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DATA & TARGETING

Geld mit eigenen Daten? Für viele Unternehmen noch Zukunftsmusik

23. April 2019 (ft)
Bild: vetorfusionart - Adobe Stock; Sumit Arora; CC0 - unsplash.com

Auch abseits der digitalen Werbung können Unternehmen einen finanziellen Mehrwert aus ihren Daten schöpfen. Viele haben dies bereits erkannt, nur wenige machen sich die Möglichkeiten zu Nutze. Nach einer aktuellen Studie sind bei gerade mal 17 Prozent der befragten Unternehmen Datenprodukte bereits fester Bestandteil des Geschäfts.

Das Business Application Research Center (BARC) hat im Auftrag des Analyse-Anbieters Tableau Software rund 200 europäische Unternehmen im Rahmen der Studie „Data Monetization – Use Cases, Umsetzung, Mehrwerte“ befragt. Immerhin rund 40 Prozent der Umfrage-Teilnehmer gab an, dass ihr Unternehmen plant, Daten zu monetarisieren oder sich bereits in einer Pilot-Phase befindet. Weitere 20 Prozent halten Datenmonetarisierung in ihrem Unternehmen zumindest für denkbar. Bei gerade mal knapp jedem fünften Unternehmen bestehen bereits fest etablierte Produkte zur Datenmonetarisierung. Dem steht ein Viertel der Befragten gegenüber, das es hingegen für gar nicht denkbar hält , dass ihr Unternehmen künftig Daten monetarisiert.

Die Monetarisierung von Daten bezieht sich auf den Prozess, Daten direkt oder durch Services, Produkte und Geschäftsmodelle zu Geld zu machen. Die Bereitstellung von Analyseergebnissen ist dabei die häufigste bereits realisierte Form der Monetarisierung. Rund 40 Prozent der Befragten erzielen zusätzliche Einnahmen auf Basis von Datenanalyse. Ähnlich weit sind Reporting und Benchmarking (37 Prozent) verbreitet.

So stellt die GE-Airline-Flotte ihre Daten anderen Industriepartnern und kleineren Airlines zur Verfügung, die nicht so viele Daten produzieren können. Sie können die Reports und Analysen als Service einsehen und die Erkenntnisse aus den Daten selbst verwenden.

Seltener nennen die Befragten den Aufbau digitaler Plattformen (22 Prozent), den Ausbau bestehender Produkte (17 Prozent) und die Bereitstellung neuer Dienstleistungen (16 Prozent). Der Aufbau neuer Geschäftsmodelle auf Datenbasis steckt noch in den Kinderschuhen: Nur 6 Prozent der Unternehmen haben hier bereits Projekte umgesetzt, doch fast die Hälfte (48 Prozent) ist in der Planungsphase.

Datenqualität ist entscheidend

Der Fokus der Monetarisierung von Daten liegt meistens auf der internen Bereitstellung von Ergebnissen. Die externe Datenmonetarisierung ist weitaus komplexer und zwingt Unternehmen häufig, Geschäftsmodelle zu überdenken. Darüber hinaus sind für die externe Datenmonetarisierung höhere Anforderungen an Datenqualität und -sicherheit erforderlich.

„Eine gute Datenaufbereitung ist von unschätzbarem Wert für jedes Unternehmen, das mit seinen Daten arbeiten will. Unterschiedliche Formate, Daten aus verschiedenen Quellen und täglich wachsende Datenbestände sind dabei die größten Herausforderungen“, erklärt Henrik Jorgensen, Country Manager DACH von Tableau. „Wer hier entsprechend vorsorgt, wird am Ende bei der Wertschöpfung belohnt."

Datenqualität sicherzustellen bedeutet Daten richtig erfassen und interpretieren zu können, zu wissen, woher die Daten kommen und wie sie verarbeitet werden, sowie die richtigen Daten zu sammeln.

Zu den Hauptgründen, warum rund ein Viertel der Befragten sich nicht vorstellen kann, Daten in ihrem Unternehmen zu monetarisieren, gehören vor allem Risiken die Datenqualität, -sicherheit und -Governance (32 Prozent) betreffend. Für rund die Hälfte hat das Thema keine Relevanz oder es fehlt an überzeugenden Geschäftsmodellen (30 Prozent) dafür.

Großunternehmen geben das Tempo vor

Die Studie offenbart ebenfalls große Unterschiede bei der Datenmonetarisierung zwischen den Unternehmen. Derzeit haben 17 Prozent der Unternehmen Initiativen zur Datenmonetarisierung etabliert, während 12 Prozent Prototypen bauen und weitere 10 Prozent noch Konzepte entwickeln. Führend sind große Unternehmen aus den Bereichen Einzelhandel, Dienstleistungen, Finanzen und Banken. Insgesamt monetarisieren hauptsächlich größere Unternehmen ihre Daten. Je etwa ein Viertel der Großunternehmen (25 Prozent) und der größeren mittelständischen Unternehmen (23 Prozent), haben bereits Produkte zur Datenmonetarisierung eingeführt. Diesen Schritt haben nur 9 Prozent der kleinen und 13 Prozent der mittleren Unternehmen unternommen.

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