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Springer Verlag will Werbung und Content besser ausbalancieren

19. September 2016 (jvr)

Der Axel Springer-Vermarkter Media Impact hat strengere Qualitätskriterien für Werbeplatzierungen auf Bild.de entwickelt. In Zukunft sollen störende Werbeformate wie Video Overlays, PopUnder und Intext Overlays aus dem Portfolio genommen werden. An ihrer statt können Advertiser die neuen Werbeformen „Understitial“ und „ZoomIn“ auf Bild.de buchen.

Zudem plant Bild.de und Media Impact den Ausschluss einiger Werbenetzwerke, die den neuen Qualitätskriterien nicht mehr genügen. Die von Media Impact als Qualitätsoffensive deklarierte Maßnahme beinhaltet auch eine Veränderung in der technischen Werbeauslieferung: Online-Werbemittel sollen erst dann in den Browser geladen werden, wenn sie im sichtbaren Bereich der Nutzer erscheinen.

Für Bild.de habe man ein neues responsives Artikel-Layout entwickelt, dass die Darstellung von Werbung sowie das Leseerlebnis verbessern würde. Bereits im vergangenen Jahr hat Bild.de plattformübergreifend eine „Sightloader“-Technologie ausgerollt und damit die Ladegeschwindigkeit der Inhalte erhöht.

Die neuen Werbeformen „Understitial“ und „ZoomIn“ liegen hinter dem Content und werden erst nach und nach durch Scrollen freigelegt. Während sich das „Understitial“ mit einer festen Formatgröße in den Content einbettet, soll das „ZoomIn“ Format über einen aufziehenden Effekt für besonders hohe Aufmerksamkeit sorgen.

Stefan Betzold, Managing Director Digital, Bild: „Werbung, die von unseren Lesern als störend empfunden wird, kann weder in unserem, noch im Interesse unserer Werbekunden sein. Deshalb haben wir zusammen mit Media Impact strengere Qualitätskriterien für Werbeplatzierungen entwickelt. Im Rahmen des Rollouts des neuen Artikels auf Bild.de sehen wir direkt eine positive Auswirkung auf Nutzungsdauer und Intensität. Als Folge unserer Maßnahme werden Nutzer auf Bild.de weniger störende Werbung wahrnehmen und stattdessen qualitativ hochwertigere Formate sehen.“

In bester Gesellschaft

Burda nennt es Goodvertising, Axel Springer eine Qualitätsoffensive; die Zielrichtung ist in etwa die Gleiche: Immer mehr deutsche Verlage wollen ihre Online-Angebote nicht mit Werbung überfrachten, um Nutzer von der Installation eines Adblockers abzuhalten. Dieses Vorgehen ist für die Verlage allerdings ein Drahtseilakt. Schließlich muss man für die werbetreibende Unternehmen attraktiv bleiben. Dies gilt sowohl für den Preis der Medialeistung als auch für die Werbewirksamkeit von Format und Umfeld. Media Impact versucht daher die Werbeleistung der neuen Formate gleich zur Einführung mit einer Studie zu belegen. Für das neue „Understitial“-Format hatte man eine Nutzerbefragung durchgeführt: 60 Prozent der Befragten hielten das neue Format für optisch ansprechend in Szene gesetzt und über Zweidrittel empfanden die Werbung im Lesefluss nicht als störend. Auch in der Werbewirkung läge das neue Format klar über dem Durchschnitt – sowohl stationär als auch mobil ist die Werbeerinnerung im Vergleich bis zu drei Mal höher.