MOBILE

Folge von ATT: Die Hälfte der Apple-Werbeflächen inzwischen ohne ID

13. August 2021 (apr)
Bild:  Hessam Nabavi – Unsplash

Das Rollout der App Tracking Transparency (ATT) von Apple war im Frühjahr eines der heißesten Themen der Werbeindustrie. Apps bekommen seit Ende April nur dann Zugriff auf die Advertising-ID IDFA, wenn sie im Voraus eine explizite Zustimmung des Users einholen. Wurde der Consent zum Tracking vorher in den AGB vergraben, müssen Nutzer diesen nun mithilfe eines systemseitig vorgegebenen Dialogfensters erteilen. Die befürchteten schwindenden Einwilligungsraten schmälern die Möglichkeiten personalisierter Werbung, da die Datenbasis fehlt. Tatsächlich zeigt sich bereits nach wenigen Monaten, dass in Deutschland mittlerweile die Hälfte des Apple-Inventars ohne ID gehandelt wird.

Das Berliner Adtech-Unternehmen Remerge analysiert die Entwicklung des Mobile-Traffics weltweit und weist die Ergebnisse in einem eigenen Dashboard aus. Dabei geht es insbesondere darum, zu überprüfen, wie hoch der Anteil der Bid Requests ist, die mit beziehungsweise ohne User-ID verknüpft sind. Der Einblick basiert auf dem eigenen Ökosystem, an das 26 Supply-Side-Plattformen (SSP) angeschlossen sind. Auch die Durchschnittspreise für Inventare weist Remerge aus.

ID-Traffic in Deutschland wird rar

Ein Blick auf das Dashboard demonstriert, dass Apples Betriebssystem iOS 14.5, das erstmals die ATT durchsetzte, inzwischen global auf 70 Prozent der Geräte läuft. Der Anteil des No-ID-Traffic liegt bei 38 Prozent. Noch ist das Inventar ohne User-IDs deutlich billiger einzukaufen – es ist um 56 Prozent günstiger als Traffic, der mit einer ID verknüpft ist.

In Deutschland liegt die Adaption von iOS 14.5 schon bei satten 83 Prozent und während der Preis gleich niedrig ist, gibt es doch deutlich weniger Werbeflächen, die mit ID verknüpft sind: gerade einmal 50 Prozent.

Bild: Remerge Der Anteil an Bid Requests in iOS-Umgebungen mit und ohne ID in Deutschland

Opt-in-Rate weltweit steigt

Eine weitere Perspektive auf die IDFA-Thematik gestattet der Analytics-Dienstleister Flurry. Das US-Unternehmen misst nicht wie Remerge den Traffic selbst, sondern prüft, wie viele User in der iOS-Welt ihre Zustimmung zum Tracking geben. Dabei untersucht es nur diejenigen Geräte, die das ATT-Framework unterstützen, basierend auf Daten von 5,3 Millionen aktiven App-Usern.

Bild: Flurry Globale Opt-in-Raten für Tracking auf Geräten, die ATT unterstützen

Weltweit beziffert das US-Unternehmen die Opt-in-Rate aktuell immerhin mit 21 Prozent – Tendenz steigend. Damit sieht es nicht ganz so düster aus wie anfangs befürchtet.

Tech Finder Unternehmen im Artikel

EVENT-TIPP ADZINE Live - Neue Wege zur Personalisierung im Marketing 2022! am 07. December 2021, 15:30 - 17:00 Uhr

Im Marketing wird seit jeher Relevanz gepredigt - die Kommunikation, das Produkt, der Service soll logischerweise für die Zielgruppe relevant sein. Je mehr man über die Zielgruppe weiß, desto persönlicher und damit relevanter kann das Marketing und auch das Angebot werden. Was aber, wenn wir quasi blind sind, wenn der Kunde den digtalen Laden betritt? Wie wollen wir in Zukunft eine relevante digitale Ansprache realisieren, wenn ein Tracking und die Identifizierung einzelner Profile aufgrund der bekannten Veränderungen der Rahmenbedingungen nicht mehr möglich ist? Jetzt anmelden!

Das könnte Sie interessieren