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Video on Demand teilt die Generationen

23. Mai 2017 (ft)
Bild: tverdohlib - Adobe Stock

In der Mediennutzung hat der „Generation Gap“ auch heute nichts an Aktualität verloren. So erfreuen sich beispielsweise Bewegtinhalte aus Internet oder über Video-on-Demand-Angebote (VoD) unter jüngeren Verbrauchern großer Beliebtheit. Etwa ein Drittel der jungen Zielgruppe bis 24 greift vermehrt auf Abrufinhalte zurück, während die Älteren weiterhin überwiegend auf das klassische TV-Angebot setzen. Damit läutet besonders die Jugend eine Trendwende ein: VoD hat sich inzwischen einen Massenmarkt erobert. Die großen Gewinner: Netflix und Amazon. Die Branchenriesen haben zusammen einen Marktanteil von über 50 Prozent.

Für ihre Media Consumer Survey hat die Wirtschaftsberatung Deloitte 2000 deutsche Mediennutzer im Alter zwischen 14 und 75 Jahren befragt, um Einblicke in den Bewegtbildkonsum der Deutschen zu bekommen.

Während bei den jungen Zuschauern bereits eine Entwicklung hin zu Alternativen zum klassischen TV zu beobachten sind, hat dieser Anteil nur einen kleinen Effekt auf den Gesamtmarkt. Altersübergreifend ist der Anteil jener Mediennutzer, die überwiegend nicht-lineare Inhalte, also mitunter auch VoD, konsumieren, zwischen 2015 und 2017 in Deutschland um drei Prozentpunkte auf nunmehr 13 Prozent gestiegen. Damit zeigt sich eine Entwicklung, die eher moderat-beständig als disruptiv ist. Das über lange Jahre konkurrenzlose lineare Fernsehen kann seine Position einstweilen behaupten. Der Trend zu nicht-linearen Angeboten scheint jedoch gefestigt.

Das gilt insbesondere mit Blick auf die einzelnen Alterssegmente. Über ein Drittel der Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren sieht bereits mehr Abrufinhalte als konventionelle Angebote – 2015 war es noch ein Fünftel. Auch in den nächsthöheren Altersgruppen beträgt der entsprechende Anteil noch zwischen 20 und 30 Prozent. Erst Verbraucher ab Mitte 30 bevorzugen mit deutlicher Mehrheit traditionelles, lineares Fernsehen.

Die Zahl der deutschen Haushalte mit einem Video-on-Demand-Abonnement hat sich seit 2015 verdoppelt. Damit übertrumpft VoD bei den Zuwachsraten alle anderen Video-Bezahlangebote, deren Wachstum sich entweder im einstelligen Bereich bewegt oder sogar stagniert. Heute gehört über die Hälfte der Verbraucher zu den VoD-Nutzern.