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ONLINE MEDIA

Video-on-Demand wird zum Massengeschäft

4. Februar 2014 (hc)

Strategieberatung Goldmedia hat eine Studie unter dem Namen „Video-on-Demand Forecast 2018“ veröffentlicht, die eine Bestandsaufnahme des deutschen Video-on-Demand Marktes (VoD) macht und das Szenario des Einstiegs eines großen neuen Anbieters durchspielt. Im Jahr 2013 nutzten 4 Millionen Deutsche kommerzielle Online-Videotheken. Im Schnitt haben sie acht Filme geliehen und sechs Filme gekauft. Bis 2018 wird sich der Umsatz mit VoD-Angeboten, nach der Goldmedia-Prognose, auf 449 Millionen Euro nahezu verdreifachen.

Anfang 2014 gibt es in Deutschland bereits rund 50 VoD-Anbieter, die mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen arbeiten. 2013 lag der Gesamtumsatz der Branche bei 163 Mio. Euro. Mit 73 Millionen Euro ist der Umsatzanteil für Bezahlvideos, der sogenannte T-VoD-Markt (Transactional Video-on-Demand), heute am größten. Hier leihen die Nutzer Filme gegen Bezahlung im Einzelabruf online aus. 57 Millionen Euro stark ist das Segment Download-to-Own (DtO), bei dem der Kunde für den Download des Videos auf seine Festplatte bezahlt und den Film dann besitzt. Derzeit noch das kleinste Marktsegment ist Video-on-Demand auf Abo-Basis, das sog. S-VoD (Subscription VoD) mit einem Umsatz von 33 Millionen Euro in 2013. Hinzu kommen werbefinanzierte Angebote, der sog. A-VoD-Markt.

Neben den Angeboten in den öffentlich-rechtlichen Mediatheken bei ARD und ZDF findet er Dienste wie maxdome von ProSieben, RTL now, iTunes von Apple, Lovefilm von Amazon, Videoload von der Deutschen Telekom, Snap von Sky oder Watchever vom französischen Konzern Vivendi. Hinzu kommen eine Reihe kleiner bzw. spezialisierter VoD-Plattformen.

Die Leistungspakete sind für den Nutzer oft schwer zu differenzieren.

Goldmedia hat in einem Prognose-Szenario unterstellt, dass sich in Deutschland ein großer Anbieter mit einer breiten Palette attraktiver Angebote per Abonnement etabliert. Dadurch käme es zum Siegeszug der Abonnement-Modelle (S-VoD) und zu einer Marktkonsolidierung. Zugleich stiege die Verfügbarkeit der Angebote über viele neue Plattformen und Spielekonsolen.

S-VoD würde dann bis 2018 mit knapp 300 Mio. Euro schon zwei Drittel des gesamten VoD-Marktes ausmachen. T-VoD, DtO und das Pay-TV-Segment würden hingegen verlieren. Den VoD-Gesamtmarkt in Deutschland schätzt Goldmedia in diesem Szenario im Jahr 2018 auf 449 Millionen Euro.

Klaus Goldhammer,

Klaus Goldhammer, Geschäftsführer bei Goldmedia: „Der VoD-Markt wird 2014 auch in Deutschland in Gang kommen, weil die grundlegenden Voraussetzungen für das Massengeschäft stehen: Die Endgeräte sind im Markt, die Bandbreiten vorhanden, die Nutzer geübter und die VoD-Anbieterzahl wächst kontinuierlich. Trotzdem hat es VoD schwerer als anderswo. Die Fernsehlandschaft bietet mit vergleichsweise wenigen Werbepausen und einer geringen Affinität zum sogenannten ‚Binge Viewing‘ (extensiver Konsum ganzer Serienstaffeln) weniger Argumente für die All-you-can-watch-Angebote à la Hulu oder Netflix aus den USA. Langsam aber kommen die Angebote der Industrie in Fahrt. Watchever investiert bereits Millionen in die Werbung, um VoD-Abos im Massenmarkt zu etablieren. Der Kampf um die Augäpfel ist damit eröffnet.“