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Hashtag Twitter10k: Twitteruser reagieren mit Ablehnung

8. Januar 2016 (jvr)

Wenn das zweitgrößte Social Network der Welt eines seiner Haupt-Features über Bord wirft, dann lässt die Welle der Empörung nicht lange auf sich warten. Mit allen momentan noch zur Verfügung stehenden 140 Zeichen diskutieren Twitter-Nutzer unter dem Hashtag #Twitter10k über die geplante Änderung, das Zeichenlimit auf 10.000 zu erhöhen.

Dabei hat es Twitter CEO Jack Dorsey doch nur gut gemeint. In Zukunft könne man endlich Texte vollkommen ausschreiben und müsse sie nicht als Bild dem Tweet anhängen, verkündete Dorsey, natürlich in einem Tweet mit angehängtem Text in Bildform.

Quelle: Screenshot Twitter

Das Konzept nur 140 Zeichen zu verwenden, stammt noch aus einer Zeit, in der sich Smartphones noch nicht durchgesetzt hatten und SMS mit 160 Zeichen weitverbreitet waren. In der heutigen Zeit scheint die vergleichsweise kurze Ausdrucksweise etwas antiquiert. Häufig kommt es vor, dass Nutzer Tricks anwenden, um längere Texte zu verfassen. So stückeln sie Texte, die zu lang für das Zeichenlimit sind oder posten jeden Satz einzeln.

Die Nutzer sehen das anders. Hier finden sich Stimmen, die gegen die Tweets in Romanlänge wettern.

Quelle: Screenshot Twitter

Twitter versucht die Nutzer jedoch versöhnlich zu stimmen, indem weiterhin zuerst 140-Zeichen-Tweets gezeigt werden und erst nach einem Klick sich die volle Länge des Beitrags öffnet. Auf diese Weise möchte Twitter mehr Content bieten, ohne das bisherige Lesen im Feed zu beeinflussen. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob dies in der Praxis wirklich der Fall ist oder ob die Nutzer in Zukunft nach 140 Zeichen abgehackte Sätze zu lesen bekommen.

Mit der Abschaffung der kurzen Tweets liegt bei vielen Nutzern die Vermutung nahe, dass Twitter sich dem Konkurrenten Facebook annähern möchte. Allerdings haben StudiVZ, Diaspora oder auch Google+ gezeigt, dass dies der falsche Weg ist. Um konkurrenzfähig zu bleiben, brauchen moderne Social Networks Alleinstellungsmerkmale. Für Twitter waren dies bisher die kurzen schnelllebigen 140-Zeichen-Tweets.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass das Unternehmen Twitter in den Tweets direkt nach der Meldung in prozentual mehr negativen Tweets erwähnt wurde. Bereits am Mittwoch, dem Folgetage gab es jedoch wieder 20% mehr positive Beiträge, in denen Twitter Erwähnung fand. Dieser Wert reicht jedoch nicht an die 70% heran, die noch zu Jahresbeginn gemessen wurden. Auch am Aktienmarkt machte sich die Nachricht negativ bemerkbar. Der Wert von Twitter-Aktien sank am Mittwoch um 2%.

Bisher ist noch offen, ob es wirklich bei der Erweiterung auf 10.000 Zeichen kommt. Das Unternehmen behält sich vor, die tatsächliche Länge noch zu verändern. Zumindest zu einer moderaten Erhöhung der Zeichen würden sicherlich viele Nutzer nichts entgegenzusetzen haben.

Quelle: Screenshot Twitter