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Die Fusion von Outbrain und Taboola ist abgeblasen

9. September 2020 (apr)
Bild: Kay Fochtmann - Adobe Stock

Der neue Native-Advertising-Gigant, der sich aus Taboola und Outbrain formieren sollte, wird doch nicht entstehen. Nachdem sich seit Jahren Gerüchte um einen Zusammenschluss rankten und die Fusion im vergangenen Oktober offiziell gemacht wurde, ist der Deal nun geplatzt. Als einer der Hauptgründe gilt das Aufkommen von Covid-19, das vor allem in finanzieller Hinsicht seine Spuren hinterlassen hat. Über offizielle Sprachrohre wurde das Abblasen des Deals noch nicht kommuniziert, doch die US-amerikanischen Medien berichten von unternehmensnahen Quellen und ADZINE gegenüber wurden diese Berichte von Unternehmensseite aus bestätigt.

Eigentlich wurde die Fusion im Oktober beschlossen. Die Outbrain-Aktionäre sollten 30 Prozent der Anteile vom neuen Unternehmen sowie 250 Millionen US-Dollar in Cash erhalten. Die Anbieter wollten sich unter der Marke Taboola als Gegengewicht zur Reichweite von Google und Facebook positionieren. Sowohl Outbrain als auch Taboola sind große Player im Native Advertising mit Wurzeln in Israel und bieten ihren Publishern an, native Werbung und Content-Empfehlungen im redaktionellen Umfeld zu schalten. Beide machen damit Umsätze in Milliardenhöhe und müssen in Zukunft anscheinend wieder um die Publisher konkurrieren.

Inoffizielle Gründe für das Scheitern des Mergers

Im Zuge der Corona-Epidemie scheint es den Berichten zufolge an mehreren Stellen gekriselt zu haben. Zunächst hat Taboola vor kurzem das Vergütungsmodell für Publisher umgestellt und musste statt garantierter Umsätze auf Umsatzbeteiligungen ausweichen. Das hatte zur Folge, dass keine neue Finanzierungsrunde ins Rollen gebracht werden konnte, die jedoch als Bedingung für die Fusion mit Outbrain genannt wurde. Außerdem hat sich laut US-Medien der Cash-Anteil des Deals im Rahmen der Fusion als schwierig erwiesen, da die Kapitalgeber abgesprungen sind und sich Outbrain nicht komplett mit Aktien zufrieden geben wollte. Zu guter Letzt warten die Unternehmen noch immer auf grünes Licht von behördlicher Seite aus. Auch wenn die US-Regulatoren den Merger schon durchgewunken haben, laufen in dem Vereinigten Königreich sowie Israel noch Untersuchungen.

All das habe letztlich dazu geführt, dass Outbrain und Taboola in Zukunft wieder getrennte Wege gehen. In den kommenden Tagen wird eine offizielle Meldung erwartet, die hoffentlich mehr Licht ins Dunkle bringen kann.

Update: Offizielles Statement vom Taboola-CEO

Bild: Taboola Adam Singolda, Taboola

Adam Singolda, Gründer und CEO von Taboola, hat mittlerweile in der Öffentlichkeit Stellung zum Abbruch der Übernahme genommen. Er erklärt, dass es eine rein datenbasierte Entscheidung war, die zum Platzen des Deals geführt hat: "Im Rahmen des Prozesses haben wir uns gegenseitig über unsere Finanzen informiert. Basierend auf der relativen Performance der beiden Unternehmen haben wir uns dazu entschieden, dass der ursprüngliche Deal keinen Sinn mehr ergibt. Wir könnten uns dafür entscheiden, den gleichen Preis von 30 Prozent an Anteilen plus 250 Millionen US-Dollar zu zahlen, aber unsere Aktionäre waren der Meinung, dass dies zu viel für das ist, was wir aufgrund des relativen Beitrags der beiden Unternehmen erhalten würden. Nichts Emotionales, nichts über den kulturellen Fit, nur Daten", so der Taboola-CEO. "Aus tiefem Respekt haben wir versucht, einen Deal zu machen, der nur aus Anteilen (aber weniger Anteilen) oder aus Anteilen und Cash (aber weniger Cash) bestand und dem finanziellen Beitrag von Outbrain zu Taboola entsprach. Wir sind gescheitert und haben es abgesagt", erläutert Singolda nüchtern.

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