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STUDIEN & ANALYSEN

Deutsche blicken ambivalent auf den Einsatz von KI

30. April 2024 (jh)
Bild: Cash Macanaya - Unsplash

Künstliche Intelligenz (KI) hat in den vergangenen Jahren enorme Sprünge gemacht und wird unser alltägliches Leben verändern. Diese Veränderungen sind sowohl im privaten Rahmen als auch in der Arbeitswelt zu spüren. Doch wie stehen die Deutschen zum Thema KI, wo kommt diese zum Einsatz und welche Sorgen sind mit dem Thema verbunden? Damit haben sich der Technologie-Anbieter Adobe und die Jobbörse Indeed unabhängig voneinander beschäftigt. Adobe beleuchtet hier generative KI, während Indeed Künstliche Intelligenz im Allgemeinen betrachtet.

So befragte Adobe für seine Studie “Age of Generative AI” rund 1.000 deutsche Verbraucher:innen zwischen Februar und März. Dabei zeigt sich, dass generative KI das Interesse der deutschen Öffentlichkeit durchaus geweckt hat. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Befragten gab an, generative KI bereits genutzt zu haben. Die meisten davon im privaten Rahmen, gefolgt von der Arbeit.

Die Anwendungsfälle für generative KI

Laut Adobe unterschieden sich die Anwendungsfälle generativer KI je nachdem, ob sie im Beruf, im Privatleben oder etwa in der Hochschulausbildung eingesetzt wird. Im Arbeitsumfeld kommt generative KI beim Schreiben von Entwürfen oder E-Mails (39 Prozent), Recherchen oder Brainstorming (39 Prozent) oder beim Zusammenfassen von Besprechungen, Interviews oder großen Textblöcken (38 Prozent) zum Einsatz. Im persönlichen Kontext nutzen die Anwender:innen die KI bei der Suche nach Informationen (33 Prozent) sowie bei der Sammlung von Material zu einem bestimmten Thema (31 Prozent). Außerdem wird sie eingesetzt, um sich zum Scheiben inspirieren zu lassen (28 Prozent). Bei der Hochschulausbildung geht es in Sachen KI hingegen um die Recherche oder Brainstorming (60 Prozent) beziehungsweise ebenfalls um das zum Schreiben selbst (33 Prozent).

Generell glauben 83 Prozent der Befragten, dass generative KI das Leben einfacher machen wird, während drei Viertel sagen, dass sie in Zukunft mit generativer KI kreativer sein können. Gleichzeitig sind zwei Drittel der Meinung, dass generative KI zwar leistungsfähig ist, aber in puncto Kreativität niemals mit einem Menschen mithalten kann.

Die Erwartung an Marken

Den Verbraucher:innen ist durchaus klar, dass KI bereits vermehrt im Marketing eingesetzt wird. Ein Viertel der Befragten geht davon aus, dass Marken generative KI schon für die Gestaltung von Kundenerlebnissen nutzen. Chatbots sind dabei der häufigste Berührungspunkt mit KI (46 Prozent). Auch bei der Bilderzeugung zum Anprobieren von Make-up sowie bei der Raumgestaltung (18 Prozent) kommt KI zum Einsatz. Die Befragten glauben zudem, dass generative KI E-Commerce-Erlebnisse wesentlich weiterentwickeln könnte.

German Angst beim Thema KI

So groß das Potenzial von KI sein mag, so sehr scheint dieses Thema auch Ängste in der deutschen Bevölkerung auszulösen. Dies legt zumindest eine neue Studie der Jobbörse Indeed nahe. Für “The Workplace and the Workforce of the Future” wurden über 16.000 arbeitende Personen aus elf Ländern befragt. In Deutschland kamen dabei rund 1.700 Menschen zu Wort. Hier zeigt sich, dass deutsche Arbeitnehmende neue Technologien wie KI im Allgemeinen besonders im internationalen Vergleich skeptisch sehen. Lediglich rund 41 Prozent der hierzulande Befragten sehen den Einsatz von neuen Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) in der Arbeitswelt positiv. Der internationale Durchschnitt lag hier bei 52 Prozent.

Die größte Sorge gilt der eigenen Jobsicherheit (48 Prozent). Die Menschen fürchten, künstliche Intelligenz könne ihre Arbeit überflüssig machen und ihre Stelle einnehmen. Generell glauben nur 18 Prozent der Deutschen, dass letztendlich durch KI mehr neue Jobs entstehen als ersetzt werden könnten. Diese Meinung eint alle Altersgruppen.

“Die deutsche Zurückhaltung gegenüber KI ist tief verwurzelt, aber wir dürfen die eindeutigen Chancen, die KI bietet, nicht übersehen”, erklärt Frank Hensgens, Geschäftsführer von Indeed in der DACH-Region. “Es ist entscheidend, die Potenziale von KI für den Arbeitsmarkt und die Steigerung der Produktivität zu nutzen sowie die Ängste der Menschen zu adressieren. KI wird nicht einfach Arbeitsplätze ersetzen, sondern die Berufstätigen stärken, die bereit sind, sich mit ihr auseinanderzusetzen.”

KI hat also großes Potenzial, vor allem in der Arbeitswelt. Bei all dem technischen Fortschritt sollten der Mensch und seine Bedenken aber nicht vollkommen außen vor gelassen werden.

Takeaways

  • KI kommt mittlerweile in allen Lebensbereichen zum Einsatz.
  • Die große Mehrheit der Deutschen glaubt, dass generative KI das Leben einfacher machen wird.
  • Indes fürchtet die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer:innen um ihre Jobsicherheit.

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