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Google pusht In-App-Vermarktung mit Open Bidding

16. März 2018 (ft)
Bild: Oscar Sutton; CC0 - unsplash.com

Google baut mit Nachdruck seine In-App-Vermarktungsmethoden im AdMob-Werbenetzwerk aus. Neben einer neuen Auktionsstrategie für In-App Ads sollen gerade Gaming Apps durch ein Belohnungssystem von Videowerbung besser monetarisiert werden können. Das dürfte Publisher freuen, schließlich sehen nach einer Umfrage 87 Prozent von ihnen in Rewarded Videos die beste User Experience.

Googles Open Bidder hält Einzug in AdMob – zumindest in einer Beta-Phase. Open Bidding ist bei Google nicht neu und besteht schon seit 2013 im Google Repertoire. Im In-App-Bereich gab es die Integration bisher jedoch noch nicht.

Um eine App über Programmatic Advertising monetarisieren zu können, müssen App-Publisher in der Regel von jeder Supply Side Plattform oder Exchange ein Software Development Kit (SDK) in den Code ihrer App integrieren. Dies kann dazu führen, dass Apps langsamer werden und sich die Latenzzeit, bis ein Ad ausgeliefert wird, vergrößert. Die Integration von Open Bidding in AdMob sorgt für eine Art Header-Bidding-Lösung im In-App-Bereich. Die Bid Request wird hierbei über den in AdMob integrierten Open Bidder an die angeschlossenen Plattformen weitergegeben. Erste Partner sind Smaato, Index Exchange und OpenX. AdColony und Vungle sollen folgen.

Bild: Harald Kratel

Smaato unterstützt die Open Bidding Initiative von Google/AdMob zur Maximierung der Reichweite für Werbetreibende. Die Einbindung unseres eigenen SDK zur optimalen Aussteuerung der Werbung bleibt aber weiterhin Smaato’s Priorität.

(Harald Kratel, Vice President Marketing bei Smaato)

Für die Integration des Open Bidders bringt AdMob gute Voraussetzungen mit. So ist in der Mehrheit der verbreitetsten Apps ohnehin das SDK von Google verbaut. Für andere Vermarktungsplattformen ist dies ein zweischneidiges Schwert. Einerseits können sie von der Reichweite von AdMob profitieren, laufen aber auch Gefahr, ihre eigenen SDKs nur noch in weniger Apps integrieren zu können. App-Entwickler sparen sich durch die Integration Arbeit, da nun Reporte und Rechnungen nur über eine zentrale Anlaufstelle eingesehen werden können.

Gaming durch Rewarded Videos

Um die Monetarisierung von Gaming Apps zu verbessern, plant Google zwei neue Formen seiner Rewarded Video Ads in AdMob zu integrieren: Spielbare Ads und Multi-Option Video Ads Bei Rewarded Videos bekommen Nutzer nach vollständigem Ansehen einen kleinen Ingame-Bonus. In diesem Fall sollen Spieler über die Ads zum Beispiel Extra-Leben oder Spielzeit verdienen können.

Bei den spielbaren Ads bekommen Nutzer die Möglichkeit ein Spiel in Form eines Interstitials anspielen zu können. Das Multi-Option Video Ad bietet die Auswahl aus verschiedenen Werbeclips aus denen der Nutzer wählen kann.

Google hat nach eigenen Angaben gute Erfahrungen mit Rewarded Videos seit der Einführung gemacht. Sie sollen höhere CPMs generiert ahben und eine bis zu sechs mal höhere Completion Rate als andere Video Ads.

Bild: AdColony

Auch unter App-Publishern, insbesondere von Gaming Apps, ist das Format durchaus beliebt. Eine Umfrage von AdColony unter App-Publishern zeigt, dass Rewarded Video Ads nicht nur mit Abstand als Werbemittel mit der besten User Experience angesehen werden, sondern auch als die effektivste Monetarisierungsmethode.