeräte –  zum Beispiel mit Android-Betriebssystem – generell weniger bereit seien, für Apps zu bezahlen. Die Zahlungsbereitschaft liegt dort bei den Smartphone-Besitzern bei 32 Prozent und den Tablet-Besitzern bei 46 Prozent.

Schwieriger Start für App-Only Zeitung 'The Daily'

Ein Blick in die USA zeigt, dass reine Zeitungs-Apps wie beispielsweise The Daily derzeit Schwierigkeiten haben, genügend zahlende Leser zu gewinnen. Rupert Murdochs News Corporation startete im Februar The Daily als reine iPad-Zeitung für 0,99 US-Dollar pro Woche beziehungsweise 39,99 US Dollar im Jahr. Laut einer Meldung des Nachrichendienstes Bloomberg konnte The Daily die Erwartungen des Verlages nicht erfüllen. Derzeit habe The Daily etwa 120.000 Leser pro Woche. Um aber kostendeckend zu arbeiten, bräuchte der Verlag mindestens 500.000 zahlende Abonnenten.