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Radikaler Umbau: Deutsche Publicis-Gruppe legt Media und Communications zusammen

21. November 2019 (jm)
Bild: Publicis Presse

Was bereits lange vermutet wurde, wird ab Januar 2020 Gewissheit. Die deutsche Publicis-Gruppe vereint Media und Communications unter einem gemeinsamen Dach und lässt angeschlagene Agenturen vom Markt verschwinden. Die Neuaufstellung folgt dem vielsagenden Motto “Power of One” und soll den Weg frei machen zur “kundenfreundlichsten Agenturgruppe”. Neuer CEO ist Frank-Peter Lortz, der die deutsche Gruppe mit rund 2.300 Mitarbeitern durch die Veränderungen leiten wird.

Die deutsche Publicis-Gruppe steht vor einer radikalen Umstrukturierung und wird ab dem 1. Januar 2020 die Sparten Media und Kommunikation zusammenlegen. Die Veränderung folgt dem international vorgegebenen Leitspruch “Power of One” und wird nun in Deutschland Wirklichkeit. Ziel ist es, einzelne Arbeitsbereiche und Disziplinen stärker miteinander zu verzahnen, um kundenfreundlicher zu werden. Dazu kommt jedoch auch noch, dass einzelne Agenturen der Gruppe wirtschaftlich angeschlagen sind. So leidet Leo Burnett schon länger unter Budgetkürzungen und bei Publicis Pixelpark wurden mehrere Niederlassungen geschlossen. Insgesamt performte die französische Werbeholding im laufenden Jahr eher enttäuschend und legte einen Umsatzrückgang von mehr als fünf Prozent auf dem deutschen Markt hin.

Die Verschmelzung von Media und Communications

Publicis soll zukünftig als Marke zu einer zentralen Plattform werden, die ihr Portfolio gebündelt anbietet. So führt die Gruppe die bisherigen so genannten Solution Hubs Publicis Communications und Publicis Media zu einer einzigen Organisation mit rund 2.300 Mitarbeitern zusammen. Bei der Kreation übernimmt dabei Saatchi & Saatchi die Führung und integriert Leo Burnett sowie Publicis Pixelpark. Die neue und deutlich größere Agentur umfasst dann 400 Mitarbeiter mit Büros in München, Düsseldorf und Frankfurt. Geleitet wird Saatchi & Saatchi weiter von CEO Christian Rätch.

Im selben Schritt wird das Angebot von Digitas und der Digitaleinheit von Publicis Pixelpark gebündelt. Daraus entsteht eine neue Agentur für “Customer Experience Marketing” mit dem naheliegenden Namen Digitas Pixelpark. Die Agentur umfasst dann 570 Mitarbeiter und hat Standorte in Köln, Düsseldorf, Hamburg und Berlin. Digitas Pixelpark soll in Zukunft Kunden bei digitalen Transformationsprozessen beratend zur Seite stehen. Geleitet wird die Agentur von CEO Dr. Ralf Niemann und CSO Jens-Christian Jensen. Zusammen mit Saatchi & Saatchie bildet Digitas Pixelpark eine gemeinsame Säule der deutschen Publicis-Gruppe.

Von der Umstrukturierung verschont bleibt hingegen Publicis Sapient, die bisher für alle digitalen Belange der deutschen Publicis-Gruppe zuständig war. Publicis Sapient bildet die zweite Säule der Agenturgruppe.

Bild: Publicis Presse Frank-Peter Lortz

Frank-Peter Lortz, frisch gebackener CEO der deutschen Publicis-Gruppe, ist sich sicher, die Agenturen mit der Umstrukturierung auf den richtigen Weg zu bringen: “In den letzten Jahren haben wir bereits wichtige Schritte unternommen, um unsere Einheiten enger zusammenzubringen. Jetzt machen wir den nächsten Schritt und schaffen in Deutschland eine Struktur, die konsequent auf die Bedürfnisse der Kunden ausgerichtet ist.”

Das Management nach der Umstrukturierung

Der 54-jährige Lortz wird die rund 2.300 Mitarbeiter der deutschen Publicis-Gruppe leiten. Er berichtet direkt an Justin Billingsley, dem CEO der Publicis-Gruppe DACH. Unterstützt wird Lortz von Strategiechef Arne Brekenfeld, Chief Finance Officer DACH Philippe Bordet und Chief Talent Officer Hendrik Zell. Zell stößt dabei von 1&1 zu Publicis. Aktuell sucht die Agenturgruppe noch nach einem geeigneten Kreativchef.

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