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Googles Blick auf die TV-Gewohnheiten

28. April 2017 (ft)
Bild: beeboys - Adobe Stock

Hierzulande analysiert Google in Zusammenarbeit mit der GfK die Fernsehgewohnheiten der Deutschen und kommt in einer aktuellen Umfrage zu einem klaren Ergebnis: Neun von zehn Zuschauern greifen während des Fernsehens zu ihrem Smartphone. Die Werbepause gilt als besonders beliebt, um sich seinem Second Screen zu widmen. In den USA drängt Google derweil mit seinem Bid Manager stärker in den TV-Werbemarkt.

Für die Umfrage hat die GfK in Deutschland insgesamt 1.582 Menschen ab einem Alter von 14 Jahren befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass nicht nur Smartphones eine willkommene Ablenkung zum Fernsehprogramm darstellen. Neben ihren Handys nutzen viele Zuschauer auch Tablets (84 Prozent) und sogar Desktop PCs (72 Prozent) parallel zum TV-Programm. Durchschnittlich verbringen Nutzer 13 Prozent ihrer gesamten Fernsehdauer parallel an einem Second Screen. Eine Umfrage der Mediaagentur Initiative aus 2016 kommt zu dem Ergebnis, dass sogar 35 Prozent der Multiscreener mehr als die Hälfte ihrer Fernsehzeit ein weiteres Gerät nutzen.

Bezüglich der angesehenen Inhalte auf dem zweiten Gerät liefert die Befragung von GfK und Google jedoch keine Informationen. Hier wurden keine Muster festgestellt. Allerdings stieg die Parallelnutzung während der Werbepausen bis zu 21 Prozent an. Eine Ausnahme stellten Fernsehserien dar. Hierbei lassen sich Zuschauer während der Sendung stärker durch einen Second Screen ablenken als während der Werbung.

Googles Einstieg in die TV-Werbung? Jedenfalls in den USA

In den USA arbeitet Google derweil stark an der Verbindung zwischen linearem TV und Programmatic Advertising. So sollen Werbetreibende zukünftig TV-Inventar über den DoubleClick Bid Manager (DBM) einkaufen können. Dazu will Google die Inventare von WideOrbit, Clypd und Google Fiber, der hauseigenen Internet und IPTV-Abteilung von Google, für den DBM verfügbar machen. Bei Ersteren handelt es sich um Inventar aus lokalen TV-Stationen und nationalen Kabelnetzwerken der USA. An Clypd ist übrigens auch die Mediengruppe RTL beteiligt.

DBM soll Advertisern dadurch die Möglichkeit bieten, ihre TV- und digitalen Videokampagnen über eine Plattform auszusteuern. Zudem öffnet Google somit das US TV-Inventar auch für internationale Werbetreibende, die bisher nur limitierten Zugang zu diesem Kanal haben. Durch die Verbindung der Systeme sollen Marken und Agenturen außerdem die Effektivität ihrer TV-Kampagnen über DoubleClick besser messen können. So soll es möglich sein, die Zunahme von Google- und Youtube-Suchen den bestimmten TV-Werbespots zuordnen zu können.