MOBILE

Was sagt die Smartphone-Marke über den Nutzer aus?

Jens T. Möller, Analyst, 8. March 2019
Bild: David Paters; CC0 - unsplash.com

Mit gewissen Marken und Gerätetypen verbinden Menschen häufig einen bestimmten Nutzertypus und für Werbetreibende war das Targeting aufgrund der Smartphone-Marke in vergangenen Jahren durchaus ergiebig. Doch ist es heute immer noch möglich von den Lieblingssmartphones der Deutschen auf Zielgruppen zu schließen?

Laut einer aktuellen Schätzung des Statista Digital Market Outlooks gibt es in Deutschland rund 65 Millionen Smartphone-Nutzer. Bis 2023 soll die Nutzerzahl sogar auf über 68 Millionen ansteigen. Statista liefert nun aktuelle Zahlen zu den verbreitetsten Smartphone-Marken in der Bundesrepublik. Das Ergebnis: Samsung dominiert den Markt. Mehr als jeder Dritte Deutsche verwendete 2018 ein Gerät aus dem Hause des südkoreanischen Herstellers. Apple folgt auf Platz zwei und kommt auf einen Marktanteil von 18,6 Prozent. Smartphones des chinesischen Telekommunikationsausrüsters Huawei werden 2018 hingegen lediglich von 5,1 Prozent der deutschen Bevölkerung verwendet.

Grafik: Statista Digital Market Outlook 2019

Unter den Betriebssystemen hat sich Google mit Android die Vormachtstellung gesichert. Android ist, gemessen am Absatz, das am weitesten verbreitete mobile Betriebssystem und sicherte sich 2018 einen 76 prozentigen Marktanteil. Das Apple eigene iOS kommt lediglich auf 23,3 Prozent.

Grafik: Statista Digital Market Outlook 2019

Lassen sich daraus Rückschlüsse auf Zielgruppen ziehen?

Bild: Caroline Roser - DieOnlineFabrik Caroline Roser

Sagt der Gerätetyp und das genutzte Betriebssystem nun etwas über die Besitzer aus? Zumindest früher waren Zielgruppenbestimmung und Targeting auf Grundlage des genutzten Smartphones für Werbetreibende ergiebig und einfach umsetzbar. So wurde iPhone-Besitzern mehr Kaufkraft nachgesagt als Samsung-Nutzern. Heute erscheint solch eine Kategorisierung jedoch deutlich schwieriger. „Smartphonenutzung und Betriebssystem alleine reichen nicht mehr für sinnvolles Trageting aus“, kommentiert Caroline Roser, Geschäftsleiterin der Onlinemarketingagentur DieOnlineFabrik. „Wir kombinieren beides immer mit weiteren Kriterien, um eine sinnvolle Zielgruppe ansprechen zu können. Heute haben immer mehr Kinder auf dem Schulhof ein iPhone und umgekehrt lassen sich immer mehr ehemalige Apple-Jünger von anderen Smartphones überzeugen.“ Soziodemografisch vermischt sich der Gerätetyp also zunehmend und dies erschwert eine Zielgruppenanalyse und das Targeting deutlich.

Bild: Rico Honisch - add2 Rico Honisch

Rico Honisch, Group Head Digital Media von add2, will dem nicht ganz zustimmen. So sei die Auswahl von Smartphone-Typ und Betriebssystem auch heute noch ein Grundbaustein in der Aussteuerung mobiler Kampagnen: "Besonders bei sehr spitzen Zielgruppen hinsichtlich Alter und Einkommen, können sich je nach Gerät und Hersteller deutliche Unterschiede in der Verbreitung ergeben. So haben hochpreisige Smartphones eine tendenziell stärkere Verbreitung in höheren Einkommensklassen und ältere Modelle in älteren Zielgruppen."

Hyperlokales Targeting als Lösung des Problems

Viele Faktoren beeinflussen mittlerweile die Gerätewahl von Smartphone-Nutzern und Rückschlüsse auf eine bestimmte Zielgruppe, allein basierend auf den Gerätetyp oder das genutzte Betriebssystem, lassen sich kaum noch ziehen. Vielmehr muss eine Kombination verschiedener Faktoren für eine sinnvolle Zielgruppenansprache verwendet werden. Smartphone-Typ und Betriebssystem bilden dabei nur den Grundbaustein. Hyperlokales Targeting bietet in diesem Kontext einen guten Lösungsansatz. Hierbei werden potenzielle Kunden anhand von Informationen, wie dem Standort und der Uhrzeit, getargetet. Besonders relevant ist dieser Ansatz für Drive-To-Store-Kampagnen.

Takeaways
65 Millionen Smartphone-Nutzer in Deutschland.

Samsung ist die beliebteste Smartphone-Marke der Deutschen.

Targeting nur basierend auf Smartphone-Typ und Betriebssystem erschwert die Zielgruppenansprache.

Lösungen bieten Nutzerdaten über bestimmte Mobile-Sites und Apps, über W-LAN Zugänge, sowie ein kanalübergreifendes Targeting.