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ONLINE MEDIA

Online heiter, Print wolkig

5. May 2011 (ts)

Die gute Konjunktur vergrößert die Werbebudgets. Laut dem OMG Frühjahrsmonitor 2011 werden steigende Investitionen der Online-Dienstleister, der Finanzbranche sowie der Automobilindustrie erwartet. Online und TV stehen wegen geforderter Flexibilität besser da als Print. Die Daten werden halbjährlich von der OMG erhoben.

Die Bedeutung des Internets für den Werbemarkt wird in den kommenden fünf Jahren weiter zunehmen, davon gehen alle Mediaagentur-Manager aus, die von der Organisation der Media-Agenturen (OMG) befragt wurden. Auch TV und Plakat könnte an Bedeutung gewinnen. Das glauben allerdings nur 41% bzw. 50% der Befragten. Einig sind sich die Werbeschaffenden aber, dass Tages- und Publikumszeitungen an Bedeutung für den Werbemarkt verlieren werden. Davon sind jeweils über 85% der Befragten überzeugt.

Die digitalen Kommunikationskanäle der Zukunft sind neben Facebook - 88 Prozent der befragten Agenturmanager werten Facebook als etablierten Kanal - auch das iPad und IP- oder Hybrid-TV. Ausnahmslos alle Befragten rechnen mit der Marktdurchsetzung von digitalem Fernsehen. 82 Prozent sind der Meinung, dass in spätestens fünf Jahren das analoge Fernsehen verdrängt ist. Auch dem iPad wird eine langfristige Etablierung bescheinigt.

Weitreichender Konsens besteht auch in der Aussicht auf steigende Umsätzen (88% stimmen zu).  Daher stocken die Agenturen ihr Personal in den Bereichen Planung und Services auf. Werner Bitz, Sprecher der OMG kommentiert: „Das Thema Media-Nachwuchs rückt in Zeiten wirtschaftlichen Aufschwungs noch stärker in den Fokus. Die Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern übersteigt bei weitem das Angebot. Fast alle Mediaagenturen investieren deshalb in die Ausbildung. Sie bieten Ausbildungsplätze, Traineeships und Praktika in nahezu allen Agenturstandorten.“

So rosig die Aussichten, so fordernd der Job. Von den Media-Agenturen wird hohe Flexibilität erwartet. Die große Mehrheit der befragten Manager sieht sich gestiegenem Termin- und Honorardruck, häufigeren Budget-Änderungen, Neuplanungen, Audits und mehr nachträgliche Briefing-Änderungen sowie verstärkten Forderungen nach zusätzlichen, jedoch unbezahlten Leistungen ausgesetzt. Knapp 90 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Honorare verstärkt erfolgsabhängig vergütet werden.