ANALYTICS

Tracking Domains als Mittel gegen Ad- und Tracking-Blocker

Von Christian Sauer, 24. Oktober 2018
Bild: profit_image, Adobe Stock

Mit circa 10 Prozent Marktanteil zählt Mozilla Firefox laut StatCounter zu dem derzeit drittbeliebtesten Webbrowser weltweit (Stand: Oktober 2018). Vor kurzem verkündete der unabhängige Anbieter eine Privatsphäre-Offensive für seine kommenden Browser-Versionen. Seit dem 23. Oktober ist nun Version 63 von Firefox zum Download verfügbar. Eine der Hauptneuerungen: Tracker, die das Laden von Webseiten verlangsamen, werden kategorisch geblockt. Zudem soll ab dem Frühjahr 2019, mit der Einführung von Firefox 65, Cross-Site-Tracking durch Third Party-Cookies unterbunden werden.

Somit ergreift Firefox ähnliche Maßnahmen wie der Konkurrenz-Browser Safari. Für die Endnutzer sind dies effektive Maßnahmen, um ihr Sicherheits- und Privatsphäregefühl im Internet zu stärken. Doch für Werbetreibende und Marketers bedeuten diese Änderungen vor allem eins: Eine negative Beeinflussung ihrer wertvollen Arbeitsgrundlage, der Daten.

Denn Browser- und Ad-Blocker erkennen Tracking anhand von auf Webseiten implementierten Dateinamen, die Titel von Analytics-Tools wie Webtrekk oder damit zusammenhängenden Schlagwörtern beinhalten. Sobald Werbung bzw. Tracking identifiziert worden ist, werden alle damit verbundenen Aktivitäten blockiert. Dies hat für Unternehmen einen gravierenden Datenverlust zur Folge. Dadurch, dass nur ein Teil der Webseiten-Visits verzeichnet werden kann, findet eine Verzerrung der KPIs statt. Durch niedrigere Visitorzahlen verlieren Werbeplätze auf Webseiten an Wert. Marketers können zudem keine validen Aussagen über den Erfolg ihrer geschalteten Kampagnen treffen. Um trotz aller Entwicklungen weiterhin Werbung und Marketing auf höchstem Niveau betreiben zu können, muss also eine Alternative zum herkömmlichen Tracking geschaffen werden.

Die Lösung heißt: eigene Tracking Domains

Unternehmen, die Tracking Domains einsetzen, benutzen die eigene Domain für die Datenübertragung. Indem eine Sub-Domain für die eigene Webseite eingerichtet wird (zum Beispiel image.exampleshop.de für exampleshop.de) wird sichergestellt, dass Informationen nur innerhalb des Webseitenkosmos erhoben werden. Damit können diese Daten nicht für Marketingzwecke zweckentfremdet werden. Darauf reagieren weder Browser- noch Ad-Blocker, sodass sich Werbetreibende und Marketers aussagekräftigen Kennzahlen und somit einer hohen Datenqualität gewiss sein können. Für Publisher bedeutet das Aushebeln von Blockern einen Anstieg der verzeichneten Visitorzahlen, was einen höheren Preis für die auf ihrer Webseite geschalteten Werbung impliziert. Auch für den E-Commerce ist eine hohe Datenqualität elementar, damit die tatsächlichen erlangten Einkaufsummen ihrer Kunden mit den Prognosen ihrer Tracking-Lösungen übereinstimmen.

Eigene Tracking Domains schützen die Analytics-Ansätze von Unternehmen somit vor sich stetig wandelnden Privatsphäre-Regulierungen der Webbrowser-Betreiber. Sie haben stets die volle Kontrolle über ihre Analytics-Infrastruktur und eine Garantie für eine anhaltende Datenqualität – sowohl in der Gegenwart als auch in der Zukunft.

Mehr zum neuen Firefox und der eingebauten Tracking Sperre lesen Sie auf ADZINE hier.

Christian Sauer / Webtrekk Über den Autor/die Autorin:

Christian Sauer studierte an der Universität St. Gallen und sammelte in Mexiko, USA und in der Schweiz Erfahrungen im Bereich Banking und Consulting. Im Jahr 2000 gründete er mit Partnern die KinderCampus AG, wo er bis 2002 im Vorstand beschäftigt war. Mit Blick auf die national wie international immer weiter fortschreitende digitale Transformation gründete Christian Sauer 2004 die Webtrekk Group GmbH. Mit über 130 Mitarbeitern und Niederlassungen in Italien, Spanien und den Niederlanden zählt Webtrekk zu einem der führenden Customer Analytics-Unternehmen weltweit. 2018 launchte Christian Sauer zudem die gemeinnützige Plattform ilovemy.eu, welche die Produktion von Europa-bejahenden Videos für Social-Media-Kanäle unterstützt.