Das Adtech-Unternehmen Ogury überträgt seine Persona-basierte Zielgruppenansprache auf das Connected TV (CTV). Damit erweitert der Anbieter seine kohortenbasierte Mechanik auf den Big Screen und verknüpft Mobile-, Desktop- und TV-Umfelder unter einem einheitlichen Targeting-Ansatz.
Hinter dem Targeting-Prinzip steckt die hauseigene „Persona Intelligence“. Personas werden als Kohorten mit gemeinsamen Merkmalen, Interessen und Kaufabsichten definiert. Technisch basiert das Konstrukt auf Zero-Party-Daten, also freiwillig gegebenen Informationen aus User-Umfragen, die direkt von Nutzern erhoben werden. Ergänzt wird das Modell um weitere Signale, darunter kontextuelle und semantische Daten sowie Kaufdaten-Insights von Mastercard
Diese Datensignale verknüpft Ogury mit Publisher-Umfeldern und geografischen Clustern, um Nutzungskontexte zu identifizieren, in denen Zielgruppen mit ähnlichen Interessen „natürlicherweise zusammenkommen“. Im Unterschied zum Genre- oder zu rein soziodemografischen Targeting soll dieser Ansatz auch weniger offensichtliche Nutzungskontexte adressierbar machen.
Anschluss auf Agenturseite
Wie sich dieser Ansatz in bestehende Media-Workflows einfügt, zeigt eine Kooperation auf Agenturseite. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Omnicom-Tochter Annalect die Schnittstelle der Ogury-Werbeplattform in ihre eigenen Audience-Lösungen integriert. So wurde das Persona-Modell in bestehende Planungs- und Aktivierungsprozesse der Datenspezialisten eingebunden. Im Rahmen dieser Kooperation überführt die Technologie Zielgruppensegmente aus den Agentur-Systemen nach einem Briefing automatisiert in Personas und aktiviert sie in den Demand-Side-Plattformen.
Fragmentierung bei Wachstum im Videomarkt
Mit der Integration von CTV überträgt das ursprünglich in Paris gegründete Unternehmen sein bestehendes Targeting-Prinzip in ein Werbeumfeld, das für Bewegtbildstrategien zunehmend an Relevanz gewinnt. Der Videokonsum verschiebt sich seit Jahren in Richtung Streaming, entsprechend folgen die Mediabudgets. Laut Emarketer sollen die Werbeausgaben für CTV in Deutschland von 760 Millionen US-Dollar im Jahr 2025 auf 1,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2029 ansteigen. Mit zunehmender Budgetverlagerung wächst der Bedarf an skalierbaren Zielgruppenmodellen.
Doch die Fragmentierung in der Mediennutzung und unterschiedlichen technologischen Infrastrukturen stellen Werbetreibende weiterhin vor die Herausforderung, Zielgruppen über verschiedene Screens hinweg zu erreichen. Identifier-basierte Ansätze greifen im CTV nur eingeschränkt – hier sollen alternative Targeting-Methoden Hilfestellung geben. Ogury will mit seinem Targeting-Framework also ein verbindendes Element schaffen, das kanalübergreifend funktioniert und Programmatic als Klammer einsetzt.
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