ADTECH

Facebook Atlas: DSP-Pläne bleiben in der Schublade

8. Juli 2016 (jvr)
Bild: tiero - Adobe Stock

Anfang des Jahres galt es als sicher, dass Facebooks Adserver- und Adtech-Plattform Atlas Solutions auch als DSP den Programmatic Display-Werbemarkt aufmischen wird. Ende des ersten Quartals 2016 sollte es soweit sein. Doch nach einem Testlauf wurde es still um die Atlas DSP.

Und das wird offenbar auch so bleiben. In den USA wurde die Atlas DSP bereits Anfang des Jahres breit getestet. Diese Tests wurden jedoch abgebrochen. Neben Ad Fraud-Problematiken, die man beheben konnte, haben die Atlas-Verantwortlichen die Inventarqualität bemängelt. Das offizielle Facebook Atlas Statement: „We were able to deliver ads to real people with unprecedented accuracy, but came up against tons of bad ads and fraud throughout the industry. While we were fortunately able to root out the bad apples and only buy quality ads, we were still shocked at the volume of valueless inventory.“ Einzig in den Bereichen Native und Video habe man zufriedenstellende Ergebnisse mit der Atlas DSP erzielen können.

Nach dem Testabbruch hat das Unternehmen seinen Fokus auf den Ausbau des eigenen Werbenetzwerks Facebook Audience Network gelegt, das neben mobilen Angeboten inzwischen auch Desktop-Sites beinhaltet und die Publisher direkt angeschlossen sind. Nach einem heutigen Redaktionsbesuch bestätigte man uns vonseiten Facebook Atlas, dass es aufgrund der gemachten Erfahrungen derzeit keine konkreten Pläne mit einer Atlas DSP gäbe.

Stattdessen will sich Facebook mit Atlas verstärkt auf die eigene People Based Marketing-Lösung konzentrieren. People Based Marketing ist ein Measurement- und Optimierungangebot für Mediaagenturen und erlaubt ihnen das Targeting ihrer Online-Werbekampagnen außerhalb von Facebook deutlich zu verfeinern. Möglich wird dies durch die Nutzung soziodemografischer Datenpunkte (Alter und Geschlecht) und Geodaten aus der Facebook ID, die in einer anonymisierten Form an Atlas übergeben werden – ohne, dass dabei Atlas Informationen an Facebook wieder zurückspielt. Mediaagenturen können auf diese Weise während der Kampagne ihre Mediapläne (Wahl der Publisher) und die Kontaktfrequenz über verschiedene Devices hinweg optimieren.