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Fachkräftemangel beschert digital versierten Führungskräften Spitzenverdienste

7. April 2022 (jh)
Bild: Etty Fidele - Unsplash

Der Fachkräftemangel in der Digital-Branche ist längst zum Normalzustand geworden und die Nachfrage nach Expertise für digitale Geschäftsmodelle und Innovationen übersteigt deutlich das Angebot. Dies führt unweigerlich zu klassischen ökonomischen Mechanismen: Die Gehälter für solche Führungskräfte steigen immer weiter in die Höhe. Eine aktuelle Gehaltsstudie hat dies nun für den Zeitraum von 2010 bis 2021 untersucht.

Die “Gehaltsanalyse 2022” des Headhunting-Unternehmens I-Potentials basiert auf über 1.100 anonymisierten Datensätzen für die Jahre 2010 bis 2021. Genau genommen stammen die Angaben aus Kandidaten-Umfragen aus eben diesen Jahren. Insgesamt sind die Gehälter von 664 Executives auf C-Level-Ebene in die Auswertung eingeflossen.

Lag die durchschnittliche Gesamtvergütung der analysierten C-Level-Kandidaten 2011 noch bei durchschnittlich 100.000 Euro, so betrug sie 2021 bereits rund 260.000 Euro. Die Spitzengehälter stiegen in diesem Zeitraum um 27,38 Prozent jährlich, wodurch die jährliche Vergütung inzwischen bei weit über 500.000 Euro liegen kann.

Flexible Vergütungsformen durch Boni-Zahlungen oder Unternehmensanteile spielte vor zehn Jahren hierbei eine noch eher untergeordnete Rolle. Inzwischen machen sie aber einen zunehmenden Anteil der Gesamtvergütung aus. Die Fixgehälter stiegen seit 2011 durchschnittlich um circa sieben Prozent jährlich, Boni-Zahlungen um neun Prozent und die Entlohnung durch Unternehmensanteile um 17 Prozent.

“Die Steigerung im variablen Anteil bringt insbesondere in dem engen und sehr unternehmerisch geprägten Digitalmarkt große Vorteile. Kandidat:innen haben oft zahlreiche Optionen, u.a. auch die eigene Gründung. Sie an der Unternehmensentwicklung über den variablen Anteil partizipieren zu lassen, erhöht die Wettbewerbsfähigkeit der Angebote deutlich”, erklärt Martina van Hettinga, Managing Partner von I-Potentials.

Gender-Pay-Gap vergleichsweise niedrig

Anhand der Datensätze zeigt sich, dass die sogenannte Gender-Pay-Gap bei Führungskräften mit Digital-Expertise vergleichsweise gering auffällt. Die Gender-Pay-Gap gibt den prozentualen Unterschied an, den Frauen häufig weniger verdienen als Männer in derselben Position mit derselben Grundvoraussetzung.

Der Frauenanteil auf Vorstandsebene liegt bei den vorhandenen Daten bei 16 Prozent. Frauen, die es auf diese Position geschafft haben, verdienen hierbei im Durchschnitt zwar immer noch fünf Prozent weniger als ihre männlichen Vorstandskollegen. Dies ist jedoch deutlich weniger als die statistische Lohnlücke über alle Berufsgruppen hinweg. Sie beträgt laut Statistischem Bundesamt aktuell 18 Prozent.

“Ein positives Signal ist, dass der Frauenanteil in den zweiten und dritten Führungsebenen,VP- und Director-Level, mittlerweile immerhin über 20 Prozent liegt. Und angesichts des zunehmenden Quotendrucks sowie immer mehr Unternehmen, die aus eigenem Antrieb heraus verstärkt nach weiblichen Führungskräften für ihre Management-Teams suchen, werden sich die Gehälter von Männern und Frauen im Top-Level mit Sicherheit weiter annähern”, prognostiziert van Hettinga.

Takeaways

  • Die durchschnittliche Gesamtvergütung für Führungskräfte mit digitaler Expertise stieg in den letzten zehn Jahren stark an.
  • Inzwischen machen flexible Vergütungsformen durch Boni-Zahlungen oder Unternehmensanteile einen nicht unbeträchtlichen Anteil an der Gesamtvergütung aus.
  • Anhand der Datensätze zeigt sich, dass die sogenannte Gender-Pay-Gap bei Führungskräften mit Digital-Expertise vergleichsweise gering auffällt.