ADTECH

Sourcepoint erhält Datenschutz-Gütesiegel

27. April 2017 (ft)
Bild: ePrivacy GmbH / ePrivacyseal EU

Der Adtech-Anbieter Sourcepoint hat das Gütesigel der ePrivacy GmbH erhalten. Damit wird die Einhaltung des Kriterienkatalogs ePrivacyseal EU, der die Vorgaben des EU-Datenschutzrechts umfasst, bestätigt. Neben der EU-Datenschutzrichtlinie werden bereits die Grundsätze der neuen EU-Datenschutzrundverordnung (GDPR) mit einbezogen, die Verbrauchern einen verbesserten Datenschutz ab Mai 2018 bieten soll.

Sourcepoints Lösung Dialogue stellt Publishern ein Toolkit zur Verfügung, mit dem sie in einen Dialog mit ihren Seitenbesuchern und insbesondere den Adblock-Nutzern treten können, um ihnen Kompensationsalternativen zu bieten, wenn sie keine Werbung auf der Webseite sehen wollen. Ein weiteres Anwendungsszenario tut sich auf, wenn die neue Datenschutzverordnung in Kraft tritt und Nutzer ihr Einverständnis zur Datennutzung geben müssen.

Ben Barokas, Mitgründer und CEO von Sourcepoint kommentert: „Verlage, die im Besonderen User-Daten für die Entwicklung von Content oder für Redaktionsempfehlungen verwenden, müssen zukünftig mit ihren Nutzern in Kontakt treten und deren Einverständnis zur Datennutzung einfordern.“ Er ergänzt: „Die Bedeutung eines offenen Dialogs, um die Bedenken beim Schutz der Privatsphäre auszuräumen – und letztendlich auch, um klarzustellen, wie Nutzer zukünftig Verlage für die Bereitstellung der Inhalte entschädigen wollen – ist die Basis für ein offenes und transparentes Ökosystem.”

Thomas Mendrina, General Manager International bei Sourcepoint, sieht die Privatsphäre als einen wesentlichen Treiber für den Download von Ad-Block-Software und sagt voraus: „In Anbetracht der in 2018 geplanten Einführung der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung wird die explizite Zustimmung des Nutzers – ob mit oder ohne Adblocker - in ein Verlagsangebot mit Werbung unumgänglich sein.“

Position zum potentiellen Chrome-Adblocker

Erst kürzlich äußerte sich Mendrina gegenüber ADZINE zu einer möglichen Einführung eines in Google Chrome integrierten Adblocker: „Google hätte weitaus mehr Kontrolle über die Werbeauslieferung und über die Frage, wie viele Anzeigen auf einer Seite akzeptabel sind. Denn Google möchte den Gerüchten zufolge nicht nur die Anzeigenqualität nach den Regeln der ‚Coalition for better Ads’ wahren, das Unternehmen möchte auch solche Seiten blockieren, deren Anzeigendichte mehr als 30% beträgt.“

Für Publisher werfe ein solches geplantes automatisches Opt-in für Adblocking viele neue Fragen auf. Wie sollen sie zukünftig mit Nutzern kommunizieren, die aufgrund einer standardmäßigen Vorinstallation im Browser über den Einsatz eines Adblockerns nicht informiert sind?

„Besonders im mobilen Bereich würde Googles Vorstoß dazu führen, dass die Adblocker-Rate ohne Zutun der Nutzer massiv ansteigen würde und gelernte mobile Formate wie Interstitials, würden ebenfalls geblockt, obwohl sie von den Nutzern akzeptiert werden. Ein solcher Vorstoß von Google würde bei Publishern daher zu weiteren Einnahmenverluste führen, ohne dass die Leser die Wahl hätten, wie sie den Publisher für die Nutzung der Inhalte kompensieren möchten“, kritisiert Mendrina.