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DIGITAL MARKETING

Digital an der Seite der Ukraine: BVDW richtet Appell an deutsche Medienhäuser

1. March 2022 (apr)
Bild: Elena Mozhvilo – Unsplash

Angesichts des Kriegs mit Russland solidarisieren sich die Menschen weltweit mit der Ukraine und unterstützen diese mit diversen Hilfsaktionen. Auch die Digitalwerbung versucht Wege zu finden, wie sie den Betroffenen helfen könnte. Vonseiten des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) kommt nun ein Appell an die deutschen Medienunternehmen: Sie sollen ihre Paywalls für ukrainische und russische Leser deaktivieren. Damit soll der Desinformation entgegengewirkt und freier Zugang zu unabhängiger Berichterstattung ermöglicht werden.

Bild: Svea Pietschmann Dirk Freytag, BVDW

“Jeder Mensch sollte einen freien Zugang zu unabhängigen Medien haben, damit Desinformation und russische Propaganda keine Chance haben”, sagt BVDW-Präsident Dirk Freytag. Dieser Zugriff auf die Informationen nutzt den Lesern natürlich nur etwas, wenn sie ihn in der richtigen Sprache erreichen. Daher ruft der Verband im Rahmen seiner Aktion “Digital hilft” darüber hinaus dazu auf, die Inhalte zu den Ereignissen in den Kriegsgebieten möglichst auf russischer und ukrainischer Sprache zu verbreiten. Das mag in erster Linie für Medienunternehmen, die keine Berührungspunkte mit diesen Märkten haben, problematisch klingen. Sprachbarrieren könnten aber eventuell auch mit den gängigen Übersetzungstools abgebaut werden.

Kostenfreie Werbeplätze für Hilfsaktionen

Die Paywalls sind jedoch nicht die einzige Möglichkeit, wie die Digitalwirtschaft aktiv werden könnte. Damit Aufrufe und Hilfsaktionen für die Ukraine mehr Gehör finden, sollten Marktteilnehmer kostenfreie Werbeplätze bereitstellen, meint der BVDW. Russische Technologieteilnehmer hingegen gehören vom europäischen Markt ausgeschlossen, fordert der Verein. “Als Verband der digitalen Wirtschaft müssen wir hierzu unseren Beitrag leisten, auch wenn er bei den Ereignissen klein wirkt”, so Freytag weiter. “Wir begrüßen deshalb auch ausdrücklich die Wirtschaftssanktionen gegenüber Russland und akzeptieren die damit einhergehenden Umsatzausfälle.”

Maßnahmen der Tech-Giganten

Die großen Player der Digitalwerbung Google, Meta, Tiktok, Twitter und Microsoft haben ihrerseits bereits Maßnahmen ergriffen, um Desinformation zu stoppen. So sind die Accounts der russischen Staatsmedien auf Facebook, Instagram und Tiktok in der Europäischen Union blockiert. Inhalte von RT und Sputnik finden auch im Microsoft-Universum keine Verbreitung mehr. Digitale Werbekampagnen aus Russland haben es ebenfalls schwer, ihre Zielgruppen zu erreichen. Sowohl Facebook als auch Youtube und Twitter gehen nach eigener Aussage derzeit auf ihren Plattformen gegen Werbedollars aus dem Kreml vor. Allerdings nicht ohne Kritik und der im Raum stehenden Frage, warum dies nicht viel früher erfolgte.

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