Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) regelt in Europa die Verarbeitung personenbezogener Daten. Daher müssen sich Unternehmen zwangsläufig mit ihr auseinandersetzen, sei es für personalisierte Marketingmaßnahmen oder für Analysezwecke auf der eigenen Website. Kaum eine Website kommt heute ohne einen Cookie-Banner aus, um den Consent der Nutzer:innen zur Datenverarbeitung abzufragen. Doch viele deutsche Unternehmen sind unsicher, ob sie damit die Datenschutzvorgaben tatsächlich einhalten. Dies zeigt eine aktuelle Studie von Usercentrics.
Im Dezember 2024 befragte das Marktforschungsinstitut Sapio im Auftrag von Usercentrics 600 Entscheidungsträger:innen aus Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien. Die Befragten sind für das Website- und Consent-Management ihrer Unternehmen verantwortlich – von kleinen Firmen bis hin zu Konzernen – und stammen aus den Bereichen Recht & Compliance, Webentwicklung sowie Marketing. In Deutschland nahmen 150 Entscheider:innen an der Umfrage teil.
Das Ergebnis: Fast zwei Drittel (65 Prozent) der deutschen Unternehmen wissen nicht sicher, ob ihre Cookie-Banner den lokalen und europäischen Datenschutzvorgaben vollständig entsprechen. Trotz wachsender Relevanz des Datenschutzes sind nur 35 Prozent überzeugt, alle Anforderungen zu erfüllen.
“Verbraucher achten zunehmend darauf, welche ihrer Daten gesammelt und weitergegeben werden und tolerieren unsaubere Datenschutzpraktiken dabei immer weniger”, erklärt Tilman Harmeling, Senior Privacy Expert bei Usercentrics. “Datenschutz ist für sie ein hohes Gut. Marken, die das nicht ernst nehmen, setzen ihr das Vertrauen ihrer Kunden aufs Spiel.”
Einzelne Branchen und ihre Datenschutz-Compliance
Besonders zuversichtlich in Sachen Datenschutz-Compliance sind Unternehmen aus der Finanz- und Versicherungsbranche sowie der Softwareindustrie. Deutlich unsicherer fühlen sich hingegen Unternehmen aus der Landwirtschaft, dem öffentlichen Sektor und gemeinnützige Organisationen.
Als größte Herausforderungen für die Einhaltung der Datenschutzvorgaben nennen die Befragten unklare gesetzliche Bestimmungen (49 Prozent), mangelnde interne Ressourcen (33 Prozent) sowie die Komplexität bei der Aktualisierung von Tracking-Technologien (33 Prozent).
Zudem unterscheiden sich die Beweggründe je nach Unternehmensgröße: Kleine Firmen fürchten vor allem Bußgelder von Behörden (41 Prozent), während große Unternehmen primär den Verlust des Verbrauchervertrauens (42 Prozent) und Image-Schäden (39 Prozent) als Risiko sehen.
Takeaways
- Deutsche Unternehmen zweifeln an ihrer Datenschutz-Compliance.
- Diese Unsicherheit unterscheidet sich nach Branche stark.
- Herausforderungen bei der Einhaltung der Datenschutzvorgaben sind vor allem unklare gesetzliche Bestimmungen, mangelnde interne Ressourcen und komplexe Tracking-Technologien.
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