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Malware im Advertising: Deutschland bleibt weitestgehend verschont

7. Juli 2016 (ft)
Bild: pakpong pongatichat - Adobe Stock

Aktuell sollen rund 10 Millionen Android-Geräte mit der Malware HummingBad infiziert sein. Malware sind schädliche Programme, die entwickelt wurden, um vom Nutzer unerwünschte oder schädliche Funktionen auszuführen. Im Fall von HummingBad handelt es sich um Malware, die für Ad Fraud genutzt wird. Die betroffenen Geräte rufen, ohne Zutun des Besitzers, Bannerwerbung auf, um Impressions zu generieren. Doch auch mit einer anderen Art mit von Malware schlägt sich die Werbeindustrie herum.

HummingBad infiziert 40.000 deutsche Geräte

Nach Angaben der Sicherheitsfirma Checkpoint soll die Malware von 25 Mitarbeitern der chinesischen Werbefirma Yingmob kommen, die HummingBad in Apps der Firma integriert haben. Aktuell wird die Anzahl der infizierten Geräte auf etwa zehn Millionen geschätzt. Jedoch beläuft sich die Anzahl der Android-Smartphones mit installierten Apps des Unternehmens auf mehr als 85 Millionen. In Deutschland sollen rund 40.000 Geräte von schadhaften Apps betroffen sein. Neben den ferngesteuerten Banneraufrufen sollen die Geräte auch zu Botnetzwerken zusammengefügt und an Hacker verkauft werden. Dadurch können die Betrüger Umsätze von etwa 300.000 US-Dollar generieren.

Im Fall von HummingBad sind Android-Nutzer dazu angehalten besonders chinesische Apps, die illegal und nicht über den Play Store geladen werden, zu meiden.

Malware durch Werbemittel

Doch Apps sind nicht der einzige Weg durch den Malware auf das Smartphone oder den PC gelangen können. Mit einer anderen Form dieser Bedrohung haben Publisher zu kämpfen. Hacker versuchen auch durch Werbemittel, um möglichst viele Rechner zu infizieren. Dafür liefern sie über viel besuchte Websites Werbemittel aus, die schadhaften Code enthalten.

Auch von dieser Methode bleibt Deutschland weitestgehend verschont. Laut ExchangeWire-Bericht soll Deutschland nicht einmal unter die Top 10 der durch Malware bedrohten EU-Länder kommen. Auch die von ExchangeWire befragten Mediaexperten aus Deutschland sehen der Bedrohung eher gelassen entgegen. Lediglich 26 Prozent der deutschen Publisher sehen Publisher-Seiten durch Malware gefährdet.

Für Andrew Robinson, Senior Vice President of Engineering bei ExchangeWire, ist dies in der geringen Vermarkterzahl in Deutschland begründet. Da es nur wenige, dafür jedoch große und verantwortungsbewusste Publisher in Deutschland gäbe, würden sich die Experten sicherer fühlen, als zum Beispiel in den USA oder UK, wo die Anzahl der Vermarkter wesentlich größer und der Markt undurchdringlicher sei.