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DATA & TARGETING

CMP-Anbieter rüsten App-Publisher für Apples ATT

26. April 2021 (apr)
Bild: Ales Nesetril – Unsplash

Ab heute gilt die App Tracking Transparency (ATT) von Apple. App-Betreiber müssen nun in iOS-Umgebungen vorab den expliziten Consent der User einholen, um sie tracken oder deren Advertising-ID nutzen zu dürfen – und zwar nach einem von Apple vorgegebenen Schema. App-Publisher befürchten sinkende Einwilligungsraten, was weniger Chancen zur Monetarisierung ihrer Nutzer mit sich bringt, während sich Advertiser auf Datenschwund für ihr Targeting einstellen. Doch die Consent-Management-Plattformen (CMP) haben sich auf diesen Tag vorbereitet und belassen es nicht bei der standardisierten Abfrage, die Apple vorgibt.

Vor knapp einem Jahr hat Apple seine ATT-Pläne zum ersten Mal vorgestellt, das Rollout der Funktion kurz darauf verschoben und nun mit dem Update auf iOS 14.5 zusammengelegt. Konkret bedeutet ATT, dass iPad- und iPhone-User ab heute von jeder einzelnen App, die Nutzerbewegungen erfassen oder auf die IDFA zugreifen möchte, im Voraus eine Nachricht bekommen. Dort können sie ihre Einwilligung für das Tracking erteilen oder eben nicht. Für diesen Vorgang stellt Apple ein Framework bereit, das die Abfrage auf Systemebene realisiert und relativ wenig Spielraum lässt, denn App-Publisher können nur einen kleinen Teil der Nachricht mit limitierter Zeichenzahl verändern (siehe Grafik:” Your data will be used to deliver personalized ads to you”).

Pre- und Post-Messages

Bild: Sourcepoint Erik Junge, Sourcepoint

In wenigen Worten zu erklären, wofür Apps Tracking einsetzen und vor allem, was der User davon hat, scheint nahezu unmöglich. Doch CMPs tun dies seit dem Start der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) regelmäßig und geben App-Publishern auch in iOS-Umgebungen einen technischen Hebel an die Hand. “Mit unserer Plattform können ‘Pre-Messages’ versendet werden, die dem Nutzer erklären, welche Vorteile er dadurch hat”, erklärt Erik Junge, Global Sales and Customer Success beim CMP-Anbieter Sourcepoint. “Wir können auch eine ‘Post-Message’ anzeigen, wenn der Nutzer das Tracking ablehnt, und ihn direkt zu den Einstellungen seines Telefons leiten, wo er das Tracking für diese App aktivieren kann.” So könnte der Nutzer seine Entscheidung vielleicht nochmals überdenken und die Datenschutzeinstellungen entsprechend ändern. “Die ATT-Nachricht kann an jedem beliebigen Punkt der User Journey ausgelöst werden, muss aber gemäß den App-Store-Bestimmungen natürlich vor der Durchführung von ‘Tracking’, oder dem Zugriff auf die IDFA, erfolgen”, erklärt Junge.

Mit Apples ATT entstehen über verschiedene Systemwelten hinweg gelegentlich Unstimmigkeiten, denn Opt-ins und Opt-outs der User sind nicht immer schlüssig. So kann es beispielsweise vorkommen, dass ein Nutzer in einer CMP-Nachricht auf “Alles ablehnen” klickt, in der ATT-Nachricht aber wiederum die Nachverfolgung akzeptiert. Daher sollten die Signale, die aus der iOS-Welt kommen, am besten mit anderen Branchen-Frameworks wie dem TCF 2.0 verknüpft werden. “Es gibt verschiedene Szenarien, in denen die ATT-Auswahl und die CMP-Auswahl einander widersprechen können”, so Junge. “Deshalb muss der Publisher verschiedene Szenarien testen, um zu ermitteln, welche Vorgehensweise am besten funktioniert.” Einige Publisher schicken etwa direkt beim App-Download alle Nachrichten, da hier die Toleranzschwelle aus Gewohnheit entsprechend niedrig ist.

Bild: Didomi Stefan Santer, Didomi

Stefan Santer, Account Executive vom CMP-Anbieter Didomi, glaubt ebenso wie Junge an A/B-Testing und daran, die nötigen Tools für ATT in der Hinterhand zu haben: “Zur Überwachung und Optimierung von Opt-in-Raten, die über unsere Plattform laufen, stellen wir fortschrittliche Analysetools samt A/B-Testing-Möglichkeiten zur Verfügung. Sollte es Use Cases geben, die für Publisher relevant sind und die wir noch nicht standardmäßig mit unserer Plattform supporten, haben wir ein starkes technisches Support-Team aus Spezialisten für Apple iOS, die bei Bedarf auch customized Lösungen entwickeln können.”

Die kommende Zeit wird zeigen, welche Herangehensweise für App-Publisher die richtige ist. Die CMP-Anbieter sehen sich jedenfalls gut aufgestellt für ATT.

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