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ADTECH

Google verschiebt die Cookie-Deadline auf 2025

24. April 2024 (apr)
Bild: Fazly Shah – Unsplash

Nun ist es offiziell: Google wird die Third-Party-Cookies nicht wie geplant in der zweiten Jahreshälfte 2024 aus dem Chrome-Browser verbannen. Zweifel an der Timeline bestanden schon länger. Jetzt bestätigt der Konzern die Verschiebung der Deadline in seinem Unternehmensblog.

Es ist die dritte Korrektur der Galgenfrist für die Third-Party-Cookies. Als die Privacy Sandbox 2020 vorgestellt wurde, ging man noch von einem Zeitraum von zwei Jahren aus. Seitdem dient der Sandkasten als Sammelbecken für cookielose Adtech-Lösungen, die der Werbeindustrie Alternativen für Targeting und Messung an die Hand geben sollen. Der Zeitpunkt der Cookie-Deaktivierung wurde im Laufe der Zeit stetig weiter nach hinten verlagert.

Anfang dieses Jahres begannen zwar die Tests in der Praxis, in deren Rahmen schon ein Prozent der globalen Chrome-Nutzer:innen ohne Drittanbieter-Cookies auskommen müssen, doch die Ergebnisse waren bislang ernüchternd. Gerade erst musste die Sandbox harte Kritik vom Branchenverband IAB einstecken. Zwar macht auch Google durchaus seine Punkte bei der Verteidigungsschrift, doch gibt man in Mountain View letztlich zu, dass noch Arbeit nötig ist (wer genau sie verrichten soll, bleibt allerdings ungeklärt).

Nicht nur an der Technik scheint es zu hapern. Die britische Wettbewerbsbehörde, die Competition and Markets Authority (CMA), ist ebenfalls ein ausschlaggebender Faktor. Sie achtet darauf, dass sich Google keine Vorteile gegenüber den anderen Marktteilnehmern im Werbeökosystem verschafft und muss die Lösungen aus der Sandbox erst abnicken, bevor sie zum Einsatz kommen dürfen. Gemeinsam mit dem Konzern erarbeitet die CMA quartalsweise Berichte, um über den Status quo der Privacy Sandbox zu informieren. Am 26. April soll die nächste Ausgabe erscheinen, aber die Nachricht über die Verschiebung der Deadline konnte offenbar nicht warten.

Hoffnung auf 2025?

In seinem knappen Blogpost nennt Google die konkreten Gründe für die erneute Verzögerung. Ein Grund sei die stetige Herausforderung, die sich aus der Abstimmung des divergenten Feedbacks ergibt. So geht ständig Feedback aus der Branche, von den Regulierungsbehörden und vonseiten der Entwickler ein, das berücksichtigt werden will. Google möchte jedoch weiterhin “eng mit dem gesamten Ökosystem zusammenarbeiten.” Der zweite Grund betrifft die CMA. “Es ist auch wichtig, dass die CMA genügend Zeit hat, um alle Beweise zu prüfen, einschließlich der Ergebnisse von Branchentests, die die CMA von den Marktteilnehmern bis Ende Juni erbeten hat. In Anbetracht dieser beiden wesentlichen Aspekte werden wir die Abschaffung der Cookies von Drittanbietern nicht in der zweiten Hälfte des 4. Quartals abschließen”, heißt es im Unternehmensblog.

Google möchte weiterhin eng mit der CMA und dem Information Commissioner's Office (ICO), der britischen Datenschutzbehörde, zusammenarbeiten und “hofft”, diesen Prozess noch in diesem Jahr abschließen zu können. “Wenn wir eine Einigung erzielen können, werden wir voraussichtlich Anfang des nächsten Jahres mit der Abschaffung der Third-Party-Cookies beginnen”, so die vorsichtige neue Timeline.

Überraschend kommt die Verschiebung der Deadline nicht. Im Markt wird es inzwischen zum Running Gag, ob Google es diesmal schafft. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Marktteilnehmer nicht ausruhen und weiter abwarten, bis Google Ernst macht. Denn dann ist es zu spät, um zu reagieren.

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