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Axel Springer treibt digitalen Konzernumbau voran

6. November 2013 (stg)

Axel Springer baut digital um. Der Ausbau von Bezahlmodellen für journalistische Inhalte im Internet stand dabei ebenso im Fokus wie Akquisitionen zur Ergänzung bestehender digitaler Plattformen und Aktivitäten sowie die Einführung neuer Online-Angebote mit strategischen Partnern. Der Konzern richtet sich bei journalistischen Inhalten, nach der Ankündigung der Veräußerung von etlichen Zeitungen, Zeitschriften und Anzeigenblätter, noch stärker auf die multimedialen Kernmarken DIE WELT und BILD aus.

Dr. Mathias Döpfner

Dr. Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG: „2013 ist für Axel Springer ein Jahr des Konzernumbaus und der Investitionen. Unsere multimedialen Kernmarken BILD und DIE WELT bauen wir mit erheblichen Investitionen aus. Die ersten Erfahrungen mit Bezahlinhalten bestärken uns in unserer Überzeugung, dass Qualitätsjournalismus den Lesern auch online etwas wert ist.“

In den ersten neun Monaten festigten die digitalen Medien ihre Position als umsatz- und ertragsstärkstes Segment des Konzerns. Sie trugen im Berichtszeitraum rund 40 Prozent zum Konzernumsatz und 46 Prozent zum Konzern-EBITDA (earnings before interest, taxes, depreciation and amortization) bei. Durch das Wachstum der Digitalen Medien konnte Axel Springer Erlösrückgänge im Printgeschäft kompensieren. Der Konzernumsatz legte um 1,5 Prozent auf EUR 2.443,1 Mio. (Vorjahr.: EUR 2.407,7 Mio.) zu. Bereinigt um Konsolidierungs-, Währungs- und Kalendereffekte blieb der Konzernumsatz um 0,8 Prozent hinter dem Vorjahreswert zurück.

Profitables Wachstum der digitalen Medien

Nach den im Sommer 2013 gestarteten Bezahlangeboten BILDplus und BILD Bundesliga baute Axel Springer die digitale Präsenz der Marke BILD durch diverse Partnerschaften weiter aus. So startete im Oktober 2013 das Online-Reisemagazin travelbook.de in Zusammenarbeit mit „Tripadvisor“. Zusätzlich bietet BILD Music in Kooperation mit dem Streaming-Dienst „AMPYA“ On-demand-Musik und Musikvideos. Bei der Sport- und Fitness-App Runtastic konnte man im Oktober Mehrheitsanteile erringen und das digitale Sport-Portfolio ausbauen. Im Online-Rubrikenbereich gab Axel Springer im Oktober 2013 den Erwerb der YOURCAREERGROUP, ein Jobportalbetreiber für Hotellerie, Gastronomie und Touristik, über sein Tochterunternehmen StepStone zum 1. Januar 2014 bekannt.

Die digitalen Medien bauten in den ersten neun Monaten ihre Anteile an Konzern-Umsatz und -EBITDA weiter aus. So steigerten sie den Umsatz um 16,6 Prozent auf EUR 959,8 Mio. (Vj.: EUR 823,3 Mio.). Die positive Entwicklung des Segments wurde im Wesentlichen durch einen Anstieg der Werbeerlöse um 19,9 Prozent auf EUR 829,8 Mio. (Vj.: EUR 692,3 Mio.) getragen. Das EBITDA des Segments legte um 18,5 Prozent auf EUR 196,6 Mio. (Vj.: EUR 165,9 Mio.) zu. Die EBITDA-Rendite verbesserte sich leicht von 20,2 Prozent auf 20,5 Prozent.

Die erste Säule des Segments Digitale Medien – Journalistische Portale & andere digitale Medien – erzielte in den ersten neun Monaten mit einem Umsatz von EUR 328,0 Mio. (Vj.: EUR 261,7 Mio.) ein Plus von 25,4 Prozent. Das organische Wachstum betrug 11,6 Prozent. Das EBITDA erhöhte sich um 24,5 Prozent auf EUR 71,1 Mio. Trotz erheblicher Investitionen in die Einführung von Bezahlmodellen für digitale Angebote, blieben die Journalistischen Portale & anderen digitalen Medien mit einer EBITDA-Rendite von 21,7 Prozent (Vj.: 21,8 Prozent) profitabel.

Performance Marketing – die zweite digitale Säule – umfasst die Aktivitäten der zanox-Gruppe. Sie erzielte im Neunmonatszeitraum einen Umsatzanstieg von 2,7 Prozent, der komplett auf organisches Wachstum zurückzuführen war, auf EUR 335,3 Mio. (Vj.: EUR 326,6 Mio.). Das EBITDA der Aktivitäten im Bereich Performance Marketing lag marktbedingt mit EUR 13,6 Mio. unter dem Vorjahresniveau (EUR 15,9 Mio.). Die EBITDA-Rendite reduzierte sich entsprechend auf 4,1 Prozent nach 4,9 Prozent im Vorjahr.

Die dritte Säule der digitalen Medien – Axel Springer Digital Classifieds –, zu der u.a. die Rubrikenportale Immonet, StepStone und meinestadt.de gehören, steigerte ihren Umsatz in den ersten neun Monaten um 26,2 Prozent auf EUR 296,4 Mio. (Vj.: EUR 234,9 Mio.). Das organische Wachstum betrug 5,9 Prozent. Mit einem EBITDA von EUR 121,3 Mio. (Vj.: EUR 101,8 Mio.) lieferte sie den höchsten Beitrag zum Segmentergebnis der digitalen Medien. Dabei profitierte sie sowohl von organischem Wachstum als auch von der Akquisition neuer Gesellschaften. Die EBITDA-Rendite der Säule belief sich auf 40,9 Prozent nach 43,3 Prozent im Vorjahreszeitraum.