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DATA & TARGETING

DIPP Datenallianz heißt jetzt Verimi – Deutsche Telekom wird Gesellschafter

28. August 2017 (jvr)
Adobe Stock

Erst war es einfach nur „der Generalschlüssel“ für eine neue Registrierungs-, Identitäts- und Datenplattform. Dann erhielt das Projekt, das federführend der Axel Springer Verlag auf den Weg gebracht hat, den Arbeitstitel DIPP. Jetzt geht die Datenallianz unter den Namen Verimi Ende 2017 offiziell an den Start. Auch der Gesellschafterkreis erhielt prominenten Zuwachs. Neben der Lufthansa AG und dem IT Unternehmen Bundesdruckerei ist nun auch die Deutsche Telekom mit von der Partie.

Verimi ist ein Kunstwort angelehnt an die englischen Begriffe „verify“ und „me“.
Neue Gesellschafter werden die DAX-Konzerne Deutsche Lufthansa und Deutsche Telekom sowie das IT-Sicherheitsunternehmen Bundesdruckerei. Dafür wurde eine entsprechende Übereinkunft mit den bisherigen Partnern Allianz, Axel Springer, Daimler, Deutsche Bank mit Postbank sowie Core und Here Technologies erzielt.

Sämtliche Beitritte stehen noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden, heißt es in einer Axel Springer Pressemitteilung.

Voll im Zeitplan

Das Unternehmen wird seinen Standort in Berlin haben und mit mehr als 30 Mitarbeitern starten. Laut Axel Springer liegt die Plattforminitiative voll im Zeitplan und will zum Jahreswechsel 2017/18 mit dem digitalen „Generalschlüssel“ (Single-Sign-On) für das Internet an den Start gehen. Dieser soll künftig das Einloggen auf Webseiten deutlich vereinfachen und das Nutzen von Internetangeboten sicherer machen.

Über Verimi hinterlegt der Nutzer einmalig seinen Namen und ein Passwort, um auf die bereits angeschlossenen Anwendungen der beteiligten Unternehmen zugreifen zu können. Die zeitraubende Eingabe persönlicher Daten bei jeder neuen Anwendung sowie die Verwaltung mehrerer Passwörter für unterschiedliche Internetseiten entfällt. Nutzer sollen bei der Registrierung über eine entsprechende Einwilligung zudem ausdrücklich entscheiden, welche Daten sie an Partnerunternehmen weitergeben möchten. So bestimmen Nutzer über Verimi selbst, welche Daten sie an wen weitergeben wollen (sog. Opt-in). Verimi trägt damit der Verordnung über Privatsphäre und elektronische Kommunikation („E-Privacy“) Rechnung.

Schrittweise sollen weitere Funktionen zum einheitlichen Registrierungs- und Identifizierungsverfahren hinzukommen, etwa ein digitaler Behördenzugang (eGovernment) oder die Entwicklung digitaler Zahlungs- und Finanzdienstleistungen. Auf dieser Basis können dann neue digitale Geschäftsmodelle entwickelt werden. Weitere Details sollen in den kommenden Wochen bekanntgegeben werden.

Digitalisierung baut auf Einfachheit und Vertrauen. Wir wollen über Verimi künftig einen praktischen und hochsicheren Generalschlüssel für das Internet bieten. Wir sorgen dafür, dass digitale Identitäten unserer Kunden den EU-Rechtsraum nicht verlassen und die Sicherheit des deutschen Datenschutzes genießen.

(Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom)

Verimi hat auch das Ziel, datengetriebene Werbung mit der kommenden DSGVOrechtskonform zu gestalten, indem personalisierte Werbung stets nach den Präferenzen der Nutzer ausgeliefert wird. In diesem Zusammenhang könnte der Deutschen Telekom eine Schlüsselrolle zukommen. Denn diese hat mit emetriq vor einiger Zeit einen Plattformanbieter übernommen, der sich bereits mit der Monetarisierung von Nutzer- bzw. Bewegungsdaten über Werbung beschäftigt.

Eine Allianz zu viel

Verimi ist nicht die einzige Datenallianz, die sich gegen die Single-Sign-On Vormachtstellung von Google, Facebook und Amazon bäumt. Erst Ende Juli 2017 hat United Internet mit den Privatsendern ProSiebenSat.1 und RTL eine Single-Sign-On-Allianz mit den gleichen Zielsetzungen wie Verimi bekannt gegeben. Soweit man den Generalschlüssel für ein einheitliches Single-Sign-On Verfahren vorrangig als Erleichterung für den Nutzer versteht, ist das definitiv eine Allianz zu viel.

Hier geht es zur Verimi Website