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EUID bekommt prominente Unterstützung von deutschen Vermarktern

27. Februar 2026 (jh)
Bild: Vardan Papikyan - Unsplash

Längere Zeit war es ruhig um die European Unified ID (EUID), die vom Adtech-Schwergewicht The Trade Desk ins Leben gerufen wurde. Jetzt integrieren mit BCN und Kleinanzeigen gleich zwei der größten deutschen Vermarkter und Publisher die europäische Variante der Unified ID. Neben der Integration der Identity-Lösung umfasst die Zusammenarbeit mit den Kaliforniern auch den Anschluss an Open Path. Damit wollen die drei Player einerseits die Wettbewerbsfähigkeit und Transparenz im offenen Internet stärken und andererseits an der Verschlankung der programmatischen Wertschöpfungskette arbeiten.

Für The Trade Desk hat die Partnerschaft mit diesen reichweitenstarken Publishern in Deutschland durchaus Gewicht. Zuletzt rückte Dazn die EUID ins Rampenlicht, indem der Streaminganbieter eine europaweite Kooperation verkündete. Die Identity-Lösung, die The Trade Desk in Zusammenarbeit mit Liveramp 2022 aus der Taufe hob, matcht die User hinter Website-Zugriffen datenschutzkonform auf Basis der E-Mail-Adressen und kann dabei auch mit anderen ID-Lösungen interagieren. Damit soll sie vor dem Hintergrund regulatorischer Anforderungen und sinkender Third-Party-Cookie-Relevanz deterministische Adressierbarkeit im offenen Internet ermöglichen. Jan Vorndamm, Senior Director, Inventory Partnerships, The Trade Desk, erklärt: “Mit der fortschreitenden Entwicklung der Adressierbarkeit im Premium-Open-Internet erkennen führende Publisher und Werbetreibende zunehmend, welche Bedeutung Authentifizierung hat, um den Online-Wertetausch – hochwertige Inhalte gegen relevante Werbung – aufrechtzuerhalten. Partner wie BCN und Kleinanzeigen stehen an der Spitze dieser Bewegung.”

Open Path wiederum schafft eine direkte technische Anbindung zwischen Publishern und der Einkaufsplattform von The Trade Desk, reduziert Zwischenhändler – auch die Sell-Side-Plattform – und zielt auf Transparenz sowie Effizienz in der programmatischen Lieferkette ab So setzen die beiden Lösungen an zwei Kernfeldern des Marktes an: Identität und Supply Chain. Aus Sicht von BCN sind die beiden Initiativen strategisch in die eigene Vermarktung eingebettet. “Die Unterstützung der EUID und Open Path ist für BCN ein weiterer wichtiger Baustein innerhalb unserer Vermarkterstrategie”, so Carsten Sander, Geschäftsführer Technologie von BCN. “EUID ergänzt unseren bestehenden Identifier-Ansatz, um deterministische und datenschutzkonforme Adressierbarkeit für hochwertige Reichweiten zu ermöglichen. Open Path adressiert parallel die Effizienz und Transparenz in der programmatischen Supply Chain durch direktere Einkaufsbeziehungen. Beide Initiativen zahlen darauf ein, Wertschöpfung zwischen Publishern und Werbetreibenden zu verbessern und das Open Web nachhaltig wettbewerbsfähig zu halten.”

Die Kooperation reiht sich in eine wachsende Zahl von Partnerschaften ein, mit denen The Trade Desk seine Rolle als Infrastrukturpartner im offenen Internet ausbaut und zugleich an Identitäts- und Supply-Chain-Standards mitwirkt. Vor dem Hintergrund zunehmender Fragmentierung des Marktes und regulatorischer Vorgaben zeigt die Partnerschaft, wie Adtech-Anbieter und Publisher versuchen, gemeinsame technische Grundlagen für adressierbare und transparente Werbung im Open Web zu etablieren. Identitätslösungen und direkte Pfade zwischen den Marktteilnehmern sollten dabei nicht isoliert betrachtet werden, sondern als miteinander verknüpfte Bausteine einer Neuausrichtung im programmatischen Ökosystem.

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