MOBILE

App-Fraud führt in wenigen Wochen zu Millionenverlusten

24. Februar 2016 (ft)
Bild: Two Brains Studios Dollarphotoclub.com

Kampagnen im mobilen Marketing erfreuen sich weltweit immer größeren Wachstums. Laut emarketer werden allein in diesem Jahr mehr als 100 Milliarden US-Dollar in den mobilen Bereich investiert. Doch wenn so viel Geld fließt, lässt der Betrug nicht lange auf sich warten. Während eines zweiwöchigen Beta-Tests des Mobile Analytics Unternehmens Adjust, haben die rund 950 Firmen aus den USA und Europa rund 1,5 Millionen Euro durch App-Fraud verloren.

Werbetreibende zahlen für falsche Nutzer

Grund für die hohen Verluste sind verfälschte App-Installationen. Dahinter stecken sogenannte „anonyme IPs“. Hierbei kann es sich zum einen um Rechenzentren handeln, die automatisiert künstliche Installationen durchführen. Zum anderen können die Herkunftsländer von Nutzern verfälscht werden, um einen höheren Preis zu erzielen. Für deutsche Nutzer wird zum Beispiel besser bezahlt, als für Nutzer aus Brasilien.

Betrüger greifen besonders Social-Apps an

Hinter dem Betrug stecken meist Anbieter von Apps, die ihre Werbeplätze anderen Apps zur Verfügung stellen und via Cost-per-Install abrechnen. Die Installationen werden durch die anonymen IPs künstlich in die Höhe getrieben. Je mehr Installationen auf diese Art gefälscht werden, desto mehr Geld verdienen die Betreiber der Apps. Vom Betrug am stärksten betroffen sind Social-Apps, die in den betrügerischen Apps ihre klickbasierten Werbemittel ausliefern . Hier tritt Fraud dreimal häufiger auf als bei den im Ranking zweitplatzierten Gaming-Apps.

Paul H. Müller, Co-Founder und CTO bei adjust, erklärt: ”Social-Apps sind auf höhere Nutzerzahlen angewiesen, da die User den Content generieren und den Netzwerkgedanken ausmachen. Jeder Einzelne ist hier besonders wertvoll, sodass Social-Apps deutlich anfälliger für Fraud sind.”

Um gegen den Betrug vorzugehen, hat Adjust die „Fraud Prevention Suite“ vorgestellt. Hiermit sollen die anonymen IPs gefiltert werden und Einkäufe zu verifizieren sowie die gefälschten Auszahlungen zu blockieren.

Bild: Adjust