SOCIAL MEDIA

Facebook macht mit mobiler Werbung weiter Kasse

28. Juli 2016 (jvr)
Foto: Christian Müller, Adobe Stock

Facebook hat die Geschäftszahlen aus dem zweiten Quartal 2016 veröffentlicht. Die Zahlen verdeutlichen den hohen Stellenwert von Mobile für Facebook. Insgesamt sind die Werbeeinnahmen des Social Networks im Jahresvergleich zu Q2 2015 um 63% auf 6,2 Mrd. US-Dollar gestiegen, wovon Facebook satte 84% (5,2 Mrd. US-Dollar) der Einnahmen mit mobiler Werbung generiert hat.

Insgesamt konnte Facebook allen Unkenrufen zum Trotz seine Nutzerzahlen weltweit auf 1,7 Mrd. monatliche Nutzer hochschrauben. Davon würden täglich etwa 1 Mrd. Menschen das Social Network über mobile Endgeräte ansteuern, ein Plus von 22% zum Vorjahr. Immer wichtiger wird für Facebook offenbar die Foto-Plattform Instagram, die inzwischen von mehr als 500 Mio. aktiven Usern pro Monat genutzt wird. Die Monetarisierung von Instagram ist ein wichtiger Schlüssel für den andauernden Erfolg von Facebook, glaubt auch Tom Bailey, Regional Vice President, UK, NE & MEA von Marin Software.

Marin Software Tom Bailey

„Instagrams Mobile first-Ansatz ist bei den Konsumenten enorm beliebt. Daher ist es nachvollziehbar, dass Instagram inzwischen sogar profitabler als Twitter ist. Dass Technologieanbieter ganz einfach über die API-Plattform von Instagram integriert werden können, belegt den großen Erfolg bei den Advertiser, die die 500 Millionen hochwertigen und engagierten User erreichen wollen", kommentiert Baily von Marin Software, ein Plattformanbieter für die SEA und Social Media Kampagnenplanung.

Werbeausgaben in Social Media um 47% gestiegen

Insgesamt ist Social Media (Paid Social) in der Gunst der Advertiser deutlich gestiegen. Das belegt auch eine aktuelle Studie von Kenshoo, ein Wettbewerber von Marin Software. Die Werbeausgaben für Paid Social sind nach einer Analyse von Kenshoo im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 47% gestiegen; ebenso erhöhte sich der CPC (Cost-per-Click) um 21%. Der Grund: Werbung in sozialen Medien ist zunehmend spezialisierter und deswegen auch immer attraktiver für Werbetreibende.

Dynamic Ads sind der Renner

Das belegt die gestiegene Beliebtheit der Dynamic Ads. Mit diesem Facebook-Werbeformat können E-Commerce-Advertiser ihre Produkte aus dem eigenen Katalog, den sie bei Facebook hochladen, nach den Interessen der Zielgruppe im Umfeld von Facebook zielgenau aussteuern. Seit Start vor einem Jahr haben sich die Investitionen für Dynamic (Product) Ads um 19% erhöht, berichtet Kenshoo (siehe Abbildung unten). Über 300 Mio. Menschen hätten über Facebook bereits Kontakt mit den Dynamic Ads. Aus diesem Grund hat Facebook bereits damit begonnen, die Dynamic Ads auch auf Instagram auszurollen.

Kenshoo Grafik: Kenshoo Digital Marketing Snapshot: Q2 2016  » Vergrösserung

Analysten fordern eine erweiterte Video-Strategie

Nachdem Facebook sich in der mobilen Nutzung durchgesetzt hat und bereits 40% aller Mobile Advertiser weltweit auf Facebook Werbung schalten, steht Facebook nun vor der Herausforderung mehr Brand Budgets auf sich zu ziehen. Hier fehlt es aber noch am Nutzer Engagement und Stickyness für die das Social Network mehr Energie in die Contenterstellung stecken sollte.

Eleni Marouli, Chefanalystin von IHS Technology fordert daher ein Umdenken bei Facebook im Bereich Video. „Facebook has now enabled video on the Facebook platform, Instagram and Facebook Audience Network and it is encouraging advertisers and publisher partners to adopt video ad formats quickly. A video-first strategy requires different skill sets to those of the mobile-first approach adopted by Facebook in 2012. This will be the first time Facebook will need to focus on content creation in addition to content distribution. Facebook is already paying media companies like the New York Times, Buzzfeed and CNN to produce video native to Facebook Live, Facebook’s live video platform, which is an unprecedented move for the social media giant. Media partnerships and content acquisition will be key to obtaining and retaining Facebook audiences going forward, which are increasingly migrating to platforms like Snapchat. (...)

Eleni Marouli

Only when Facebook can demonstrate a growing engagement of their audiences in a video advertising-friendly environment (which is favoured by big brands), can it hope to unlock and start cannibalizing the TV ad budgets of brand advertisers.