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DATA & TARGETING - Quartalszahlen

Criteo mit Umsatzplus trotz Anti-Tracking-Lösung

15. February 2018
Bild: Kartikey Das; CC0 - pexels.com

Retargeting-Anbietern wie Criteo wird es nicht leicht gemacht, ihr Geschäftsmodell aufrecht zu erhalten. Durch die DSGVO und die noch ausstehende ePrivacy-Verordnung wird die Luft dünn. Auch Browser-Anbieter integrieren zunehmend Anti-Tracking-Optionen. Doch steht es wirklich so schlecht ums Retargeting? Wie groß ist der Einfluss von Features wie der Intelligent Tracking Prevention (ITP) in Apples Safari Browser?

Welchen Stolpersteinen Retargeting-Anbieter durch die zunehmenden Anti-Tracking-Lösungen ausgesetzt sind, lässt ich gut an einem Unternehmen veranschaulichen, das mit Retargeting groß geworden ist: Criteo. Im November 2017 hat das Unternehmen im dritten Quartalsbericht angekündigt, dass die bisherigen Umsatzprognosen für das vierte Quartal um etwa acht bis zehn Prozent nach unten korrigiert werden müssten. Der prognostizierte Umsatz für Q4 lag damit, bereinigt von Media- und Inventareinkauf (ex-TAC), zwischen 260 und 263 Millionen US-Dollar. Grund für die Korrektur nach unten war Apples Intelligent Tracking Prevention, ein Feature des Safari Browers, das die Nutzung von Cookies stark einschränkt.

Adtech-Unternehmen wie Criteo gingen zu dieser Zeit noch davon aus, die ITP-Lösung einigermaßen gut umgehen zu können. Diese Hoffnung wurde jedoch durch Apples iOS Update 11.2 auf mobilen Geräten zunichte gemacht. Apple schloss damit einige technische Schlupflöcher, die bis dahin noch genutzt werden können. Als Reaktion darauf veröffentlichte Criteo Mitte Dezember 2017 eine Anpassung seiner Umsatzvorhersagen: Man gehe nun davon aus, dass sich die ursprünglichen Prognosen nicht um acht bis zehn, sondern um 22 Prozent nach unten verschieben werden.

Umsatzplus trotz Anti-Tracking-Lösung

Nun, da die Quartalszahlen für das vierte Quartal öffentlich sind, zeigt sich: Criteo übertrifft die Erwartungen, die das Unternehmen an Q4 gestellt hat. Im Jahresvergleich steigt der um Media- und Inventareinkauf bereinigte Umsatz um 23 Prozent auf 277 Millionen US-Dollar und liegt damit gut 15 Millionen Dollar über den Erwartungen. Die Nettoeinnahmen kann Criteo um ein knappes Drittel (29 Prozent) im Vergleich zu Q4 2016 steigern. Sie liegen bei 52 Millionen Dollar.

Auf Nachfrage bei Criteo, wie stark die Einbußen durch die ITP-Integration in Safari im vierten Quartal nun tatsächlich waren, teilte das Unternehmen mit, dass der Umsatz trotz Launch von iOS 11.2 um die Ursprünglich geschätzten zehn Prozent geringer ausfiel.

Wie genau Criteo in Zukunft Umsatzeinbußen durch Browsertechnologien wie Apples Intelligent Tracking Prevention möchte der Retargeting-Anbieter jedoch nicht verraten, gibt sich allerdings positiv gestimmt. Ein Sprecher des Unternehmens kommentiert: „Wir sind davon überzeugt, dass Datenschutzentscheidungen von den Nutzern getroffen werden sollten und nicht von Dritten; daran werden wir weiter arbeiten. Technologisch arbeiten wir daran, beim Thema Data Tracking die Unabhängigkeit von Third-Party Browsern zu erhöhen. Wir sind zuversichtlich, dass wir Nutzer über alle Umgebungen hinweg datenschutzfreundlich erreichen werden.“

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