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Die Premiere der Data Days ist geglückt. Die zweitägige Veranstaltung zog mehr als 300 Gäste aus Online-Branche, Politik, Datenschutz und Kultur in die deutsche Hauptstadt. Mit einer internationalen Auswahl an Referenten haben die Data Days 2012 in Berlin den ersten Grundstein für den Dialog rund um das Thema Big Data gelegt. Nun gilt es diesen Dialog fortzuführen und auszubauen. Es bleibt daher zu hoffen, dass die von nugg.ad und Deutsche-Post ins Leben gerufene Konferenz im nächsten Jahr seine Fortsetzung findet.


Christopher Steiner

Den Opener gab Christopher Steiner aus New York, Autor des Buches „Automate This: How Algorithms Came to Rule Our World“. Steiner berichtete von NASA Insights und über interessante Entwicklungen beim Realtime-Bidding. Die Vorträge unter dem Thema „Data“ und „Relevance“ widmeten sich insgesamt dem verantwortungsvollen Umgangs mit Data, bis hin zum Thema Algorithmen-Ethik. „So what happens when everybody is Big Brother“, fragte Moderator Spencer Reiss von WIRED in der ersten Diskussionsrunde und nahm Bezug auf die Folgen einer Verbindung der verfügbaren Datenflut mit einer Demokratisierung technologischer Prozesse. Lisa Green von der Common Crawl Foundation betonte ihre Forderung, Daten grundsätzlich als „Open Data“ öffentlich zu machen und dem Gemeinwohl zur Verfügung zu stellen.Das gefiel freilich nicht allen in der Audience.


Brian Eoff

Besonders überzeugend erschien der Vortrag von Brian Eoff vom Link-Verkürzungsdienst Bitly zum Thema Relevanz von Daten bei der Personalisierung von Empfehlungen. In der anschließenden Diskussionsrunde übte beispielsweise die Publizistin Kathrin Passig deutliche Kritik an der Qualität der Amazon-Empfehlungsmaschine. Eoff erwiderte darauf sehr pragmatisch: „Lieber entwickle ich in 2 Wochen ein Empfehlungstool das passabel funktioniert und mit dem ich Geld verdiene als dass ich zwei Jahren an etwas arbeite und dann noch immer keine Marktfähigkeit erreicht habe.“

Amerikaner sind eben pragmatischer, zuweilen auch zu pragmatisch. Das zeigten die US Amerikaner in ihrem bisherigen Umgang mit dem Datenschutz. Einen interessanten Vergleich bemühte der Datenschützer Ashkan Soltani von KnownPrivacy mit seiner These, Datenschutz habe zukünftig die gleiche Relevanz wie der Umweltschutz. In der anschließenden Privacy Diskussion gab sich beispielsweise Jan Schallaböck vom Unabhängigen Landeszentrum Schleswig-Holstein - ganz im Geiste seines Chefs Thilo Weichert – innovationsresistent wenn es um den Datenschutz der Nutzer geht. „Innovation ist für mich kein Wertekriterium. Wenn unsere Arbeit Innovationen hemmt. Dann ist das eben so.“ 


Stephan Noller in seiner Keynote

Im vierten Track ging es dann eben um Innovationen und wie Big-Data das Leben der Menschheit beeinflussen wird. Hier hätte man sich mehr konkrete Fallbeispiele wie die von WikiData und Enliken gewünscht. Die darauffolgende Diskussion ließ den nötigen Biss vermissen und versandete ein wenig in einem Wissensaustausch der fünf Panelteilnehmer. Schade, denn gerade die Fortschritte in der Sensorik und das so genannte „Internet der Dinge“ wird die Menschheit zu neuen Ufern führen und beispielsweise die Haustechnik und die Landwirtschaft in sehr naher Zukunft völlig verändern. Hier wird von den Data Days 2013 auf jeden Fall mehr zu erwarten sein. Insgesamt zeigten sich die Besucher wie auch der Organisator sehr zufrieden mit der ersten Ausgabe seine Veranstaltung: „Die Data Days 2012 haben unsere Erwartungen weit übertroffen. Wir sind nicht nur stolz auf die zahlreichen hochkarätigen Gäste, die sowohl in Keynotes und auf Panels glänzen konnten, sondern vor allem auch auf das Publikum, das die Konferenz durch zahlreiche Denkanstöße zu einer absolut interaktiven Veranstaltung gemacht hat. Wir haben es geschafft, Wirtschaft, Politik und Technik zu verbinden“, sagt Stephan Noller, CEO nugg.ad.

Der zweite Tag unter dem Motto Data Pioneers widmete sich dem praktischen Bereich des Themas digitale Arbeit und Start-ups. An diesem Tag wurde unter anderem ein Preis für die beste Geschäftsidee an Berliner Start-up Econitor, das eine auf Big Data basierende Software-Lösung für die Messung und Auswertung von Energieverbrauch sowohl für Endkonsumenten wie auch für die Industrie und Energieprovider entwickelte. Den zweiten Platz machte d.core aus München mit seinem Geschäftsmodell d.plan, gefolgt von datavirtuality aus Leipzig.

Außerdem stellte nugg.ad sein neues Inkubatorprogramm vor. Noller dazu: „Uns geht es hier nicht um Geld in Form von schnellen Exits. Dadurch, dass die Gründer zudem keine Anteile abgeben müssen, bleiben sie außerdem absolut selbstständig“.

Eine Auswahl von Vorträgen und Gesprächsrunden kann auf dem Youtubechannel der Data Days angesehen werden: http://www.youtube.com/DataDaysChannel

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