Der dänische Measurement-Spezialist Audienceproject hat eine tiefere Integration mit dem Streaminganbieter Disney+ geschaffen. Diese ermöglicht es Werbetreibenden und Agenturen, die Reichweite und Kontakthäufigkeit von Disney+-Kampagnen direkt über die eigene Plattform zu messen. Erst im Oktober des vergangenen Jahres startete eine ähnliche Kooperation mit Netflix.
Die US-amerikanischen Streamingriesen signalisieren zunehmend Bereitschaft für unabhängige Messungen. Audienceproject hatte zwar bereits Ende 2024 eine Integration mit Disney+ angekündigt, allerdings wurde dafür lediglich ein Pixel verbaut. Mit der jetzigen Server-to-Server-Integration lassen sich die Kampagnendaten direkt mit den Paneldaten des Measurement-Spezialisten abgleichen, heißt es. Dies soll die Messung “robuster” und sicherer in Bezug auf den Datenschutz machen. Zudem sei die Implementierung auf Advertiser-Seite einfacher.
Hintergrund der erweiterten Zusammenarbeit mit Disney+ ist die wachsende Bedeutung von werbefinanzierten Streaming-Angeboten im Mediamix. Mit zunehmenden Investitionen in Connected TV (CTV) und Streaming steigt auch der Bedarf nach vergleichbaren und kanalübergreifenden Messstandards. Audienceproject, das 2010 in Kopenhagen gegründet wurde, will sich in diesem Umfeld als unabhängiger Anbieter positionieren, der Reichweitenmessung jenseits plattformeigener Reportings verspricht. Die Kampagnen lassen sich sowohl isoliert als auch im Zusammenspiel mit anderen digitalen Kanälen auswerten. “Wir sind stolz darauf, diese direkte Integration mit Disney+ zu starten. Disney+ hat sich schnell zu einem hochwertigen, wirkungsstarken Umfeld für Werbetreibende entwickelt, und die Nachfrage nach unabhängiger Messung ist entsprechend gestiegen”, sagt Ben Samuel, VP of Partnerships bei Audienceproject.
Zum Start steht die Messung von Disney+-Kampagnen über die direkte Integration in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien zur Verfügung. Weitere Märkte sollen laut Audienceproject zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Einer der ersten deutschen Profiteure des näheren Zusammenrückens der Technologien dürfte die Düsseldorfer Mediaagentur Add2 sein, die soeben ihre Zusammenarbeit mit Audienceproject ausgeweitet hat. Neben den Tools zu crossmedialen Messungen selbst sollen künftig auch die Audience-Verification-Lösungen der Dänen zum Einsatz kommen, um die Kampagnenausspielung entlang definierter Zielgruppen zu überprüfen und zu validieren. “Insbesondere die konsolidierte KPI-Messung über Kanäle wie Display, CTV und Social – auch innerhalb der Walled Gardens – in Kombination mit unabhängiger Audience Verification ist essentiell für eine konvergente Mediaplanung und Kampagnenoptimierung“, erklärt Frank Unland, Managing Director der Add2 GmbH.
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