Die Quartalszahlen von The Trade Desk sorgen an der Börse für Ernüchterung. Der DSP-Anbieter steigerte seinen Umsatz im ersten Quartal 2026 zwar um 12 Prozent auf 689 Millionen US-Dollar, blieb damit aber deutlich hinter den Wachstumsraten vergangener Jahre zurück. Anleger reagierten nervös: Die Aktie verlor nachbörslich rund 15 Prozent.
Besonders kritisch bewerten Analysten die weitere Abschwächung des Wachstums. Für das zweite Quartal stellt The Trade Desk lediglich ein Umsatzplus von acht Prozent auf rund 750 Millionen Dollar in Aussicht. Noch vor wenigen Quartalen hatte das Unternehmen regelmäßig Zuwächse von 20 bis 30 Prozent erzielt.
Wettbewerb erhöht Druck
Als zentrale Belastungsfaktoren gelten laut Analysten zunehmender Wettbewerbsdruck sowie Unsicherheiten auf Werbekundenseite, gerade in den letzten Wochen gab es öffentliche Diskussionen mit Kunden über Transparenzthemen. Auch die wachsende Bedeutung der Amazon DSP wird zunehmend als Risiko für The Trade Desk gesehen. Amazon profitiere zunehmend von seiner geschlossenen Commerce- und Retail-Media-Infrastruktur. Weiteren Druck lösen auch derzeit kleinere preisgünstigere Anbieter im DSP Segment aus.
CTV bleibt wichtigster Wachstumstreiber
Trotz der schwächeren Dynamik bleibt Connected TV der wichtigste Umsatzmotor des Unternehmens. Branchenbeobachtern zufolge entfallen inzwischen rund 50 bis 52 Prozent des Geschäfts von The Trade Desk auf CTV-Werbung. Mobile macht demnach etwa ein Viertel bis ein Drittel des Umsatzes aus, klassische Displaywerbung liegt nur noch bei rund 11 bis 15 Prozent. Audio spielt mit etwa sechs Prozent weiterhin eine vergleichsweise kleine Rolle.
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