E-MAIL MARKETING

DSGVO verunsichert die deutsche Wirtschaft

13. April 2018 (jvr)
Bild: Sinunswelle, Adobe Stock

Nur 13 Prozent der Unternehmen sehen sich selbst rechtlich auf der sicheren Seiten und die meisten Unternehmen (56 Prozent) sind zurzeit noch mit der Umsetzung der DSGVO beschäftigt. Das zeigt eine aktuelle Umfrage unter 600 Marketing-Entscheidern vom eco Verband und ABSOLIT Consulting, die repräsentativ ist für größere Unternehmen in Deutschland.

Die DSGVO sieht viele neue Dokumentationspflichten vor, was viele Unternehmen bislang sträflich vernachlässigen. Erst 6 Prozent haben die von der DSGVO vorgeschriebenen schriftlichen Prozessdokumentationen implementiert. Prozesse zur Auskunftserteilung, Löschung und Berichtigung von Daten müssen noch 30 Prozent der Firmen implementieren und auch beim Profiling gibt es noch Luft nach oben: 29 Prozent müssen ihre Prozesse für die automatisierte Verarbeitung personenbezogener Daten noch überprüfen.

Weiter fortgeschritten sind die Unternehmen beim Thema Transparenzpflichten. Nach eigener Einschätzung erfüllen bereits 73 Prozent die Vorgaben und informieren ihre Kunden umfassend darüber, was mit ihren Daten passiert. 68 Prozent beachten die Grundsätze der Datensparsamkeit wenn es darum geht, neue Adressen, beispielsweise fürs E-Mail-Marketing zu generieren. 61 Prozent haben bereits mit allen Dienstleistern die erforderliche Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung geschlossen.

Unternehmen riskieren hohe Bußgelder

„Vielen Unternehmen haben die Vorgaben der DSGVO offenbar bislang erst halbherzig umgesetzt“, sagt Torsten Schwarz Leiter der Kompetenzgruppe Online-Marketing im eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. „Angesichts der kurzen Zeit, die bis zum 25. Mai noch verbleibt, gehört das Thema in der Agenda nun ganz nach oben.“ Zumal die Konsequenzen in Unternehmen hinlänglich bekannt sind: 81 Prozent wissen um die Rechtsfolgen eines Verstoßes gegen die Vorschriften der DSGVO – seien es Bußgelder bis zu 20 Millionen Euro oder bis zu vier Prozent des weltweiten Vorjahres-Umsatzes. Die Unternehmen und vor allem die betrieblichen Datenschutzbeauftragten haben in den nächsten Wochen also noch viel zu tun. Diese Rolle übernimmt übrigens in 57 Prozent der Unternehmen ein interner Mitarbeiter, 35 Prozent engagieren einen externen Dienstleister – vier Prozent der Firme arbeiten ohne Datenschutzbeauftragten.

Für die Umfrage wurden 335 große Unternehmen (über 500 Mitarbeiter), 143 mittelgroße Unternehmen (200-500 Mitarbeiter) und 128 mittlere Unternehmen (50-200 Mitarbeiter) befragt.

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